Zwar waren rund 100 interessierte Einwohner in der Biberena, aber die vordersten Stuhlreihen im Saal blieben definitiv frei und als der Fragreigen eröffnet wurde, blieb es zuerst einfach nur ruhig.

Vorerst gab Blaser aber Informationen zum vorliegenden Vertrag und zur Vernehmlassung, die bis Ende Mai läuft. «Ich bin froh, dass es jetzt endlich richtig losgeht und wir etwas Handfestes zeigen können», meinte er. Er zeigte sich überzeugt, dass mit der Fusion zusammenwachse, was zusammengehöre. Zudem seien die Gemeinden gemeinsam noch stärker, als jede einzeln. Speziell betonte Blaser, dass die Gemeindeversammlung – wie das immer wieder gewünscht wurde – bestehen bleibe.

Vereine sind in Biberist wichtig

Fragen gab es dann beispielsweise zur Benützung der neuen Mehrfachhalle und zu den Turnhallen, die in Biberist heute für die Vereine gratis sind. In Solothurn werden Hallengebühren verlangt. Was denn nach der Übergangsfrist von vier Jahren sei. Ob man dann im Dorfteil Biberist zahlen müsse? Dies sei etwas, das der neue Gemeinderat entscheiden müsse, so Blaser. Und im neuen Gemeinderat könnten die Regionsgemeinden durchaus die Mehrheit haben. Denn Solothurn trage nur rund ein Drittel der Einwohner bei, sollten alle fünf Gemeinden fusionieren. «Alle Ortsteile sind gefordert, genügend Gemeinderats- und Kommissionsmitglieder zu portieren.»

Ob es denn überhaupt ein Themenfeld gebe, das sich nur mit einer Fusion und nicht einfach mit Zusammenarbeitsverträgen lösen lasse, wollte einer der Anwesenden wissen. «Die Raumplanung», meinte Blaser. Diese würde wesentlich einfacher. Projektleiter Stephan Käppeli (Fachhochschule Luzern) versuchte nochmals zu erklären, dass die Gemeindegrenzen, wie sie heute gezogen sind, nicht mit dem Verhalten der Menschen übereinstimmen würden. «Sie haben keine Bedeutung mehr.» Zudem müssten immer mehr Aufgaben gemeinsam gelöst werden. Die Frage sei für ihn nicht, ob es die Fusion brauche, um Probleme zu lösen. «Vielmehr sollten wir uns fragen, können wir Themen mit der Fusion gemeinsam noch besser angehen, als jeder für sich heute.»

«Das ist etwas mutlos»

Zwar habe man mit dem Vertrag, so wie er vorliege, erste Antworten. Aber die heissen Eisen habe man nicht angepackt, meinte Konrad Imbach. «Dass das Thema Polizei einfach ausgeklammert und dem neuen Gemeinderat übergeben wird, ist etwas mutlos.» Und in Anspielung auf den immer wieder gehörten Satz, dass Fusionieren wie Heiraten sei, meinte Imbach: «Im Konkubinat leben ist heute ebenso modern.»

Bruno Studer ging ebenfalls auf das Heiraten ein. «Fusionieren ist nicht wie heiraten. Als wir heirateten, wussten wir, wie manche Braut wir nach Hause bringen.» Dass eine Fusion auch mit zwei oder drei Partnern statt der Top 5 möglich sei und man das im Voraus nicht wisse, befremde ihn.

Auch der Steuerfuss war mehrmals ein Thema. «Dass er sinkt, wenn wir fusionieren, ist kein Argument», fand Bruno Bernhard. Bedenken gab es aus der Mitte der Zuhörer auch zum Thema Wasserstadt. «Finanzieren wir bei einer Realisierung nicht alle diese Altlasten mit?»