Derendingen
Überbauung beim Steinmattportal findet bei Gemeinde Anklang

Die Gemeinde Derendingen und Planer luden zur Mitwirkung am Gestaltungsplan Steinmattportal ein. Dieser wird nun noch vom Kanton geprüft. Die Bevölkerung scheint mit dem Projekt zufrieden zu sein, wie sich beim Anlass zeigte.

Marlene Sedlacek
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Architekt Stefan Sieboth malte ein Aquarell der geplanten Überbauung.

Architekt Stefan Sieboth malte ein Aquarell der geplanten Überbauung.

zvg

Mit den vorgelagerten Balkonen an den Fassaden zur Strasse hin und den durchgehenden Laubengängen gegen den Innenhof sieht die Überbauung Steinmattportal auf dem Gipsmodell der Gemeinde leicht futuristisch aus.

Sie fügt sich gut in die Ecke Steinmatt-/Hauptstrasse ein. Die Höhe des sechsgeschossigen Gebäudekomplexes überragt die umliegenden Gebäude nur zum Teil.

Die Sieboth Architektur GmbH als Projektleiter und die Abteilung Bau und Planung der Gemeinde haben die Öffentlichkeit zu einem Mitwirkungsverfahren eingeladen, um mit ihnen über den Gestaltungsplan zu diskutieren und ihre Bedenken entgegenzunehmen.

Das Projekt gefällt

Dem geringen Echo aus der Bevölkerung auf diese Einladung nach zu urteilen, scheint kein grosser Widerstand gegenüber dem Projekt zu erwarten sein. Die meisten Fragen und Besorgnisse betrafen nicht den Bau an und für sich, dieser schien allgemein zu gefallen.

Thema war vielmehr die Verkehrs- und Parkplatzsituation. Martin Laube von der Bäckerei Laube nebenan befürchtet, dass der Goodwill der Coop-Leitung eines Tages enden werde, nämlich das Parkieren der Kunden umliegender Geschäfte auf ihrem Platz zu tolerieren.

«Dem Gemeinderat ist es wichtig, dass es genügend Parkplätze für die im Sockelgeschoss geplanten Geschäfte hat», bekräftigte Roger Spichiger, Leiter Bau und Planung. Entlang der Steinmattstrasse seien vor dem ganzen Gebäudekomplex ausserhalb des Trottoirs Parkplätze geplant, erklärte er.

Zudem würde das Angebot an Abstellplätzen auch im Quartier erweitert. Eine andere Befürchtung war, dass durch die Ausfahrt aus der Tiefgarage gefährliche Situationen entstehen könnten.

Dem soll mit der Verengung der Steinmattstrasse entgegengewirkt werden. Auch die geplante Tempo-30-Zone auf allen Neben-, Sammel- und Quartierstrassen wird zur Verkehrssicherheit beitragen, ist Spichiger überzeugt.

Ein visuelles Zeichen setzen

«Wir möchten mit diesem Bau ein visuelles Zeichen setzen», sagte Stefan Sieboth vom Planungsbüro. Die Verkaufs- und Gewerbeflächen im Erdgeschoss und die Durchgänge zum offenen Innenhof sollen die Überbauung für Fussgänger erlebnisreich und attraktiv machen, strich er hervor.

Durch die von der Hauptstrasse zurückversetzte Fassade werde eine grosszügige Fussgängerzone geschaffen, die mit Bäumen und Parkbänken aufgewertet wird. Das Wohnungsangebot wird von 11⁄2- bis 41⁄2-Zimmer-Wohnungen reichen.

Damit soll eine durchmischte Bewohnerschaft angezogen werden. Die gute Lage mitten im Dorfzentrum böte auch ideale Wohnbedingungen für ältere Leute, hob Nicole Breiter vom Architekturbüro hervor.

Das Projekt ist ganz im Sinn des Gemeinderates, dessen Strategie lautet, das Zentrum zu verdichten. «Wo soll man sonst verdichtet bauen, wenn nicht an der Hauptstrasse?», fragte Roger Spichiger rhetorisch.

Bewilligung abwarten

Noch wird es eine Weile dauern, bis die ersten der rund 60 geplanten Wohnungen bezogen werden können. Momentan ist der Gestaltungsplan beim kantonalen Amt für Raumplanung zur Prüfung.

Für die definitive Bewilligung muss man mit neun Monaten bis zu einem Jahr rechnen, weiss Nicole Breiter aus Erfahrung. Der Bau wird in mehreren Etappen realisiert und weitere zwei Jahre dauern.

Seine endgültige Form wird das Gebäude jedoch erst in 15 bis 20 Jahren erhalten. Dann kann auch das letzte der bestehenden Gebäude abgerissen werden. Dieses wurde erst kürzlich umfassend saniert.

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