Zuchwil
Theatergruppe spielt Kriminalkomödie «De Elefant im Porzellanlade»

Alle Bemühungen der sechs längst pensionierten Damen, vom kernigen Junggesellen beachtet zu werden, sind bisher gescheitert, denn der Umschwärmte ist niemand anders als Kriminalhauptkommissar Finn im Morddezernat.

Agnes Portmann-Leupi
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Auf der Suche nach dem Objekt der Begierde.

Auf der Suche nach dem Objekt der Begierde.

«Oh diese Muskeln, oh, wie er diese Hanteln hebt.» Die sechs alleinstehenden, längst pensionierten Damen sind hingerissen vom vierzigjährigen gut aussehenden Junggesellen im Haus gegenüber.

Sie streiten sich um den einzigen Feldstecher, der ihnen von ihrem Stubenfenster aus die Aussicht auf die blendende Erscheinung ermöglicht. Ihre Gefühle – so behaupten sie wenigstens – sind dabei unterschiedlich und reichen von mütterlich-schwesterlich über erinnerungsweckend bis hin zu lustbetont.

Alle Bemühungen, vom kernigen Junggesellen beachtet zu werden, sind bisher gescheitert. Selbst das Ausharren bei Minustemperaturen auf dem Balkon hat nichts gebracht. Gemeinsam beraten die sechs Damen, wie sie den Adonis doch noch ins Haus locken könnten.

Zumal eine verstopfte Toilette und ein tropfender Wasserhahn nichts nützen würden, denn der Umschwärmte ist niemand anders als Kriminalhauptkommissar Finn im Morddezernat.

Die zündende Idee kommt beim Tee – eine ermordete Leiche muss her. Und sie geht auf.

Sie leben ihre Rollen

Unterhaltung, Charme, Witz und Humor pur spielt sich in der Kriminalkomödie «De Elefant im Porzellanlade» vom Engländer C. B. Gilford (Dialektbearbeitung Erwin Britschgi) auf der Bühne ab.

Lacher ab der ersten Minute, gepaart von explosionsartigem Gelächter und Zwischenapplaus. Jede einzelne der sechs alten Damen (Brigitte Buser, Ursula Flury, Monica Horisberger, Irene Schluep, Esther und Verena Wiederkehr) hat ihre Macken, sei es mit Ohnmachtsanfällen, mit der herben Sprache oder dem besonderen Humor.

Sie leben ihre Rollen auch in der Sprache, Mimik, Bewegung, Haltung. Das Objekt der Begierde, Kriminalhauptkommissar Finn (Daniel Schönberg), besticht neben seiner Schönheit mit einer Mischung aus Herzlichkeit und Kasernenhof-Tonfall.

Der lebenslustige Hilfskommissar Kramer (Urban von Arx) durchschaut nicht nur die Damen von Beginn an, sondern auch die unsensible, berechnende Reporterin der Morgenzeitung (Joanna Lye).

In der Theatergruppe Rampeliecht hat zum ersten Mal Eliane Büttler von «kunsTheater», das diverse Kurse anbietet, Regie geführt. Sie hat wahre Wunder vollbracht und der strenge Probenplan macht sich ausbezahlt. Der nicht enden wollende tosende Applaus des Publikums zeugt davon.

Aufführungen in der Pisoni-Turnhalle in Zuchwil: Mi, 25., Fr, 27. und Sa, 28. November, 20 Uhr. Türöffnung und Restaurationsbetrieb um 18.30 Uhr.

www.rampeliecht.ch