Lüsslingen-Nennigkofen
Tempo 30 wird auf der Lüterkofenstrasse eingeführt — aber nur zu den Schulzeiten

Ein Pilotversuch in Lüsslingen-Nennigkofen soll Aufschluss geben über die Wirkung und Akzeptanz einer Tempo-30-Zone auf Kantonsstrassen. Diese gilt rund ums Schulhaus und nur werktags.

Rahel Meier
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Sacha Christen (Signal AG, links) und Peter Portmann (Amt für Verkehr und Tiefbau) mit dem neuen Tempo-30-Schild.

Sacha Christen (Signal AG, links) und Peter Portmann (Amt für Verkehr und Tiefbau) mit dem neuen Tempo-30-Schild.

Michel Lüthi

Immer wieder treten Gemeinden an den Kanton heran und wünschen sich eine Tempo-30-Zone auf einer Kantonsstrasse. So auch Lüsslingen-Nennigkofen. Genau dort wird nun ein Pilotversuch durchgeführt.

In Lüsslingen-Nennigkofen gilt bereits Tempo 30 auf den Gemeindestrassen. Ausgerechnet das Schulhaus liegt aber an der Lüterkofenstrasse und damit an einer Kantonsstrasse. «Wir haben die Situation überprüft und sind zum Schluss gekommen, dass Tempo 30 dort durchaus angebracht wäre», erklärt Peter Portmann (Projektleiter Amt für Verkehr und Tiefbau, AVT).

Nicht nur der Schulhausbereich spreche für Tempo 30. Die Strasse sei schmal, nämlich nur fünf Meter breit, kurvig und damit relativ unübersichtlich. Auf Höhe des Schulhauses quere zudem eine wichtige Veloroute die Strasse. «Auch das Trottoir entlang der Lüterkofenstrasse ist, dort wo vorhanden, nur recht schmal», so Portmann.

Corona verzögerte die Messungen

Mit der Tempo-30-Signalisation in Lüsslingen-Nennigkofen geht das AVT neue Wege. Tempo 30 soll nämlich nur werktags und nur zwischen 7 und 18 Uhr gelten. Dann also, wenn sich Schulkinder auf der Lüterkofenstrasse bewegen.

Vorgängig wurden Geschwindigkeits-, Fahrzeug- und Lärmmessungen durchgeführt. «Diese haben sich wegen Corona verzögert. Im März, April und Mai konnten wir nicht messen», erklärt Spela Vogrinec (BSB+Partner, Ingenieure und Planer). Die Messungen werden im kommenden Jahr wiederholt. Zudem soll eine Umfrage bei den Fahrzeugführern aufzeigen, ob die Massnahme verstanden und akzeptiert wird.

Zurzeit signalisiert ein einfaches Schild die Tempo-30-Zone. Sie ist zusätzlich versehen mit dem Schriftzug «werktags von 7 bis 18 Uhr». «Diese Variante ist in der Ausführung und Montage sehr günstig. Man muss aber viel lesen, was missverständlich sein könnte», so Portmann.

Im Frühling 2021 sollen dann mechanische Wechselsignale angebracht werden. Solche kennt man heute vor allem von der Autobahn her. Sie sollen von einer Zentrale aus gesteuert werden. Je nach Wochentag und Uhrzeit würden diese Signale Tempo 30 anzeigen - oder sie sind weiss und somit gilt Tempo 50. Dafür müssen aber vorgängig Belagsarbeiten ausgeführt und elektrische Zuleitungen verlegt werden. Als Letztes möchten die Verantwortlichen auch noch die Variante mit LED-Schildern ausprobieren. In rund einem Jahr möchte das AVT den Pilotversuch auswerten und so Erkenntnisse für die Zukunft und allfällige weitere Tempo-30-Zonen auf Kantonsstrassen gewinnen.

In Lüsslingen-Nennigkofen freut man sich über den Pilotversuch. «Wir werden voraussichtlich Mitte Dezember unser Speed-Display auf der Lüterkofenstrasse anbringen und selbst Messungen in nördlicher und südlicher Fahrtrichtung machen», erklärt Tobias Bucher (Ressortleiter Gemeinderat). An die Einwohner werde zudem ein Infoschreiben verteilt.

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