Ganz freiwillig erfolgt die Erweiterung des Produktionsbetriebes nicht. Die Isolation der beiden grossen Milchtanks, in denen die Rohmilch gelagert wird, wurden seinerzeit falsch berechnet. «Die Isolation war zu dünn, und dies wurde von den Kontrolleuren der EU, die wiederum den Kantonschemiker kontrollieren, beanstandet.»

Zuerst sollten die Tanks ersetzt werden. «Damit hätten wir uns aber selbst alle Erweiterungsmöglichkeiten genommen. Darum haben wir beschlossen, das Gebäude zu erweitern und die neuen Tanks aufs Dach zu setzen», so Geschäftsführer Andreas Lanz. Weil die Erweiterung gegen die Landwirtschaftszone hin geplant ist, musste ein Gestaltungsplan erarbeitet werden.

Neue Joghurtabfüllanlage

Die Erweiterung wird auf der einen Seite 29 Meter lang und sechs Meter breit, auf der anderen Seite werden 26 mal 4 Meter angebaut. So wird es möglich eine zusätzliche leistungsfähige Joghurtabfüllanlage und mehrere Joghurtreifetanks zu platzieren sowie zusätzlichen Freiraum für die Produktion zu schaffen. «Damit die Betriebsabläufe weiterhin logisch bleiben, muss die Erweiterung zwingend gegen die Landwirtschaftszone hin passieren.»

Weil nicht nur für das eigentlich Baugesuch, sondern auch für den Gestaltungsplan profiliert wurde, stehen zurzeit ziemlich viele hohe Pfosten rund um die Molkerei. «Es verwirrt etwas, dass auch beim Laden Profile stehen», so Lanz. «Dort wird vorderhand nicht gebaut. Hier wird aber mit dem Gestaltungsplan bereits definiert, dass ein späterer Ausbau erfolgen kann.» Ideen seien vorhanden, so Lanz. Aber noch nicht spruchreif.

In der Region verankert

Die Molkerei Lanz AG ist in der Region verankert. 52 Angestellte arbeiten im Betrieb, in rund 40 Vollzeitstellen. Andreas Lanz ist stolz darauf, dass die Milchbauern, die die Molkerei beliefern, einen im Vergleich hohen Milchpreis erhalten. Die Produkte der Firma werden in der Grossregion Biel bis Olten, in der Stadt Bern und in Basel verkauft. Ein wichtiger Abnehmer sei zudem die Migros. Aber auch im Spital- und Heimbereich ist die Molkerei gut vertreten.

Zurzeit erlebt Lanz aber einen Umbruch in der Kundschaft. «Die Detailhändler, mit denen wir früher zusammengearbeitet haben, sterben aus. Die Läden gehen zu oder werden übernommen», so Lanz. Aus diesem Grund sei es wichtig, auch mit grösseren Partnern zusammenzuarbeiten. Lanz ist zudem immer bereit, neue Produkte zu entwickeln.