Die Firma Moser Maschinen und Immobilien AG erringt gegen die Gemeinde Gerlafingen einen Teilsieg. Zumindest teilweise heisst der Regierungsrat Mosers Beschwerde gegen die Planungszone Zielmatten gut. Bloss: Kaufen lässt sich von diesem Beschluss nichts. Im Gegenteil. Das Unternehmen befürchtet einen Millionenschaden, weil der geplante Gewerbepark nicht gebaut werden kann.

2007 und 2008 kaufte die Firma Land in der Nähe des Grütt-Kreisels. Die Parzellen wurden für eine Million Franken erschlossen, die Überbauung anschliessend aber vertagt. In der Folge kaufte die Firma von den SBB vier Werkhallen, die auf der Baustelle des Gotthard-Basistunnels verwendet worden waren.

Die Stahlträger sollten an der Grütt- und an der Ulmenstrasse aufgebaut werden. Dafür wurden die Hallen sandgestrahlt. Kauf, Demontage, Sandstrahlung sowie die Lagerung in Wiler bei Utzenstorf waren für die Firma ebenfalls teuer. Doch der Plan, die Hallen an Gewerbebetriebe weiterzuvermieten, rechtfertigte offenbar die Investitionen.

Kaum mehr Bauland im Dorf

Statt eines Gewerbeparks bevorzugt der Gemeinderat eine Mischung aus Gewerbe und Wohnungen oder sogar eine reine Wohnzone. Nicht infrage kommen Lager- und Logistikbetriebe oder gar ein Baumarkt, der viel Verkehr ins Quartier brächte. Solches hatte Moser auch gar nicht beabsichtigt. Viel eher würden kleine und mittelgrosse Unternehmen in der Region verzweifelt nach Gewerbeflächen suchen. Das Areal sei gerade wegen des nahen Autobahnanschlusses sehr begehrt. Wohnungen dagegen seien im Überfluss vorhanden.

Gerade im Kanton Solothurn sie die Leerwohnungsziffer vergleichsweise hoch, was sich durch die geplanten Überbauungen in der näheren Umgebung noch akzentuieren werde. Zudem würden Wohnungen neben dem produzierenden Gewerbe zu Konflikten wegen Lärm führen. Doch die Einsprache von Moser gegen die Planungszone war vor dem Gemeinderat chancenlos. Dagegen erhob die Firma vor dem Regierungsrat Beschwerde.

Im Frühling 2017 fand schliesslich ein Augenschein statt. Dabei kam das Amt für Raumplanung zum Schluss, dass Wohnungen in den Zielmatten durchaus denkbar seien. Erst recht, weil das Gebiet auf drei Seiten von Wohnblöcken umgeben ist. Und schliesslich sei die hohe Leerwohnungsziffer im Kanton nicht ausschlaggebend. Primär entscheidend sei die Situation in Gerlafingen, und dort ist fast die gesamte Wohnzone überbaut.

Teilweise gutgeheissen

Zumindest in einem Punkt kommt der Regierungsrat der Firma Moser entgegen und heisst die Beschwerde gut. Wollte der Gemeinderat die Planungszone für fünf Jahre erlassen, stuft die Regierung diese nun auf drei Jahre zurück. «Angesichts der in Arbeit stehenden Totalrevision der Ortsplanung erweist sich die verfügte Dauer von fünf Jahren als unverhältnismässig», so die Regierung. Ob die Gemeinde Gerlafingen den Entscheid akzeptiert, war gestern nicht zu erfahren. Doch was bedeutet dies für Moser Maschinen und Immobilien? Man sei in Absprache mit der Anwaltskanzlei, heisst es bei der Firma. Eine Information wird im August in Aussicht gestellt.