Derendingen

Theater ergänzte den Jodel

Die vier Jodlerinnen singen das für ein Terzett komponierte Jodellied «Troscht».

Die vier Jodlerinnen singen das für ein Terzett komponierte Jodellied «Troscht».

Der Jodlerklub Zytröseli organisierte einen Unterhaltungsabend im Saalbau Bad.

Begonnen hat der Jodlerklub Zytröseli sein Konzert mit «I de blaue Jurabärge». Das passt perfekt in die Region. Von hier aus sind sie zu sehen. Zudem sind sowohl der Texter Otto Wolf wie der Komponist Ernst Märki mit ihr verbunden. Beim Thema Berge blieb man in der Folge und musste nicht lange suchen.

Ganz bekannt und oft gehört ist doch «Uf de Bärge möchti läbe». Auch Adolf Stähli bediente sich immer wieder aus diesem Stoff. Die Zytröseler wählten sein «Bärglerfründe». Dass es nicht immer die Berge sein müssen stellten die Jodler mit «Höckeler Jutz» klar, den sich ihr musikalischer Leiter Peter Bader einfallen liess. An keinerlei Lokalität erinnerte «Fründschaft». Darin schürft Hannes Fuhrer schon etwas tiefer im menschlichen Seelenleben.

Eine erste Abwechslung in die Gesamtvorträge bot Peter Bader als Solojodler mit «Im Gitzibode» von Jakob Ummel. Begleitet wurde er auf dem Akkordeon von Thomas Stich. Die vier Jodlerinnen fanden sich zu einem Terzett. Sie wählten «Troscht» von Hanni Bracher, das sie a Capella vortrugen. Schliesslich formierte sich auch eine Kleinformation, die «Nachtbuebelied» vortrug. Dessen Text stammt von Theodor Bucher, alias Zyböri zu dem Jost Marti die Musik beitrug.

Den Schlusspunkt ihres Auftrittes setzten die Zytröseler mit ihrem Wettvortrag beim Nordwestschweizerischen Jodlerfest im Juni in Rothrist. Dieses «Bim Vernachte» von Emil Herzog passt natürlich perfekt als Schlusspunkt eines Jodlerabends.

Aber die Jodler hatten auch eine Zugabe vorbereitet. Geschrieben hat sie Fred Kaufmann. Sie verfügt über einen amüsanten Text, auch wenn man das vom Titel «Am Jodlertisch» nicht unbedingt erwarten würde. Zudem werden entscheidende Teile dieses Textes nur durch die Bassstimmen gesungen.

Im zweiten Teil führte ein Theater in eine Bauernstube. Der Dreiakter spielt in den späten Dreissigerjahren des vergangenen Jahrhunderts. Es handelt von den damaligen Nöten der Landwirtschaft. Eine grosse Gefahr für Bauernbetriebe drohte damals mit der die Maul- und Klauenseuche. Auch die kommt im Stück vor. Es handelt aber auch von menschlichen Prüfungen, die heute genau so anfallen können. Geschrieben hat es Ernst Balzli, der von 1902 bis 1959 lebte. Die Regie lag in den Händen von Renate Bisquolm und Stefan Huber, die beide auch in einer Rolle auftraten. Die gute Ensembleleistung wurde durch jene in Kostüme, Coiffeur und Maske vervollständigt.

Nach dem Theater stellte sich der Jodlerklub nochmals zu einem Mitternachtsjutz auf die Bühne. Mit «Kamerade» von Mathias Zogg gelang es ihm aber nur mühsam, sich gegen das Geschnatter im Saal durchzusetzen. Mit «We d Schwälbeli i Süde zie» von Adolf Stähli verabschiedeten sich die Jodler bis Samstag. Dann ist die zweite Auflage fällig.

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