Im Mittelland sollen Feuchtgebiete wieder renaturiert, Fliessgewässer ausgedolt und Tümpel und Teiche neu angelegt werden. Dies sind Umweltziele, die vonseiten des Bundes im Jahr 2013 formuliert wurden. Die Renaturierung des Aeschimooses liegt damit genau im Trend. Allerdings laufen schon seit mehreren Jahren Bestrebungen, das Gebiet ökologisch aufzuwerten.

Erst am Montag aber erfolgte der offizielle Baustart für ein Projekt, das von den kantonalen Behörden in Auftrag gegeben wurde und auf Staatsland umgesetzt wird. Projektleiter Jonas Lüthy (Amt für Raumplanung) freute sich, dass es endlich so weit ist. «Es dauert sieben Jahre, bis das Baugesuch genehmigt wurde. Ein Kind, würde jetzt zur Schule gehen.» Dass es so lange ging, bis alle Planungen abgeschlossen waren, sei aber auch die Stärke des Projektes. «Es stehen jetzt alle dahinter.»

Das Gebiet Aeschimoos auf der Karte.

Das Gebiet Aeschimoos auf der Karte.

Kartoffeln angebaut

Das Aeschimoos wurde in der Anbauschlacht in den Jahren 1942 bis 1943 trocken gelegt. Danach konnten Kartoffeln angebaut werden. «Im dunklen Torfboden gediehen diese gut», weiss Lüthy. Gleichzeitig begann sich die Torfschicht aber zu zersetzen, und dann schlug die Natur zurück. Das Gelände senkte sich teilweise bis zu einem Meter ab, der Torfkörper überdeckte die darunter liegende unfruchtbare Seekreide kaum mehr, und irgendwann wurde der Ackerbau eingestellt. Eine weitere Folge war der grosse Verlust in der standortheimischen Artenvielfalt. Libellenarten, Brutvögel und diverse Pflanzenarten sind verschwunden.

Bereits 1992 wurde im Erlenschachen, gleich neben dem Aeschimoos, ein Waldreservat ausgeschieden, das seither nicht mehr bewirtschaftet wird. Im Jahr 1999 haben die Bürgergemeinde Aeschi und der Kanton alle seenahen Parzellen und Ackerland miteinander abgetauscht. Seither wird das Staatsland als ungedüngtes Wiesland genutzt.

Jonas Lüthy, Projektleiter und Wissenschaftlicher Mitarbeiter, erklärt, was das Torf im Aeschimoos bewirkt.

Jonas Lüthy, Projektleiter und Wissenschaftlicher Mitarbeiter, erklärt, was das Torf im Aeschimoos bewirkt.

Auch der Burgseeverein setzt sich gemeinsam mit der Abteilung Natur und Landschaft für die Förderung der Artenvielfalt ein. So wurden am Seeufer Bäume gefällt und Sträucher ausgerissen, damit die Zwergdommel wieder Röhricht vorfindet, in dem sie brüten kann. Am Weissensteinkanal konnten dank einem angepassten Unterhalt wieder seltene Schmetterlingsarten gefördert werden und in den extensiv bewirtschafteten Wiesen kommen seltene Pflanzenarten vor.

Der Burgseeverein war es denn auch, der im Jahr 2009 einen Vorschlag zur weiteren ökologischen Aufwertung im Aeschimoos machte. Erst 2011 konnten sich aber alle involvierten Parteien auf ein gemeinsames Ziel einigen. Klar wurde, dass der Abbau des Torfkörpers und das weitere Absenken des Terrains verhindert werden sollen. Konkret werden auf dem Staatsland Drainagen aufgehoben, Land gezielt vernässt und damit die Zersetzung des Torfkörpers gestoppt.

Das Gebiet verbleibt weiterhin in der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Die Verantwortlichen hoffen, dass die Bauarbeiten in zwei Monaten abgeschlossen sind. Der Terminplan wird dabei vom Wetter beeinflusst. Der Boden muss trocken sein, damit er mit den Baumaschinen befahren werden kann.

Drohnenvideo über Aeschimoos

Drohnenflug über das Aeschimoos