Der SP Luterbach will dem Trauerspiel beim Bahnhof nicht mehr zusehen. Sie reicht an der Gemeindeversammlung eine Motion zur Aufwertung des Bahnhofs Luterbach ein. Der Gemeinderat soll weiterhin Druck auf die SBB ausüben, damit diese ihre Verantwortung wahrnimmt und den Bahnhof behindertengerecht und gesetzeskonform aufwertet. Der Bahnhof sei seit Jahren unzugänglich für Menschen mit Gehbehinderungen, Gepäck oder Kinderwagen. 193 Unterschriften hat die SP innerhalb eines Monats für das Anliegen gesammelt.

Zu Beginn der Rechnungsgemeindeversammlung weckt Gemeindepräsident Michael Ochsenbein aber erst einmal schöne Erinnerungen: das Eröffnungsfest des Uferparks Attisholz vom vorletzten Wochenende. Er lobt den Kanton für die Realisierung des Uferparks und beruhigt die Anwesenden zugleich: Die Frage, wer für die Unterhaltskosten aufkommen muss, sei noch nicht geregelt, jedoch gebe es keine Differenzen zwischen dem Kanton und der Gemeinde Luterbach. Man suche nach einer Konsenslösung, es sei lediglich eine «Peanutsdiskussion».

Rekordergebnis

Erfreulich geht es weiter mit der Jahresrechnung: Einen Ertragsüberschuss von 2'161'505 Franken kann die Gemeinde für das Jahr 2018 verzeichnen. Dies sei einmalig, sagt Kurt Hediger, Ressortleiter Finanzen. Erst zwei Mal hätte es einen Ertragsüberschuss von mehr als 2 Millionen Franken gegeben in Luterbach, das letzte Mal befand sich noch die Scintilla AG auf Luterbacher Boden. Der Ertragsüberschuss ist auf die hohen Einnahmen bei den Quellensteuern aufgrund der Grenzgänger von Biogen und die hohen Anschlussgebühren für die Abwasserbeseitigung durch Biogen zurückzuführen. Hediger betont, das Ergebnis sei sehr erfreulich, man müsse aber nach wie vor vorsichtig mit dem Finanzhaushalt umgehen; insbesondere, weil die Erträge durch die Quellensteuern und Abwasserbeseitigung von Biogen ab Produktionsbeginn wahrscheinlich wieder sinken würden.

Auch Gemeindepräsident Ochsenbein betont: «Dass wir einen solchen Überschuss präsentieren können, ist eine aussergewöhnliche Situation. Die Überschüsse sind auf unterschiedliche, nicht vorhersehbare Gründe zurückzuführen.» Der Gemeinderat werde weiterhin sehr vorsichtig planen, da man nicht jedes Jahr solch hohe Erträge bei den Quellensteuern erwarten darf. Die Jahresrechnung wird von den 22 Stimmberechtigten einstimmig genehmigt.

Abschied von Ruedi Bianchi

Die Auflösung der Stiftungen und Legaten wird von den Stimmbürgern allesamt einstimmig genehmigt. Die Fonds müssten aufgelöst werden, da ihr Zweck nicht mehr erfüllt ist, weil die Zinserträge so tief sind. Am Ende der Versammlung wird der langjährige Gemeindeschreiber Ruedi Bianchi verabschiedet. Eine offizielle Laudatio findet am 3. Juli an der öffentlichen Gemeinderatsitzung statt.