Schon mehrfach hat sich der Gemeinderat Luterbach und nun auch die Gemeinderatskommission (GRK) mit den Verkehrsmassnahmen rund um das Schulhaus beschäftigt. Damit soll in erster Linie der Verkehr der Elterntaxis in den Quartierstrassen rund um das Schulhaus verhindert werden. Am Montagabend wurde entschieden, wie nun definitiv verfahren werden soll. Zwei Massnahmen, die von Reto Affolter (WAM Planer und Ingenieure AG) neu vorgeschlagen wurden, haben die GRK überzeugt. So sollen an der Solothurnstrasse, entlang des Schulareals elf Parkplätze als Blaue Zone signalisiert werden.

Diese Parkplätze stehen der gesamten Bevölkerung, auch den Eltern, zur Verfügung. Die Parkplätze werden versetzt angeordnet, so könne das Tempo ohne grosse weitere bauliche Massnahmen heruntergebremst werden. «Dies wäre relativ schnell umsetzbar und man könnte es auch einfach wieder rückgängig machen, sollte dies gewünscht werden», meinte Affolter. Für den Bus stelle das kurze Stück keine allzu grosse Behinderung dar, erklärte er auf Nachfrage aus der GRK. 

Mit Erstaunen wurde der zweite Vorschlag aufgenommen. An der Friedhof-, der Schulhaus- und der Turnhallenstrasse sollen Halteverbote signalisiert und neu mit einer Zusatztafel «Schülertransporte» versehen werden. Damit werden die Elterntaxis ganz gezielt unterbunden, für alle anderen ist Anhalten aber weiterhin möglich. Laut Affolter sei diese Signalisation heute möglich und wurde in anderen Kantonen auch schon umgesetzt.

Keine dritte Lesung

Der grösste Teil der Massnahmen zur Einführung der Tempo-30-Zone rund um das Schulhaus war unbestritten und so liess Gemeindepräsident Michael Ochsenbein über sämtliche Anträge abstimmen.

Mit 6 Ja-Stimmen wurde dem Versetzen des Trottoirs und der Parkplätze beim Kindergarten und bei der Alten Turnhalle zugestimmt. Einstimmig wurden auch die vorher vorgestellten Massnahmen an der Solothurnstrasse bewilligt. Der Perimeter der Tempo-30-Zone wird zudem leicht vergrössert. Schon in der ersten Lesung im letzten November war der Aufbau einer Pollerreihe vor dem Schulhauseingang unbestritten. Auch der Ergänzung der Pollerreihe vor dem Kindergarten wurde zugestimmt. An der Gartenstrasse wird ein Fahrverbot signalisiert mit dem Zusatz «Zubringer gestattet». Damit soll zusätzlich Schleichverkehr unterbunden werden. Die Turnhallenstrasse soll aber vorderhand offen bleiben.

Die Mitglieder der Gemeinderatskommission bewilligten weiter die Signalisation der Halteverbote mit der Zusatztafel «Schülertransporte». Dies allerdings unter dem Vorbehalt, dass diese Massnahme tatsächlich den gewünschten Erfolg bringt. Reto Affolter versprach, nochmals mit den kantonalen Behörden Rücksprache zu nehmen und eine schriftliche Bestätigung abzugeben.

Gemeinsame Planung unmöglich

Auf dem Gebiet Bachacker liegt seit dem 29. August 2016 eine Planungszone. Davon sind zwei Parzellen betroffen: GB Nr. 2511, das der Landi Reso (Region Solothurn) gehört, die dort einen Laden , mit ergänzenden Nutzungen wie Aussenverkauf, Tankstelle, Waschanlage und Lager realisieren möchte. Auf der angrenzenden Parzelle 2611 soll eine Wohnüberbauung mit 74 Wohnungen erstellt werden. Bezüglich Geschossigkeit würde sich die Überbauung an derjenigen im Blumenweg orientieren. Geplant sind viergeschossige Bauten mit Attika und ein achtgeschossiger Bau. Entlang des Dorfbachs soll ein öffentlicher Weg die Lachen-Rütti mit dem Blumenweg verbinden.

Der Gemeinderat hatte Ende September 2016 beschlossen, dass im Perimeter der Planungszone Backacker weiterhin Gewerbenutzungen möglich sein sollen, vorausgesetzt, dass auch Wohnen in hoher Dichte realisiert wird. Zudem solle zwingend ein Teilzonen- und Gestaltungsplan erarbeitet werden, welche die Nutzungen aufeinander abstimmt. Die Gemeinderatskommission (GRK) musste am Montagabend zur Kenntnis nehmen, dass die beiden Grundeigentümer keinen gemeinsamen Weg finden. Gemeindepräsident Michael Ochsenbein machte seinem Ärger Luft. «Eine der beiden Parteien sucht den Weg, die andere ignoriert alle Vorgaben.»

Um einen gangbaren Weg zu finden, wurde einem Antrag der PUK (Planungs- und Umweltkommission) entsprochen, zwei getrennte Gestaltungspläne zu behandeln. Die beiden Gestaltungspläne müssen allerdings zeitgleich eingereicht werden. Grundsätzlich wurde zudem dem Nutzungskonzept für die Parzelle GB Nr. 2611 mit Wohnen in hoher Dichte grundsätzlich zugestimmt. In Kombination mit dieser Wohnnutzung, kann sich die GRK vorstellen, dass auf GB Nr. 2511 eine reine Gewerbenutzung möglich sein kann.