Die öffentliche Mitwirkung für den kantonalen Gestaltungsplan «öffentlicher Uferpark Attisholz Süd» ist abgelaufen. Elf Eingaben gab es. Unter anderem haben auch die beiden Umweltverbände Pro Natura und WWF Solothurn Stellung genommen. Die beiden Verbände kritisieren praktisch dieselben Punkte. Insbesondere sei der aktuelle Planungsstand nicht vereinbar mit den Schutzzielen des im Gebiet geltenden nationalen Wasser- und Zugvogelreservates und des kantonalen Naturreservates Aarelauf.

Die Perimeter der bestehenden Schutzgebiete seien im aufliegenden Gestaltungsplan nicht berücksichtigt, bemängeln sowohl Pro Natura als auch der WWF. Es geht dabei um das Objekt Nr. 113 «Aare bei Solothurn und Naturschutzreservat Aare Flumenthal», das ein wichtiges Überwinterungsgebiet für Wasser- und Zugvögel ist. Weiter ist der Aarelauf bei Deitingen, Feldbrunnen-St. Niklaus, Luterbach, Riedholz und Zuchwil als kantonales Naturreservat ausgeschieden. Zudem schliesst im Westen das Auengebiet von nationaler Bedeutung (Nr. 45) im Emmenschachen an. Auch dort befindet sich, so die beiden Verbände, ein hochsensibles und für die Natur und Wasservögel wertvolles Naturgebiet.

Auch positive Aspekte

Sowohl Pro Natura als auch der WWF anerkennen die Ziele, den Uferbereich des Aareabschnitts im Projektperimeter aufzuwerten. Die neu geplanten Strukturelemente wie die Ausweitung des Schilfbereiches, die Förderung von Totwasserbereichen und Flachuferzonen seien als positiv zu werten. Auch die Ausdolung des Speckgrabens sei zu begrüssen.

«Damit die Aufwertungen aber tatsächlich zum Tragen kommen, sind einige bedeutende Nachbesserungen und Ergänzungen im Gestaltungsplan vorzunehmen», meint der WWF. Und Pro Natura erklärt, das Projekt muss den bestehenden Schutzgebieten Rechnung tragen und die Planung mit besucher- und störungsfreien Zonen für die Natur und die Wasservögel ergänzt werden.

Beide Verbände möchten, dass auf die Holzstege und die Bootsanlegestelle verzichtet wird. Der Uferweg soll zudem im Bereich der geplanten Aufwertungs- und Revitalisierungsmassnahmen rückgebaut werden. Der WWF fordert zusätzlich ein Konzept zur Bekämpfung von Neophyten und möchte, dass im Nutzungskonzept offene Fragen wie beispielsweise Leinenpflicht für Hunde, gar ein Hundeverbot, oder die Frage nach den Benützungszeiten für den Park beantwortet werden.

Elf Eingaben

Laut Auskunft von Bernard Staub (Chef Amt für Raumplanung) gingen elf Mitwirkungseingaben ein. Wobei die Mitwirkung von Pro Natura noch nicht bei den zuständigen Behörden angekommen sei. «Dann wären es zwölf», so Staub. Gemeldet hätten sich drei Privatpersonen. Der Rest seien Verbände, Gemeinden oder Firmen. Inhaltlich seien die Eingaben noch nicht aussortiert worden. Das würden die zuständigen Behörden in der Gemeinde Luterbach machen. Erst wenn der Gemeinderat die Mitwirkungsantworten erledigt habe, gehe die Planung zum Kanton.