Als Thomas Schneiter am Mittwochmorgen tote Tiere aus der Tierklinik Sonnenhof in die Kadaversammelstelle bei der Kehrichtverbrennungsanlage in Zuchwil bringen wollte, traute er seinen Augen nicht. Im Container entdeckte er ein lebendes Kaninchen. Plötzlich habe sich etwas bewegt, sagt er dem Regionalsender «TeleM1». «Da bin ich natürlich erschrocken, denn so etwas erwartet man absolut nicht.»

Danach habe er realisiert, dass es sich um ein Kaninchen handelt, das da auf einem Haufen toter Tiere sass und herumhoppelte. Der Tierarzt informierte die Polizei und nahm das vier Monate alte Kaninchen mit in die Tierklinik Sonnenhof in Derendingen.

Das Häsli befand sich in einem Container mit Kadavern, als es entdeckt wurde

Das Häsli befand sich in einem Container mit Kadavern, als es entdeckt wurde

Schneiter hat das Gefühl, dass es nicht mehr lange gelebt hätte, denn es sei krank. «Wir päppeln es jetzt wieder auf».

Vergehen gegen Tierschutzgesetz

Die Polizei hat Hinweise, dass das lebende Kaninchen, vermutlich ein Widder-Mischling, zusammen mit drei toten am Mittwochmorgen zwischen 9.30 und 10.00 Uhr in der Kadaversammelstelle deponiert wurde. Kurz danach wurde es vom Tierarzt entdeckt. Weil der Vorfall ein Vergehen gegen das Tierschutzgesetz darstellt, hat die Polizei von Amtes wegen Ermittlungen aufgenommen.

Der Besitzer des Kaninchens dürfte laut Polizei mit einem weissen Peugeot-Lieferwagen oder einem grauen Range-Rover unterwegs gewesen sein. Personen, die Angaben zur Herkunft der vier Tiere oder zum Tierhalter machen können, werden gebeten, sich bei der Kantonspolizei Solothurn in Zuchwil zu melden (032 686 27 31).

Das Tier hatte riesiges Glück, wurde es gleich entdeckt, denn wie oft jemand den sogenannten Konfiskatraum betritt, kann nicht gesagt werden. Die Container mit Kadavern werden jeden Dienstag abgeholt.
Ist das Häsli gesund, bekommt es übrigens bei einer Mitarbeiterin der Tierklinik ein neues zu Hause. (ldu)