«Obwohl Überstunden ausbezahlt wurden, ist die Tendenz schon wieder steigend.» Gemeindepräsident Hardy Jäggi (SP) stellte als Personalchef der Verwaltung den Antrag, die Pensen der Gemeindeschreiberin und der Finanzverwalterin, befristet bis Ende Jahr, um je 20 auf neu 100 Prozent anzuheben und eine Person zu suchen, die das so geschaffene 40-Prozent-Pensum übernehmen könnte.

Da die Arbeitsgruppe mehr Zeit brauche, verzögere sich eine allfällige Reorganisation und die Stimmung in der Verwaltung sei zurzeit «nicht mehr die beste», wie es Jäggi ausdrückte. «Es sind zu wenig Ressourcen vorhanden, um alle Arbeiten zu erledigen. Da können wir diskutieren wie wir wollen», so Jäggi deutlich.

Christian Erzer (FDP) fragte sich, ob eine neue Person eine Entlastung bringe, oder nicht sogar eine zusätzliche Belastung werde, weil sie eingearbeitet werden muss. Peter Gehrig (FDP) fragte sich, wo eine weitere Person arbeiten soll, da in der neu umgebauten Verwaltung nur vier Arbeitsplätze zur Verfügung stehen.

Daniel Murer (FDP) fand, dass man nun nicht einfach der Arbeitsgruppe in den Rücken fallen könne. «Wenn wir die Pensen erhöhen, pfuschen wir ihnen ins Handwerk.» Irène Rüfenacht (CVP) erklärte als Mitglied der Arbeitsgruppe, dass dies kein Problem sei. «Ich sehe, dass die Verwaltung mehr Ressourcen braucht. Die Erhöhung der Pensen wird ja befristet.»

Gemeindeschreiberin Gabriella Meili erklärte im Gemeinderat, dass eine zusätzlich Person durchaus eine Entlastung sein könne. Selbstverständlich hänge der Erfolg von der Person ab, die die Stelle schliesslich antrete. «Aber es gibt Teilgebiete, die man problemlos übergeben kann.» Sie erklärte zudem, dass die Verwaltung ab kommendem Montag mit der von der Arbeitsgruppe verlangten detaillierten Zeiterfassung beginne. «Nach dem Jahreswechsel lag und das versprochene Formular nicht vor. Dasjenige, das wir dann einige Tage später erhalten haben, war für uns nicht brauchbar.»

In der Schlussabstimmung sagten vier Gemeinderäte Ja zur Pensenerhöhung, ein Gemeinderat stimmte dagegen und zwei enthielten sich.

Kein Blankocheck

Längere Diskussionen gab es auch um das Freubad. Mit dem neuen Wirtschafts- und Arbeitsgesetz ist neu die Gemeinde für die Bewilligung von verlängerten Öffnungszeiten zuständig. Das Freubad ist offiziell als Erotikbetrieb gemeldet und darf täglich 24 Stunden lang betrieben werden. Der Gastrobetrieb braucht hingegen eine Bewilligung, wenn er weiterhin bis um 4 Uhr morgens geöffnet werden soll.

Im Gemeinderat war man allgemein der Ansicht, dass den verlängerten Öffnungszeiten nichts im Wege stehe, da das Freubad selbst ja eh immer offen sei. Zudem gebe es kaum Probleme mit Lärm der zu- und wegfahrenden Kundschaft. Anders ist es aber mit den 12 Grossanlässen, die durchgeführt werden. «Hier gibt es Probleme. Es gibt Reklamationen wegen des Lärms und der Parkiererei.»

Der Gemeinderat will deshalb vorgängig von den Betreibern des Freubades wissen, an welchen Tagen diese Grossanlässe durchgeführt werden. Zudem muss ein Konzept vorgelegt werden, wie Lärm und Falschparkiererei vermieden werden können. «Erst, wenn wir im Besitz dieser Informationen sind, können wir die Anlässe bewilligen.»

Hardy Jäggi klärte seine Ratskollegen zudem darüber auf, dass das Freubad offenbar plane, Hotelzimmer einzurichten. «Dies war auf alle Fälle die Begründung für die Kündigung des Vertrages des Athena», so Jäggi. Ausserdem habe sich eine weitere Firma im Freubad angesiedelt, von der man nicht so genau wisse, was sie mache.