Buchegg

Trägerverein des Blumenhauses Buchegg ändert den Zweck

Francine Jordi besichtigte im März 2015 die Werkstatt des Blumenhauses Buchegg.

Francine Jordi besichtigte im März 2015 die Werkstatt des Blumenhauses Buchegg.

Der bestehende Mitgliederverein des Blumenhauses Buchegg soll in einen neuen Verein «Freunde des Blumenhauses» überführt werden.

«Unser 74 Mitglieder zählende Verein hat seine eigentliche Funktion als Trägerschaft der Institution Blumenhaus verloren», fasste Markus Jordi, Präsident des Vereins Blumenhaus Buchegg, die neuen Herausforderungen zusammen.

Man habe sich juristisch beraten lassen und die von Vorstandsfrau Barbara Streit getroffene Empfehlung lautet, statt AG, GmbH oder Stiftung beim Vereinsmodell zu bleiben, um weiterhin eine Haftung für Mitglieder auszuschliessen und einen grösseren Kreis aus dem bestehenden Patronatskomitee und von Gönnern anzusprechen. In dieser künftigen Vereinigung würden alle statutarischen Geschäfte entfallen. Geplant ist, dass der bisherige Verein zum operativ tätigen Führungskomitee schrumpft, das sich aus den jetzigen Vorstandsmitgliedern zusammensetzt.

Laut Jordi sollte die neue Organisation und Struktur zu Jahresbeginn 2016 starten. Im Sommer 2016 soll das 27-plätzige, neue Wohnheim, das im Rohbau bereits fertig steht, eröffnet werden. Dafür wurden 14 000 Ziegel an Sponsoren verkauft. Und der Spendentopf ist mit 5,57 Mio. Franken erfreulich gefüllt. «Mit diesem Geld sind wir unabhängig und zukunftsfähig.»

Im Rahmen der Baukosten-Vorgaben sei das Blumenhaus gut unterwegs und habe bis jetzt Arbeitsvergaben in Höhe von 7,9 Mio. Franken vorgenommen, erläuterte Institutionsleiter Roger Schnellmann. Bis zum Betriebsbeginn im neuen Wohnheim allerdings ist noch eine Fülle von Aufgaben zu lösen. Um den neuen Anforderungen durch mehr Bewohner zu entsprechen, muss die Wäscherei mit einem Anbau erweitert werden, das Hallenbad saniert und der neue Parkplatz in seine definierte Form gebracht werden. Das geschieht im kommenden Herbst.

Neue Kräfte am Werk

Der Fundraising-Beauftragten Maria Wüthrich, welche die Institution bereits verlassen hat, wurde herzlich für ihren erfolgreichen Einsatz gedankt. Ihre Nachfolgerin heisst Susanne Horisberger. Mit Bedauern musste die Versammlung auch von der Demission von Vizepräsident Hansruedi Wüthrich Kenntnis nehmen. «Wir waren ein Dreamteam», schilderte Jordi die intensive Zusammenarbeit seit 2007. Als neuen Vizepräsidenten wählte die Versammlung Kurt Flückiger (Bellach), der über langjährige Erfahrung im Banken- und Rechnungswesen verfügt.

Aus der Institution stellten sich neue Führungskräfte vor. Martin Rubin sprach über das erste Jahr seiner Tätigkeit als Leiter von Wohnheim und Tagesstätte mit total 37 Plätzen, dem die Teilhabe der Bewohnenden an allen Prozessen ein besonderes Anliegen ist. Schul- und Therapieleiterin Katja Rothenbühler berichtete von motivierten Kindern, von Theater- und Projektwoche und interner Weiterbildung für Mehrfachproblematiken im Kinderbereich.

Neu an Bord ist auch Corinne Jäggi, die das Internat seit September 2014 leitet. «Es herrscht ein guter Geist bei uns», beurteilte die Sozialpädagogin die Zusammenarbeit, in der sie die Mitwirkung der Eltern besonders stärken möchte. Strahlend erteilte Christian Oppliger als Bereichsleiter Werkstatt mit 25 geschützten Arbeitsplätzen Auskunft über das vergangene Arbeitsjahr, das trotz kürzlichem Frankenschock für sehr gute Auslastung gesorgt hatte.

Ob das trotz der modernen technischen Ausrüstung weiterhin so bleibt, bereite ihm doch im Hinblick auf die angespannte Wirtschaftslage einige Sorge. Zum erarbeiteten Gewinn der Institutions-Kostenträger von 1 Mio. Franken (Betriebserträge 16.8 Mio. Franken) hatten vor allem die Werkstatt und der gesamte Kinderbereich beigetragen. «Unser Blumenhaus steht gut da, auch wenn wir im Erwachsenenbereich keine positiven Zahlen erwirtschaften konnten», betonte Schnellmann. Deshalb müsse mit dem Kanton verhandelt werden, da die Lohnkosten deutlich gestiegen seien.

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