«Cars, Beer and Rock’n’Roll» hiess das Motto am Samstag in Bellach beim Classic American Cars Meeting. Von überall her reisten Besitzer amerikanischer Gefährte zum Treffen und stellten ihre Prachtstücke während den letzten Sommertagen des Jahres zur Schau.

Vervollständigt wurde das amerikanische Flair von Rock’n’Rolf Brunold’s Live Musik und kulinarischen Leckerbissen wie etwa einem Spanferkel. Der erfolgreiche Anlass wurde von Neulingen organisiert.

USA im Kanton Solothurn

Auf demselben Areal befindet sich seit rund zwei Monaten ein Mehrfachbetrieb. Drei Bedürfnisse, zwei Brüder, eine Bude: Die Idee entstand vor rund zwei Jahren bei einem Feierabendbier. Der 32-jährige Gregor Frei, damals schon im Motorradverkauf tätig, und sein 30-jähriger Bruder Manuel Frei, ausgebildeter Tätowierer, wollten ihre unterschiedlichen Berufe mit ihrer gemeinsamen Hingabe zum Hamburger vereinen. Die beiden gebürtigen Solothurner fanden bald ein Lokal in Bellach. Der Mehrfachbetrieb mit 18 Mitarbeitern besteht aus Motorradverkauf, Tattoostudio und burgerspezialisiertem Restaurant.

«Uns hat in Solothurn ein Treffpunkt für Töfffahrer gefehlt», so Gregor Frei, der ältere Bruder. Der gelernte Automechaniker arbeitete vor dem Selbstständig-Werden bei Harley Davidson in Thun. Seine Leidenschaft für Motorräder ist unverkennbar. Im «Whitestone», seinem Abteil des Mehrfachbetriebs, werden Töffs von Indian, Kawasaki, Royal Enfield und Victory verkauft. Daneben werden auch regelmässig «Töfflitreffen» organisiert. «Das hat sich schnell herumgesprochen. Es sind Töfffahrer aus der ganzen Schweiz dabei», erklärt Gregor Frei.

Kundenattraktion: Megaburger

Nur eine Schiebetüre trennt den Töffverkaufsraum vom Gastrobetrieb. Amerikanisch sieht es auch hier aus. Kein Wunder, denn hier gehen hauptsächlich Burger über die Theke. Der Küchenchef — übrigens Italiener — bietet, nebst den amerikanischen Spezialitäten der Speisekarte, täglich auch Mittagsmenüs an, die oft italienische Gerichte enthalten. Wir haben die Betriebschefs gefragt, worin sich die Bellacher Hamburger von der Konkurrenz, etwa im Cindy’s Dinner in Deitingen oder im Miss Liberty in Zuchwil, unterscheiden. «Wir legen sehr Wert auf hochwertige Zutaten. Unsere Zutaten sind alle bio, und grösstenteils aus der Region. So stammt zum Beispiel das Fleisch aus Selzach und das Brot aus Solothurn», so die Freis. Die etwas höheren Preise seien also berechtigt, wenn man bedenkt, dass Burger und Pommes frites hausgemacht sind.

Bei einem Testessen zeigt sich: Die frischen Zutaten sind tatsächlich viel besser als die Massenprodukte bekannter Fast-Food-Ketten. Saftiges Rindfleisch, ungewöhnlicherweise zwischen einem bissfesten — und nicht einem nährwertlosen, wattigen — Brötchen, serviert mit frischen Country Cuts und Salat. Wahrlich ein Gaumenschmaus für Burgerliebhaber. Es empfiehlt sich, mit grossem Hunger das Restaurant Petrolstation zu besuchen, denn die Portion ist grosszügig.

Die ersten zwei Monate sind gut verlaufen laut den Freis, nicht zuletzt wegen einer Kundenattraktion im Restaurant: dem Megaburger. Hundert Franken zahlt man für den ein Meter langen Burger, inklusive Beilagen. Gerade bei Familien und grösseren Gruppen komme dies sehr gut an.

Kunstliebhaber willkommen

Zu guter Letzt ist das Lokal auch Standort für die künstlerische Szene. Zusammen mit Manuel Frei arbeiten drei weitere Tätowierer im Studio «Moby Sick», welches sich im ersten Stock des Betriebes befindet.

Erst Anfang August war das gesamte Team an der Tattoo-Convention in Berlin. Gregor Frei betont: «Ich lasse mich ausschliesslich von meinem Bruder tätowieren. Er hats drauf!» Auch die Tattookünstler veranstalten Events: Am 23. September findet ein Art-Jam mit Life Painting auf dem Areal des Betriebes statt. Ein Hip-Hop-DJ wird auflegen und für musikalische Begleitung sorgen. Kunstliebhaber sollen also auch auf ihre Kosten kommen.