Der Forstbetrieb Leberberg litt speziell unter dem Sturm «Burglind». Am Samstag, zwölf Tage nachdem «Burglind» über die Schweiz fegte, informierte Betriebsleiter Thomas Studer die Behörden der im Forstbetrieb zusammenarbeitenden Gemeinden vor Ort. Er hatte die Schäden zuvor aufgenommen. In den Mittelland-Standorten, vor allem im Unterleberberg (Flumenthal, Hubersdorf und Riedholz), seien am meisten Schäden zu verzeichnen.

Östlich der Weissensteinstrasse liege 80 Prozent des Sturmholzes, westlich davon 20 Prozent. Die Jurastandorte sind hingegen verschont geblieben. «Es hat einzelne Streuwürfe, aber nichts gravierendes.» Insgesamt müsse von 8000 bis 10'000 Kubikmeter Sturmholz ausgegangen werden.

Vom Waldhaus Riedholz Richtung Osten bis in die Gegend der Hinteregg bei Hubersdorf/Flumenthal, sind auf einer Länge von ungefähr 2 Kilometer Luftlinie beträchtliche Flächenschäden (10 bis 15 Hektaren) entstanden. Entlang dieser Linie hat es zudem sehr viele Streuschäden gegeben. «Hauptgrund war die Windstärke. Gleichzeitig war es sehr nass. Die Böden waren wie Schwämme.» Gefallen seien dann vor allem die nicht mehr vitalen Bäume, und am ehesten Nadelbäume.

Ferien abgebrochen

Die Mitarbeiter des Forstbetriebes seien vom 3. Januar an im Einsatz gestanden. «Ausnahmslos alle Mitarbeiter haben ihre Ferien abgebrochen und mitgeholfen die Auswirkungen von ‹Burglind› zu beseitigen», erzählt Thomas Studer. Es mussten teilweise sehr heikle und anspruchsvolle Bäume gefällt werden.

«Punkto Absatz habe ich keine Angst. Unser Holz kann vom Markt gut aufgenommen werden.» Die Schadensituation bezogen auf die Schweiz sei nicht beunruhigend. Der Forstbetrieb befinde zeitlich noch mitten in der Holzerntesaison und könne alle seine Abmachungen mit den Holzkäufern einhalten. In dem Sinne ist der Schaden nicht gewaltig. «Der grösste Schaden entsteht durch den unerwarteten Aufwand, den wir nun haben. Der ist nicht berechenbar.»

Beim Aufrüsten des Sturmholzes sei mit bis zu 30 Prozent Mehraufwand zu rechnen. Vor allem die verstreuten Bäume generieren viel Arbeitsaufwand. Schaden entstand zudem, wenn hochwertige Bäume fielen, die nur noch als Energieholz (Schnitzelholz) verwendet werden können. «Ein Sturm nimmt keine Rücksicht auf die Fällrichtung der Bäume. Viele Bäume sind gebrochen oder haben Risse, die den Holzerlös mindern. Es muss daher mit Ertragseinbussen gerechnet werden.» Der Forstbetrieb habe aber die gute Situation, dass er in der Region einen stabilen Energieholzabsatz hat und deshalb alles Holz verwenden können.

Solidarität unter den Gemeinden

Zum Informationsanlass kamen alle Eingeladenen. «Da habe ich gespürt, dass die Folgen des Sturms gemeinsam und solidarisch getragen werden.» Da werde nicht der Schaden auf einzelne Gemeinden abgewälzt, wo das Holz fiel. «Manche Vertreter aus dem Oberen Leberberg haben mit Erstaunen die Schäden hier zu Kenntnis genommen.»
Vom Sturm geworfene Bäume werden ausnahmslos alle als Spezialfälle behandelt. Die Mitarbeiter des Forstbetriebes seien daher einem erhöhten Unfallrisiko ausgesetzt. «Unsere Leute sind sich dessen bewusst.»

In diesen Tagen absolvieren alle Mitarbeiter einen Tageskurs zum Thema «sicheres Arbeiten im Sturmholz». «Wald Schweiz stellt einen Experten zur Verfügung und der Kanton bedient alle Forstbetriebe. Vieles ist natürlich Repetition.» Thomas Studer hofft, bis zu den Sommerferien das Sturmholz verarbeitet zu haben.