Gerlafingen
Über 200'000 Franken im Plus – «Hoffentlich wird das jetzt Trend»

Gerlafingens Gemeinderat verabschiedete den Jahreshaushalt 2017 mit einem Ertragsüberschuss von 204'000 Franken.

Gundi Klemm
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Die Gemeinde verbucht einen Überschuss von 200'000 Franken. (Archiv)

Die Gemeinde verbucht einen Überschuss von 200'000 Franken. (Archiv)

Keystone

Sehr zufrieden mit dem positiven Ergebnis in der Erfolgsrechnung zeigte sich Gemeindepräsident Philipp Heri. Er hoffe, dass sich dies nun zum «Trend für die nächsten Jahre» entwickle. Die beinahe ausgeglichene Rechnung bei Erträgen von 39,8 Mio. Franken und einem Ertragsüberschuss von 204'000 Franken sei vor allem Ergebnis der soliden Arbeit von Finanzverwaltung und involvierten Kommissionen.

Gemeindeverwalterin Katalin Kulcsar umriss Gerlafingens Rahmenbedingungen als Leitgemeinde im Schulwesen, im Zivilschutz, der Sozialregion Wasseramt-Süd, bei der Feuerwehr beider Gerlafingen und in der Regionalen Schiessanlage Bannholz. Das Steuersubstrat allerdings sei seit Jahren ein wunder Punkt, den Gerlafingen alljährlich mit Sparsamkeit bei allen Aufgaben zu überwinden suche. So minimierte die Verwaltung den Betriebsaufwand gegenüber dem Budget um mehr als eine halbe Million.

Die Verwalterin warnte, dass bei den fakturierten Steuern im Betrage von 10,5 Mio. Franken etliche Beträge als gefährdet einzustufen seien. Die jahrelang bestehende Schulraumnot konnte indes mit dem vollendeten Projekt Rochade endlich beseitigt werden. Die damit verbundenen Kosten führten zu einer Verschlechterung der Investitionsrechnung mit gesamthaften Ausgaben von 7,1 Mio. Franken bei Einnahmen von 1,1 Mio. Franken.

Verschuldung wächst

Die Nettoverschuldung nahm durch die Aufnahme von Fremdmitteln um 3,4 Mio. Franken zu. Die Pro-Kopf-Schuld beträgt 1676 Franken (659 Franken mehr als im Vorjahr). Immerhin aber verfüge Gerlafingen über ein Eigenkapital von 2,7 Mio. Franken und über Spezialfinanzierungen Abwasser, Wasser und Abfall mit Ertragsüberschüssen.

Gemeindevizepräsident Thomas Wenger freute sich zwar am guten Ergebnis, kritisierte aber die grosse Diskrepanz zum Budget, das mit einem Defizit von 1,1 Mio. Franken gerechnet hatte. «Wir müssen realistischer budgetieren.» Der Gemeinderat nahm Kenntnis von allen gebundenen und dringlichen Nachkrediten im Umfang von 2,5 Mio. Franken, wobei die Forderungsverluste bei Steuern rund 100'000 Franken ausmachen.

Der AEK-Deal

Schon im November 2017 hatte sich der Gemeinderat mit der neuen Lage beim Stromversorger AEK beschäftigt. Im Kreis der übrigen AEK-Partnergemeinden, die 40 Prozent der AEK-Kundschaft abdecken, fand eine intensive Diskussion über die angekündigte Erhöhung der Strompreise statt, und ob dieser mit Vertragskündigung oder Neuverhandlung begegnet werden solle.

Gestützt auf eine externe Beratung und den einstimmigen Antrag der Gemeinderatskommission schlug Heri dem Plenum vor, den Vertrag nicht zu kündigen, sondern die ausgehandelten verbesserten Bedingungen anzunehmen. Sie umfassen die Pachtzinsentschädigung von rund einer halben Mio. Franken plus einen Synergiezuschlag oder «Mehrpachtzuschlag» von 0.8 Rp./kWh aufsummiert auf 115'800 Franken. Einstimmig sprach sich der Gemeinderat für die Fortsetzung des Vertrages aus, weil der Aufwand von Neuausschreibung und Wechsel zum neuen Anbieter zum möglichen Ertrag als zu gering eingestuft wurde.

An der kommenden Gemeindeversammlung wird der Souverän entscheiden, ob er die 0.8 Rappen pro verbrauchte Kilowattstunde der Gemeindekasse überlassen möchte.

Pavillon Gländ

Soll die Gemeinde angesichts ihrer Finanzlage den Schulpavillon Gländ behalten und weiternutzen? Mit 9 Ja-Stimmen bei 2 Enthaltungen sah dies der Rat positiv. Denn der Elternclub Gerlafingen möchte in einem Raum seine Spielgruppe unterbringen. Der Verein ist damit einverstanden, dass die bisher jährlichen Gemeindebeiträge von 5000 Franken entfallen und will sich um Spenden bemühen.

Für das zweite Zimmer wird nach dem Rückzug der Jugendkommission per Inserat ein Mieter gesucht, der mit der Spielgruppe «kompatibel» ist. Die Schule kann einen Raum «auf Zusehen hin» benutzen. Laut Bauverwalter Ewald Kaiser sind für den dauerhaften Betrieb des Pavillons Gländ noch Investitionen für eine Wärmepumpen-Heizung, für Anschlussgebühren, Instandhaltung und Unvorhergesehenes nötig. «Wir sollten besorgt sein, dass die Mietkosten die Ausgaben tragen,» meinte Fabian Jordi pragmatisch.

Gleichzeitig werden Interessenten eingeladen, den rund 30 Jahre alten Schul-Pavillon im Oberfeldpark abzubauen und als Eigentum zu übernehmen.