Nennigkofen
Trotz Fehlversuchen: Die neue Aare-Fähre ist getauft

Heute können Besucher wieder die Fähre zum Aare-Inseli von Familie Antener besteigen. Denn nach einigen Hürden wurde das Wasserfahrzeug von Fähre-Gotte Esther Gassler seiner Bestimmung übergeben.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Taufe für die Aare-Fähre in Nennigkofen
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Regierungsrätin Esther Gassler fungierte als Taufpatin der neuen Aarefähre
Fähre-Importeur und Fachmann Theodor Weber, Simon und Verena Antener und der Altherr der Odd Fellows, Richard Mühlemann, genannt Fähri-Richu
Regierungsrätin Esther Gassler fungierte als Taufpatin der neuen Aarefähre
Taufe Aarefähre Inseli Nennigkofen
Taufe Aarefähre Inseli Nennigkofen
Taufe Aarefähre Inseli Nennigkofen
Taufe Aarefähre Inseli Nennigkofen
Taufe Aarefähre Inseli Nennigkofen
Taufe Aarefähre Inseli Nennigkofen
Taufe Aarefähre Inseli Nennigkofen
Taufe Aarefähre Inseli Nennigkofen
Taufe Aarefähre Inseli Nennigkofen
Taufe Aarefähre Inseli Nennigkofen
Taufe Aarefähre Inseli Nennigkofen
Taufe Aarefähre Inseli Nennigkofen
Taufe Aarefähre Inseli Nennigkofen
Taufe Aarefähre Inseli Nennigkofen
Taufe Aarefähre Inseli Nennigkofen
Taufe Aarefähre Inseli Nennigkofen
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Taufe Aarefähre Inseli Nennigkofen
Taufe Aarefähre Inseli Nennigkofen
Taufe Aarefähre Inseli Nennigkofen

Taufe für die Aare-Fähre in Nennigkofen

Thomas Ulrich

Was lange währt, wird endlich gut. Sprüche in dieser Art kommen einem in den Sinn, steht man jetzt endlich in Nennigkofen-Lüsslingen am Aareufer vor der neuen Aarfähre, beobachtet, wie Leute die neue Fähre unter Anleitung von Fähri-Mann Simon Antener besteigen und sie dann gefahrlos und nur mittels Muskel- und Wasserkraft ans andere Ufer zum Inseli fahren. Dies geschah gestern Vormittag, nachdem Regierungsrätin und Volkswirtschaftsdirektorin Esther Gassler, zur Fähre-Gotte ernannt, das neue Wassertransportmittel auf den Namen «Odd Fellow» getauft hatte.

In 18 Monaten zur betriebsbewilligten Fähre

Kurz nach Weihnachten 2013 erhielt die Bauernfamilie Antener dicke Post von der Polizei: Ab sofort sei der Transport von Passagieren mit der Fähre untersagt. Die Familie sah sich in ihrer Existenz bedroht. Nach Medienberichten schlägt Anteners eine beispiellose Welle der Solidarität entgegen. Eine Facebook-Gruppe gründet sich, die Gemeinde Nennigkofen-Lüsslingen richtet ein Spendenkonto ein. Die Odd Fellows, ein Service-Club, spenden 80 000 Franken. Damit und dank weiterer Spenden kann die Familie in Holland eine neue Fähre bestellen, die insgesamt rund 170 000 Franken kostet. Diese wird im Juli 2014 angeliefert. Doch die geplante Fähren-Taufe im Herbst 2014 fällt ins Wasser: Regierungsrätin Esther Gassler will nach anfänglicher Zusage vorerst nicht «Fähri-Gotte» werden – weil noch immer nicht alle notwendigen Bewilligungen vorliegen und weil Bauer Antener eine theoretische Fahrprüfung fehlt. Inzwischen hat Simon Antener die Prüfung bestanden, und sämtliche Bewilligungen für den Betrieb der Fähre liegen vor. Der Taufe lag nun nichts mehr im Weg. (frb)

Es war dann an Volkswirtschaftsdirektorin und Patin Esther Gassler, ein paar Worte an die Festgemeinde zu richten. Sie sei sehr stolz und glücklich, Gotte zu sein, betonte sie. «Besonders, weil Fähre-Taufen doch sehr selten vorkommen, besonders im Kanton Solothurn.» Zudem sei sie als Volkswirtschaftsdirektorin, die ja auch für die Landwirtschaft zuständig sei, geradezu prädestiniert für dieses Amt. «Bei der Fähre handelt es sich ja im weitesten Sinn um eine Hofzufahrt und das fällt in meinen Bereich.» Froh sei sie, dass nach einigem Hin und Her nun auch rechtlich alles in Ordnung sei, «denn als Regierungsrätin darf ich keine ‹Sans-Papiers› taufen». Die Aareinsel sei ein spezielles Bijou, ein Paradies, welches nun wieder für alle zugänglich sei. Sie dankte allen Beteiligten, die bei dieser speziellen Situation auch mit speziellen Lösungen mitgeholfen haben.

Dann war es so weit: Der eigentliche Taufakt – Champagnerflasche trifft auch Schiffswand und zerschmettert spektakulär – wurde angekündigt. Gassler schmiss die Flasche gegen die Fähre und sprach: «Ich taufe dich auf den Namen ‹Odd Fellow› – doch diese hielt stand. Ein zweiter Versuch also. Wieder nichts. Ein dritter – nochmals erfolglos. Da nahm der Altherr der Odd Fellows, Richard Mühlemann, die Sache beherzt in die Hand und zerschmetterte die Flasche ohne grosses Tamtam an einer Fähre-Kante. Geschafft! «Wie symbolträchtig», ist man versucht zu sagen. Bekam doch das «Fähre-Wunder» auch erst Oberwasser, als Mühlemann mit seiner Loge mit Finanzen und viel Organisationstalent die Sache in die Hand nahm. Simon Antener dankte dann allen, für die vielfältigen Unterstützungen, auch die vielen kleinen Spenden, die ihnen geholfen hätten.

In drei Etappen, jeweils zu etwa vierzig Personen, wurden dann die Gäste aufs Inseli geführt. Dort gab es Speis und Trank, geboten von Familie Antener. Esther Gassler meinte im Gespräch dann nochmals: «Für mich war immer klar, dass ich Fähre-Gotte werden will. Einfach erst, wenn die rechtlichen Bedingungen erfüllt sind. Meine Zusage hat immer gegolten.»

Verena Antener unterstrich in einer Pause vom Risotto-Schöpfen: «Ich war in den vergangenen Tagen so kaputt, dass ich keine Probleme hatte, gut zu schlafen. Es soll auch nach der neuen Fähre weitergehen mit unserem Betrieb. Unsere Tochter Kathrin und unser Sohn Adrian möchten den Hof, mit den zusätzlichen Schwerpunkten Gastronomie und Obstbau, übernehmen. Speziell für die Gastronomie laufen schon entsprechende Gesuche. Doch wir wissen und haben erfahren: In Naturschutzgebiet, Uferschutzzone, Juraschutzzone und Grenchner Witi – unter all diesen Auflagen leben wir hier – ist es nicht so einfach, etwas Neues zu realisieren.»