Kammersrohr hat einen neuen Gemeindepräsidenten gefunden. Für die Ersatzwahl ins Gemeindepräsidium für den Rest der Amtsperiode 2014 bis 2017 hat sich der Landwirt Ueli Emch bis am Montag um 17 Uhr als einziger Kandidat gemeldet. Die Gemeindeordnung von Kammersrohr besagt, dass Ueli Emch in stiller Wahl gewählt ist, da sich nicht weitere Kandidatinnen oder Kandidaten gemeldet haben.

Der auf den 5. Juni angesetzte Wahlgang findet demnach nicht statt. Gegen diesen Entscheid kann bis zum dritten Tag nach Publikation der stillen Wahl Beschwerde beim Verwaltungsgericht eingereicht werden.

Gemeinderat Ueli Emch (1955) hat nach dem überraschenden Tod des bisherigen Amtsinhabers Terry Spillmann bereits als Gemeindepräsident ad interim geamtet. Die zehn Unterschriften, die für eine Kandidatur benötigt werden, musste der Gemeinderat nicht selber im kleinsten Dorf des Kantons unter den 33 Einwohnerinnen und Einwohnern einholen.

«Das wurde mir abgenommen», erklärt der frühere Kranzschwinger. Die Kür zum Gemeindepräsidenten sei nicht eine Ausmarchung unter Parteien. «Wir sind eine Einheit, wie eine Familie, die in einem solchen Fall zusammensteht.» Neben ihm wird weiterhin Urs Böhlen als Vizegemeindepräsident amten. Dritter Gemeinderat ist Lorenz Nussbaumer, der als Ersatzgemeinderat nachrutschte.

Der Landwirt, der neben der Kuhhaltung und dem Ackerbau auch einen Lohnbetrieb führt, will sich nun einarbeiten und in einem Jahr entscheiden, ob sich alles nebeneinander verträgt. «Für mich ist es ein grosser Aufwand, weil ich voll im Beruf stehe.» Auch eine Kleingemeinde gebe viel Arbeit. In Sachen Regierungsprogramm bleibt er zurückhaltend.

Zur Frage der Fusion mit einer der Nachbargemeinden erklärt Emch, dass man momentan den Weg der Eigenständigkeit weitergehen wolle. Mehr lässt er sich nicht entlocken. In den nächsten Monaten müsse die Wasserversorgung in der Gemeinde gesichert werden. Dazu würden Gespräche mit den Nachbargemeinden Hubersdorf und Günsberg geführt.