Drei Höfe
Thomas Fischer: «Die Schule ist wie die Kirche im Dorf»

An der Gemeindeversammlung wurde die Kündigung der Vereinbarung mit dem Schulkreis erklärt. Der Gemeindepräsident betonte, dass die Schule ein wichtiger Faktor für die Integration und den Zusammenhalt in der Gemeinde sei.

Urs Byland
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Die Schulanlage von Drei Höfe befindet sich im Dorfteil Heinrichswil.

Die Schulanlage von Drei Höfe befindet sich im Dorfteil Heinrichswil.

Rahel Meier

Der Fusionskapitän verlässt das Schiff. An der von 31 Stimmberechtigten besuchten Gemeindeversammlung erklärte Thomas Fischer, dass er im nächsten Jahr nicht mehr für die Wahl ins Gemeindepräsidium antreten wird. «Acht Jahre sind dann genug. Es ist Zeit, dass junge Kräfte nachrutschen.» Thomas Fischer war seit 2009 Gemeindepräsident von Heinrichswil-Winistorf und führte die fusionierte Gemeinde Drei Höfe ab 2013 durch die schwierigen ersten Jahre.

Schon früher aus dem Gemeinderat demissionieren wird Rolf Gerber. Der Gemeinderat hat mit Hans Ulrich Nievergelt bereits einen Nachfolger gewählt. Er wird ab 1. August für die restliche Legislaturdauer das Ressort Bau übernehmen. Gemeinderat Hans Hofer will sein Ressort Finanzen nach seinem Wegzug ebenfalls weitergeben. «Wer Interesse hat, soll sich melden. Eine Übergabe kann zeitlich flexibel gestaltet werden», ermunterte Gemeindepräsident Thomas Fischer die Anwesenden. Den Gemeinderat vervollständigen Yvonne Fürst und Jwan Koch.

Schulstandort erhalten

Die Nachricht des Gemeindepräsidenten zu seinem bevorstehenden Rücktritt dämpfte etwas die gute Stimmung im Gemeindehaus. Diese wurde aber wieder kämpferisch beim letzten Traktandum Verschiedenes. Yvonne Fürst erläuterte, was im Zusammenhang mit der Regionalen Schule Äusseres Wasseramt in den letzten Monaten geschah.

Der Kanton hat Druck aufgesetzt, die Schule sei zu teuer, Sparmassnahmen seien zu prüfen. Eine Massnahme könnte die Reduktion der aktuell vier Schulstandorte in den fünf Gemeinden sein. Viele Sitzungen wurden abgehalten. «Wir sind immer mit dem Gedanken an die Sitzungen gegangen, dass wir unseren Schulstandort behalten wollen», erklärte Yvonne Fürst den Anwesenden. «Deshalb werden wir auch etwas als Querulanten angesehen.»

Tatsache sei, dass man keinen gemeinsamen Weg finde. Aeschi hat den Austritt aus dem Verbund beschlossen. Etziken werde nachziehen. Man prüfe nun zwar nochmals eine weitere Option, die sie aber inhaltlich noch nicht erläutern könne. Yvonne Fürst endete mit: «Wir wollen unsere Schule erhalten.»

Der Gemeindepräsident ergänzte: «Die Schule ist wie die Kirche im Dorf. Sie ist ein wichtiger Faktor für die Integration und den Zusammenhalt in der Gemeinde und sie ist ein Standortvorteil.» Die Bevölkerung habe dem Gemeinderat vor zwei Jahren in einer Umfrage in seiner Haltung, den Schulstandort zu halten, den Rücken gestärkt. Man werde deshalb auch die Vereinbarung kündigen, so Thomas Fischer.

«Die Vereinbarung ist sowieso veraltet, wir müssen sie anpassen.» Denn der aktuelle Schlüssel, wonach die Gemeinde aufgrund der Einwohnerzahlen die Kosten bezahlen müssen, benachteilige einzelne Gemeinden.

Es habe aber nicht mehr gereicht, die Kündigung für diese Gemeindeversammlung zu traktandieren. «Wir werden diese in zwei Wochen im Gemeinderat beschliessen.» Er sei zuversichtlich, dass die von Yvonne Fürst erwähnte Struktur, eine Lösung bringen könnte. «Diese gilt es abzuwarten.» Sollten alle Stricke reissen, mache er sich keine Sorgen. «Wir können eine eigene Schule führen und das günstiger. Aber eine gemeinsame Schule hat auch ihre Vorteile.»

Abnahme der Nettoinvestitionen

Zwei weitere wichtige Traktanden betrafen die Rechnung und die Genehmigung des Räumlichen Leitbildes. Letzteres befindet sich zwar noch beim kantonalen Amt für Raumplanung zur Prüfung, weshalb noch kein Prüfbericht abgegeben werden könne. «Aber das Leitbild wurde mit dem Kanton vorbesprochen und ist genehmigungsfähig», so Gemeinderat Rolf Gerber. Erfolgt eine Zustimmung, verliere man keine Zeit und kann den nächsten Schritt der Ortsplanungsrevision in Angriff nehmen. Das Leitbild wurde ohne Gegenstimme genehmigt.

Die Rechnung wurde ebenfalls einstimmig genehmigt. Sie schliesst mit einem Ertrags-überschuss von 148'000 Franken, dies bei einem Aufwand von 3,468 Millionen Franken. Der positive Rechnungsabschluss ermöglicht zusätzliche nicht budgetierte Abschreibungen auf dem Verwaltungsvermögen von 164'000 Franken.

Wie Finanzverwalter Andreas Winistörfer ausführte, habe er auf Gemeindestrassen, Feuerwehrfahrzeug und Gewässerverbauungen abgeschrieben und nicht auf
Immobilien, weil diese mit dem neuen Rechnungsmodell HRM2 neu bewertet würden.
In der Netto-Investitionsrechnung wurden mehr Einnahmen als Ausgaben verbucht. Den wenigen Kosten für die Ortsplanung und das generelle Entwässerungsprojekt stehen die grösseren Einnahmen für Anschlussgebühren entgegen. Die Differenz beträgt 88'000 Franken.