Gerlafingen
Um das Gemeindewohl im Blick zu haben, wird gemeinsam ein Strategiepapier ausgearbeitet

Um Gerlafingen gezielt weiterentwickeln zu können, geht der neue Gemeinderat in Klausur.

Gundi Klemm
Merken
Drucken
Teilen
Gemeindeversammlung Gerlafingen.

Gemeindeversammlung Gerlafingen.

AZ

«Wir sind zwar politisch zusammengesetzt, aber parteipolitische Interessen dürfen bei uns im Rat nicht im Vordergrund stehen», erinnerte Philipp Heri, neuer Gerlafinger SP-Gemeindepräsident, sein Ratskollegium an die unbedingte Verpflichtung, zugunsten des Gemeinwohls zu wirken. In der Behandlung aller Geschäfte wolle er zu einer offenen, aber sachlichen Kommunikationskultur beitragen. «Wir alle in Rat, Kommissionen und Verwaltung sind aufeinander angewiesen, um unsere Gemeinde zu führen und weiterzuentwickeln», so Heri in seinen Eröffnungsworten zur Legislatur. Um diese Arbeit aktiv und gezielt wahrzunehmen, schlug er vor, gemeinsam ein Strategiepapier für die gemeinderätlichen Handlungsfelder zu erarbeiten. Nach ausführlicher Aussprache und etlichen Begriffsklärungen, was nun konkret darunter zu verstehen sei, entschied der Rat einstimmig, einen Klausurtag in einer geeigneten Lokalität im Dorf unter externer Moderation durchzuführen. Heri zeigte sich zuversichtlich, für diese Aufgabe eine geeignete Person mit viel kommunalem Know-how verpflichten zu können.

Um auch den Planungsprozess der Gerlafinger Schulen zu berücksichtigen, will der Rat auf Antrag von Regula Jordi seine Legislaturziele bis 2021 erst im zweiten Quartal 2018 verabschieden. Aus diesem Grundlagenpapier dürfe kein «Papiertiger» entstehen, sondern ein Wegweiser zu daraus ableitbaren Massnahmen. Belgin Gül (SP) sprach sich für eine Reduktion auf das Wesentliche aus, und nicht auf eine verwirrende Sammlung von 70 Zielen wie in der vorletzten und immerhin noch 50 zum Start der letzten Legislatur.

Bei der Vereidigung einiger Ratsmitglieder, das Gelöbnis der Mehrheit hatte bereits stattgefunden, machte Heri darauf aufmerksam, dass die Amtsführung aller Gewählten mit «Wissen, Gewissen und unter Wahrung der Geheimhaltung» zu erfolgen habe. Der 11-köpfige Rat versteht sich ohne individuelle Ressortzuteilung weiterhin als Parlament der Gemeinde.

Zustimmung zu Zivilschutz

Der Gemeinderat begrüsste die geplante Gründung der Bevölkerungs- und Zivilschutzorganisation Aare-Süd mit einer Einwohnerzahl von 57'000 Personen. Alle Sprecher erachteten diesen Zusammenschluss in Form eines Zweckverbandes als «Notwendigkeit». Für dessen Betrieb wird mit Jahreskosten von rund 14 statt wie bisher 17.80 Franken pro Einwohner gerechnet. Bewilligt wurden die zusätzlichen Kosten von 7647 Franken für den Aufbau der Organisation, die zu Jahresbeginn 2019 starten soll.

Einstimmig bestätigte der Rat die Wahl der unter Anwendung des Sitzproporzes nominierten Mitglieder der Gemeinderatskommission, die aus Gemeindepräsident Philipp Heri (SP), Thomas Wenger (SVP), Daniel Cramer (FDP), Fabian Jordi (SP) und Thomas Stulz (CVP) bestehen wird.

Ausserdem hat der Rat...

- mit Bruno Rätz, Christian Bieri und Thomas Wenger die Mitglieder der speziellen Baukommission «Rochade» zur Weiterführung ihres Amtes bis zum Projektende gewählt;

- von der kantonalen «Case-Management-Stelle» erfahren, dass jährlich bis zu drei Gerlafinger Einwohner von den dort angebotenen Eingliederungsmassnahmen in den Arbeitsmarkt profitieren;

- sich zur Jungbürgerfeier am 29. September einladen lassen. (gku)