Schon zum zweiten Mal nacheinander sind die Zahlen der Zuchwiler Gemeinderechnung tiefschwarz. 2014 war der Aufwand um 4,445 Millionen Franken niedriger als der Ertrag. 2013 waren es gar 5,097 Millionen Franken. Im letzten Jahr erreichte der Ertrag eine Höhe von 55,536 Millionen Franken. Das laut Finanzverwalter Mike Marti erfreuliche Plus ist hauptsächlich auf den Steuerertrag zurückzuführen.

Gegenüber dem Budget betrug das Plus bei den natürlichen Personen 1,083 Millionen Franken. Bei den juristischen Personen sind es gar 2,602 Millionen Franken mehr, als im Budget prognostiziert wurden.

«Die natürlichen Personen haben aufgeholt», beschreibt Gemeindepräsident Stefan Hug die Entwicklung. Diverse Projekte im Wohnungsbau sollen diesen Trend verstärken, so hofft Hug, und zahlungskräftigere Einwohner nach Zuchwil bringen, die das Steuersubstrat weiter stärken. Dazu gehöre langfristig auch das Projekt Riverside.

Aktuell läufts der Wirtschaft

Ebenso erfreulich seien die Nachtaxationen bei den juristischen Personen. Zu den besten juristischen Steuerzahlern gehören die Firmen Synthes, Scintilla, Schaerer oder Itema. Die Nachtaxationen seien auf die wirtschaftlichen Entwicklungen teilweise noch aus den Jahren 2011/12 zurückzuführen. Stefan Hug macht sich keine Illusionen: «Die wesentlichen Entscheide fallen nicht bei uns, sondern in den Chefetagen der Unternehmen.»

Das Vertrauen in die teilweise aus dem Ausland gesteuerten Unternehmen auf Zuchwiler Boden ist noch nicht nachhaltig. «Der momentan gute Geschäftsgang unserer international ausgerichteten Firmen unterstützt die Gesundung unserer Finanzlage», so Hug, es dürften aber keine unvorhergesehenen negativen Ereignisse auftreten.

Von Gesundung kann wahrlich die Rede sein. Mit dem Mehrertrag 2014 steigt das Eigenkapital auf über 6 Millionen Franken. Gleichzeitig wurden im letzten Jahr die nach wie vor hohen Schulden um 7,5 Millionen Franken auf 45,5 Millionen Franken reduziert. Es sei aber fahrlässig, so der Gemeindepräsident, jetzt gross zu investieren. Er will weiter Eigenkapital bilden und Schulden abbauen.

Wirkungsanalyse vergeben

Eigentlich wollen alle wissen, welche Auswirkungen das Projekt Riverside – die Arealentwicklung der ehemaligen Sulzer inklusive der Widi – auf die Gemeinde haben wird. Gemeinde und Promotoren planen deshalb eine Wirkungsanalyse, die im Verhältnis 60 (Gemeinde) zu 40 (Promotoren) finanziert werden soll. Weil ursprünglich ein Entscheid erst im Juni-Gemeinderat möglich schien, hätte die Arbeitsvergabe von der Gemeinderatskommission entschieden werden sollen. Diese Vorgehensweise wurde im letzten Gemeinderat kritisiert. Deshalb setzte man nun Dampf auf, holte die Offerten ein und konnte schon an der aktuellen Gemeinderatssitzung einen entsprechenden Antrag vorbringen.

Diese Beschleunigung fand aber bei den vormaligen Kritikern wiederum keinen Gefallen. Gemeinderat Patrick Marti (SP) beantragte eine Zurückweisung des Traktandums. «Für mich ist der Gemeinderat nicht glaubwürdig, wenn er sagt, die Gemeinderatskommission soll entscheiden und dann das Geschäft trotzdem nochmals in den Gemeinderat kommt», erklärt Patrick Marti. Der Gemeinderat lehnte den Antrag ab und vergab in der Folge den Auftrag in der Höhe von 95 000 Franken. Die Kosten für Zuchwil betragen 57 000 Franken.