Dieses Bienenhaus ist ungewöhnlich. Es misst 8 mal 3,5 Meter und stand gut 40 Jahre in einer «Hoschtet» eines Bauernhofes an der Hauptstrasse in Balm bei Messen. Diese Woche wurde es per Kran abgeholt und nach Lüterswil transportiert. Ein Anlass, den viele Schaulustige begleiteten. Der Eigentümer des Bienenhauses, Imker Heinz Gläser aus Lüterswil, beobachtet mit seiner Familie das Geschehen und erklärte geduldig, was es mit diesem alten Gebäude auf sich hat. «Ich habe das Haus vor über vierzig Jahren für einen Kollegen, der damals frisch mit der Imkerei anfing, in Möhlin ausfindig gemacht. Es stand zum Verkauf und so reisten wir dorthin, montierten es Stück für Stück ab und transportierten es in den Buechibärg.»

Doch leider kam es anders als erwartet. Die Grösse des Hauses machte Gläsers Kollegen Angst und er verzichtete auf das Haus. «Da blieb mir nichts anderes übrig, als selbst einen Platz für das Bienenhaus zu suchen, und ich fand ihn hier in Balm bei Messen.» Nach vierzig Jahren wollte jetzt die Grundstückbesitzerfamilie, dass das Bienenhaus wegkommt. Gläser beschloss, das Haus, über dessen genaues Alter er nichts weiss, zu sich nach Hause, nach Lüterswil transportieren zu lassen. Bis im Frühling sei es noch ein Zuhause für einen Teil seiner Bienenvölker gewesen. Gläser weiss: «Ursprünglich waren 40 Schweizerkästen mit Schleuderraum darin eingerichtet. Jetzt habe ich noch 12 Völker in Magazinimkerei darin beherbergt.»

Ein grösserer Kran muss her

Am Donnerstagvormittag rückte ein 55-Tonnen-Hebekran mit Fachleuten an. Am Haus wurden zunächst mal ein stabiler Rahmen und Verstrebungen aus Holz angebracht. Anschliessend folgte der «Lupf» des rund 3 Tonnen schweren Hauses in die Luft und auf einen Sattelschlepper. Alles ging glatt über die Bühne.

Der Transport nach Lüterswil wurde als Schwertransport klassifiziert, zu welchem auch eine Polizeieskorte erforderlich war. Um 13.30 Uhr kamen das Bienenhaus und seine Begleiter in Lüterswil an. Doch hier stellte sich ein Problem. Die Distanz von der Strasse bis zum Platz, wo das Haus hingestellt werden sollte, betrug 26 Meter. Eine zu lange Distanz für den angemieteten Hebekran, der diese Distanz lediglich für eine Last von 2 Tonnen bewältigt.

Auch nach 40 Jahren treibt also die Grösse dieses Bienenhauses Heinz Gläser Sorgenfalten auf die Stirn. Es gibt keine andere Lösung: Ein grösserer Hebekran muss her. Nach zwei Stunden Warten konnte das Haus um 16 Uhr nachmittags wieder in die Luft gehoben werden. Der neue Kran hatte Kraft genug, das Haus auf seinen vorbereiteten Platz beim Bauern- und Geschäftshaus der Familie Gläser abzustellen. Zwar mussten noch ein paar Äste von umstehenden Bäumen weichen, doch die Imker-Familie ist jetzt zufrieden. Hier werden sich die Bienen nach der Rückkehr von ihren «Ferien» wieder wohlfühlen. «Wollen Sie noch wissen, was das alles kostet?», fragte Gläser fast ein wenig provokativ. Er wisse es noch nicht genau, sagt er, schätzt aber, dass es gegen 10 000 Franken werden.