Kriegstetten

Trotz des Mottos vom Winterkonzert war hier gar niemand ziellos

Die Tubisten – solo und kraftvoll swingend.

Die Tubisten – solo und kraftvoll swingend.

Mit einem ganz auf Unterhaltung ausgerichteten Programm schloss die Vereinsmusik unter der Direktion von Hans Burkhalter ihr Vereinsjahr mit dem Winterkonzert ab.

Aus diesem Grund wählte die Vereinsmusik für ihren Auftritt nicht die Uniform, sondern ein einheitliches Schwarz als Konzerttenü. Dabei wurde rasch klar, dass das Konzertmotto ja nicht etwa als Ziellos, sondern eben dem Sinn nach eigentlich als «Ziel, also los» verstanden werden durfte.

Dazu wäre schon ein gewöhnlicher Eröffnungsmarsch etwas gar konventionell. Es sind doch in den letzten Jahren einige neue Eröffnungsmelodien entstanden. Eine davon hat Marc Jeanbourquin 2009 als Erkennungsmelodie für das von ihm geleitete Brass Ensemble Azimut Brass geschrieben.

Gleichzeitig erkannte er den Bedarf an solchen Kompositionen und stellte sie für alle gängigen Blasmusikbesetzungen arrangiert als «Jazzimut» in den Handel. Damit gewann die Vereinsmusik nicht nur einen gefälligen Einstieg, sondern gleichzeitig auch den Anfang des sprichwörtlichen roten Fadens zu ihrem Hauptwerk.

Auch das wurde 2011 von Jeanbourquin ursprünglich für die Azimut Brass geschrieben. Genau dieses «Dublin Picture» hat die Vereinsmusik als Selbstwahlstück für das Eidgenössische Musikfest im nächsten Jahr gewählt.

Es ist ein sehr gefälliges Stück beispielsweise mit einer geschmeidigen Waldhornpassage. Es bietet aber auch mehrere Soli, etwa für Flöte und Klarinette. Quasi als Startrampe zu diesem anspruchsvollen Werk nutzte die Vereinsmusik von John Farr komponierte Musik aus dem Film «Grease».

Danach reichten die Kräfte gerade noch, um vor der Pause die strahlenden Blautöne so transparent und hell darzustellen, wie sich das Alan Fernie in seinem «Stal Himmel» wohl vorgestellt haben mag.

Viele Soloauftritte

Wieder erstarkt vermochte die Vereinsmusik die vornehme Eleganz in «Bravissimo» des jungen Japaners Naoy Wada voll zur Geltung zu bringen. Das Klarinettenregister nutzte das Konzert, um zwei eigene Beiträge zum Jahr der Klarinette auf die Bühne zu bringen. Arrangiert für reine Klarinettenbesetzung spielte es zunächst den brasilianischen Volkssong «Tico Tico».

Den ursprünglich von George Gershwin stammenden Jazz-Klassiker «Oh lady be good» setzte es sogar mit einer zusätzlichen Bassklarinette ein. Als ganz starkes Register erwiesen sich die Tubisten. Auch sie erhielten einen eigenen Auftritt.

Sie liessen ihre Tubas kraftvoll swingen, genau wie das Martin Scherbacher in seiner Komposition «Let the Tubas Swing» verlangte. Danach fühlten sich die Posaunisten herausgefordert. Dass auch sie imposant auftreten können, bewiesen sie mit Marcel Saurers Posaunen-Trio «Blessed Bones».

Das Vereinskollektiv kam aber mit dem Schlusstanz des Films «Dirty Dancing» aber auch nochmals auf Touren, bevor es mit der «Air Force One» von Darrol Barry nur musikalisch abhob. Zu mehr als zwei Zugaben war die Vereinsmusik nicht bereit.

Dass dem Publikum «Happy» von Pharrell Williams nicht reichen würde, ahnte man. Deshalb hatte man sich noch «A Soldier’s Swing» von Mike Sutherland zurechtgelegt.

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