Während der öffentlichen Auflage im letzten Juni gingen drei Einsprachen gegen das Lärmsanierungsprojekt für die Biberiststrasse in Derendingen ein. Die Einsprecher forderten alle, dass Tempo 30 eingeführt werden soll.

Die erste Einsprachepartei bemängelt, dass bei ihrer Liegenschaft keine Erleichterungen gewährt werden, obwohl dies bei allen Nachbarliegenschaften der Fall ist. Die Einsprecher fordern zudem den Einbau eines lärmdämmenden Belages und wünschen sich, dass die Situation für den Langsamverkehr überdacht wird. Im Bereich Grüttbach bis Obergadenweg sei die Sicherheit für die Fussgänger und Fahrradfahrer nicht gewährleistet. Ebenso sei das Kreuzen der Lastwagen im Bereich der Liegenschaft Biberiststrasse 34 nahezu unmöglich.

Durch die Bremsmanöver steige der Lärmpegel enorm an, was eine Unterhaltung in normaler Lautstärke ausserhalb des Hauses nahezu verunmögliche. Fussgänger könnten die Strasse nur nach Gehör überqueren, da die nötigen Sichtweiten fehlen würden. Der Fussgangerstreifen neben der Einfahrt in die Grüttstrasse zum Obergadenweg werde von den meisten Verkehrsteilnehmern nicht wahrgenommen, was das Überqueren der Strasse schwierig mache. Darum sollte in diesem Bereich eine Fussgängerschutzinsel gebaut werden.

Die Einsprecher nehmen auch Bezug auf die Firma Sieber, die ihren Sitz im «Papieri-Areal» hat. Seit dem Einzug der Firma habe der Lastwagenverkehr auf der Biberiststrasse stark zugenommen. Es sei nicht nachvollziehbar, warum die Lastwagen nicht mehr wie früher Richtung Westen geleitet würden. Mit der Baustelle in Gerlafingen gebe es noch mehr Verkehr und noch mehr Lärm. Die Einsprecher verstehen deshalb nicht, wieso auf der Biberiststrasse nicht Tempo 30 eingeführt werden kann, obwohl das auf der Hauptstrasse in Derendingen möglich werde. Auch eine zweite Einsprachepartei äussert sich zur Situation der Fussgänger, die die Strasse nur sehr erschwert überqueren könnten und zu den Brems- und Ausweichmanövern der Lastwagen. Die dritte Einsprachepartei zeigen auf, dass im «Papieri-Areal» in der Zwischenzeit auch noch ein Eventlokal eröffnet habe und so auch nachts mit Lärm zu rechnen sei.

Hat nichts mit Lärm zu tun

Der Regierungsrat macht in seiner Antwort darauf aufmerksam, dass der grösste Teil der Einsprachepunkte nicht mit den Lärmsanierungsmassnahmen gelöst werden könne, sondern separat mit Verkehrs - und Gestaltungsmassnahmen gelöst werden müsse. Er verspricht aber auch, dass das Amt für Verkehr und Tiefbau diese Punkte in ihre Mehrjahresplanung aufnimmt. Die Voraussetzungen für die Einführung von Tempo 30 seien auf der Biberiststrasse, einer Hauptverkehrsachse, nicht erfüllt. Immerhin soll im Jahr 2025 ein lärmdämmender Belag eingebaut werden, der den Lärm um rund 3 Dezibel reduzieren soll.
Die Einsprachen wurden aber alle abgewiesen und das Lärmsanierungsprojekt deshalb vom Regierungsrat genehmigt. (rm/rrb)