In einem Jahr endet (vorläufig) die Geschichte des Dorfmuseums Feldbrunnen-St. Niklaus. Es soll am 31. März 2020 geschlossen werden. Es gebe zu wenig Leute, die sich dafür interessierten, geschweige denn engagierten, wurde schon anfangs 2018 im Gemeinderat festgehalten. Die Stiftung Franz Kaufmann ist dabei, das Dorfmuseum aufzulösen. Gegenstände, die unbedingt in die Gemeinde gehören, sollen von der Gemeinde übernommen werden. Andere Museen des Kantons interessieren sich ebenfalls für den Inhalt und haben gewisse Utensilien bereits übernommen. Schliesslich soll ein Flohmarkt organisiert werden, um die letzten Gegenstände zu veräussern.

Nun hat der Gemeinderat Kenntnis von einer Alternative zum Dorfmuseum genommen. Der Stiftungsrat will einen Themenweg schaffen. Die restlichen Gelder der Stiftung des Dorfmuseum-Gründers Franz Kaufmann dienen dabei als Starthilfe. Mit dem Themenweg will der Stiftungsrat das kulturelle Erbe und die Geschichte Feldbrunnens bewahren und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.

Tafeln, Flyer und Internet

Zur Idee des Stiftungsrates hat David Etter ein Konzept erstellt, das Gemeindepräsidentin Anita Panzer positiv beurteilt. Mit dem Themenweg soll, geografisch strukturiert, Dorfgeschichte vermittelt werden. Dies soll an verschiedenen Standorten mit Informationstafeln geschehen. Dabei wird im Konzept stark auf Bilder und weniger auf Text gesetzt. Vorgeschlagen werden 13 Standorte. Die Themenpalette reicht von einer Informationstafel zu den drei Dorfwirtschaften «Wirtschaft Lack», «Buchserhaus/Walliserhalle» und «Zum Durstigen Wanderer», über eine Tafel bei der Richtstätte «Steinenberg» im Vögelisholz bis hin zu einer Infotafel an der Baselstrasse, die «verbindet und trennt». Zu allen Standorten werden im Konzept Partner aus dem Gewerbe und der Gesellschaft vorgeschlagen. Weitere Elemente sind ein Flyer mit den Grundinformationen zum Themenweg sowie eine Karte mit den Standorten. Zudem wird eine Internetseite gestaltet mit weiterführenden Informationen. Mit einem QR-Code kann der Besucher vor Ort auf diese Informationen zugreifen. Zudem sollen Führungen und Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem Themenweg angeboten werden.

Neben den Anfangskosten für den Themenweg sei mit wiederkehrenden, jährlichen Ausgaben für Unterhalt etc. in der Höhe von rund 3000 Franken zu rechnen. Der Themenweg soll aus dem Stiftungskapital der Stiftung finanziert werden. Nach der Schaffung des Themenwegs würde die Stiftung aufgelöst. Die Stiftungsaufsicht hat dazu Bereitschaft signalisiert und eine diesbezügliche Statutenänderung bewilligt. So wurde in die Schlussbestimmungen neu folgender Paragraf aufgenommen: «Wenn der statuierte Zweck unerreichbar wird, kann die Aufsichtsbehörde die Aufhebung der Stiftung Franz Kaufmann verfügen. In diesem Fall fällt das verbleibende Stiftungsvermögen der Gemeinde Feldbrunnen-St. Niklaus zu. Diese soll es im Sinne des Stifters einem geeigneten Projekt zukommen lassen.»

Wenn der Kanton einverstanden ist, und die Stiftung aufgelöst werden kann, soll sowohl das verbleibende Stiftungskapital wie auch der Themenweg der Gemeinde zufallen. Diese soll den Themenweg übernehmen, unterhalten und die Website weiter bewirtschaften.

Franz Kaufmann vermachte dem Dorf sein Sammelgut

Das Dorfmuseum ist 1991 durch Stifter Franz Kaufmann (1914–2001) errichtet worden. Kaufmann vermachte dem Museum auch etliches Sammelgut zum Landwirtschafts-, Dorf- und Arbeitsleben. Zweck der Franz-Kaufmann-Stiftung sind die Einrichtung und der Betrieb eines Museums über die lokale Arbeits- und Wohnkultur in Räumlichkeiten, welche von der Gemeinde Feldbrunnen-St. Niklaus zur Verfügung zu stellen sind. Der Getreidespeicher, in welchem das Dorfmuseum noch bis März 2020 untergebracht ist, gehört zum Ensemble des Waldegghofes.