Abschied
«Tschüss zäme und machets guet» : Der Verein Mittagstisch Langendorf löst sich nach 13 Jahren auf

Der Verein Mittagstisch in Langendorf hat sich aufgelöst. Präsident Claudio Maselli zieht ein positives Fazit.

Fabio Vonarburg
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Vittoria di Nicolantonio und Karin Maselli (von links) haben bis zu den Sommerferien die Kinder am Mittagstisch betreut.

Vittoria di Nicolantonio und Karin Maselli (von links) haben bis zu den Sommerferien die Kinder am Mittagstisch betreut.

zvg

«Tschüss zäme und machets guet», steht auf der Tasse, die jedes Kind bekommen hat, welches im letzten Schuljahr zu den Stammgästen am Mittagstisch in Langendorf gehört hat. «Eigentlich wollten wir zum Abschluss einen Spielnachmittag organisieren, doch wegen Corona war dies dann doch nicht möglich», bedauert Claudio Maselli, der den Verein Mittagstisch Langendorf die letzten vier Jahre geführt hat und der als letzter Präsident in die Annalen eingehen wird.

Ende September hat der Verein Mittagstisch die Auflösung beschlossen, da seit Anfang Schuljahr die Gemeinde Langendorf die schulergänzenden Tagesstrukturen im Dorf führt und damit nun auch die Schulkinder über den Mittag verköstigt. Für den Verein Mittagstisch ist die Neuorganisation das logische Aus – nach 13 Jahren. «Die Betreuerinnen bedauern das Ende am meisten», betont Claudio Maselli.

In den letzten Jahren waren es vor allem Vittoria di Nicolantonio und Karin Maselli, die die Kinder jeweils am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag über Mittag betreut und teils auch selber bekocht haben. Dementsprechend sind zu einigen Kindern auch enge Bindungen entstanden. Im vergangenen Schuljahr war der Mittagstisch an 117 Tagen geöffnet und es wurden insgesamt 1096 Mahlzeiten ausgegeben. «Die Spitzentage waren seit Beginn jeweils der Dienstag und der Donnerstag mit teilweise bis zu 24 Kinder», gibt Claudio Maselli Auskunft.

Der Verein Mittagstisch war ein Erfolg

Die Türen des Mittagstisches in Langendorf öffneten sich erstmals im 2007, nachdem eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern des Konfetti-Vereins die Initiative ergriffen hatten. «Ohne diese Idealisten hätte es den Mittagstisch niemals gegeben», sagt Claudio Maselli, der auch die wichtige Rolle der Gemeinde betont.

Letztere hat das Projekt von Anfang an finanziell unterstützt. Für den Verein war es in den letzten Jahren nicht immer einfach. Teils gestaltete sich die Suche nach neuen Vorstandsmitgliedern schwierig, zudem hatte man mit den schwankenden Zahlen an zu betreuenden Kinder zu kämpfen, was die Finanzierung erschwerte. Trotz schwieriger Zeiten, Maselli hält fest: «Der Verein Mittagstisch war ein Erfolg.»

Dass das Angebot Mittagstisch nun neu an die Einwohnergemeinde angegliedert ist, begrüsst Maselli. Spricht von einem wichtigen Schritt, vor allem in Bezug auf die Anerkennung des Mittagstisches als Institution. Er bedauert aber, dass der Verein Mittagstisch nur am Rande mit einbezogen wurde. «Wir hätten uns gewünscht, dass wir gemeinsam eine Lösung für unsere Betreuerinnen gefunden hätten», sagt Maselli. «Einige Eltern haben erst spät realisiert, dass ihre Kinder jetzt nicht mehr Vittoria di Nicolantonio und Karin Maselli beim Mittagessen antreffen werden.»