Rüttenen
«Um Planungssicherheit zu schaffen»: Steinbruch-Areal soll Rechtsgrundlage erhalten

Der neue Gestaltungsplan soll Planungssicherheit gewährleisten. Dieses Thema war auch Anlass für einen Informationsabend für die Bevölkerung. Dort wurden der Teilzonen-, Erschliessungs- und Gestaltungsplan des Steinbruch-Areal vorgestellt.

Lea Reimann
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Im früheren Steinbruch im Wald zwischen Solothurn und Rüttenen haben verschiedene Nutzungen Platz.

Im früheren Steinbruch im Wald zwischen Solothurn und Rüttenen haben verschiedene Nutzungen Platz.

Hanspeter Bärtschi

Im Bargetzi-Steinbruchareal soll endlich eine Rechtsgrundlage geschaffen werden. Am Informationsabend für die Bevölkerung wurden der Teilzonen-, Erschliessungs- und Gestaltungsplan vorgestellt. «Das Steinbruchareal ist seit Jahren ein Thema», eröffnete Beat Affolter, Präsident der Planungskommission.

Seit 1989 sei man da dran, viel sei geplant worden und vieles wieder verworfen. In der letzten Ortsplanungsrevision von 2007 wurde das Gebiet des Steinbruchs nicht einbezogen, es gelte somit noch immer der Zustand von 1989, obwohl dieser eigentlich überhaupt nicht mehr den aktuellen Begebenheiten entspreche. «Einige Nutzungen haben keine Rechtsgrundlage, das möchte man nun zu Papier bringen, um Planungssicherheit zu schaffen», so Beat Affolter.

Rund zwanzig Interessierte – vorwiegend Anwohner – liessen sich am Informationsabend von der Bürgergemeinde Solothurn (Eigentümerin) und der Gemeinde Rüttenen (Planungsbehörde) über den aktuellen Stand informieren.

In den letzten Monaten hatte das beauftragte Planungsbüro planteam für das Steinbruch-Areal einen Teilzonen-, Erschliessungs- und Gestaltungsplan erarbeitet. Darin wird auf einem Teil des Areals eine angepasste Bebauung und Durchwegung ermöglicht. Die neue Rechtsgrundlage soll künftig auch Sanierungen, Erweiterungsbauten oder Neubauten ermöglichen.

In die Arbeitszone eingeteilt

Die ursprüngliche Idee, den Forstwerkhof der Bürgergemeinde Solothurn auf dem Areal zu realisieren, wurde mittlerweile allerdings verworfen. Pro Natura hatte gegen dieses Vorhaben Einsprache erhoben. Sowohl die Ringelnatter als auch die gemeine Geburtshelferkröte – der «Glögglifrosch» – kommen dort nämlich vor. Diese sind schützenswert, was nun ebenfalls in den neuen Plänen verankert werden soll.

Der nördliche Teil des Steinbruchs wird als Vorranggebiet Naturschutz deklariert, darin dürfen keine Bauten erstellt werden. Im südlichen Teil hingegen könnten weitere Gebäude mit einer maximalen Höhe von 9,5 Metern entstehen.

Wichtig sei auch, dass die Synergien zwischen Naturschutz und Gewerbe bestehen bleiben. «Ringelnatter und Glögglifrosch sind nur da, weil etwas läuft», betonte Bernhard Straub vom Planungsbüro planteam. Das Areal müsse unbedingt weiterhin bewirtschaftet werden, dürfe nicht verwalden und brauche von Zeit zu Zeit Rodungen. Entsprechend gilt das gesamte Steinbruchareal als Arbeitszone.

«Aktuell ideale Nutzung»

Die Erschliessung ist weiterhin nur über die bestehende Zufahrt im Süden des Areals möglich, nicht aber von nördlicher Seite her. Diesbezüglich stellte ein Anwohner die Frage, wie sich dies entwickeln würde, falls sich weitere Firmen ansiedeln? Beat Affolter antwortete, dass Verkaufsnutzungen nur im kleinen Rahmen erlaubt seien, zudem dürfe das Gewerbe nicht publikums- und fahrzeugintensiv sein. Die gewerbliche Nutzung beschränke sich auf Produkte, die im Steinbruch hergestellt würden – beispielsweise Stein oder Holz. «Einkaufszentrum oder Gartencenter kommen sicher nicht infrage», betonte Affolter.

Auch Planer Bernhard Straub erklärte: «Es sind zwar Erweiterungen möglich, aber grundsätzlich handelt es sich um eine Einschränkung der heutigen Situation.» Die überbaubare Fläche werde kleiner, gewisse Nutzungen werden ausgeschlossen. Zudem werde so oder so jedes Baugesuch separat geprüft, man könne also Einfluss nehmen.

Auf die Frage eines Anwohners, was mit der ansässigen Firma Bargetzi passiere, erklärte Affolter, dass diese selbstverständlich dort bleiben dürfe. Man wünsche sich das sogar, denn dies sei eigentlich die ideale Nutzung.

Nach der öffentlichen Mitwirkung wird das Projekt demnächst zur Vorprüfung beim Kanton eingereicht und schliesslich öffentlich aufgelegt.

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