Er hat Blut geleckt, um im Krimi-Jargon zu bleiben, und er hat es wieder getan: Krimi-Autor Christof Gasser, der Verfasser des im vergangenen Jahr erschienenen Solothurn-Krimis «Solothurn trägt Schwarz» bringt in wenigen Tagen sein zweites Werk «Solothurn streut Asche» auf den Büchermarkt. Wir trafen den Autor diese Woche und spazierten mit ihm durch die Verenaschlucht, denn ausgerechnet an diesem pittoresken und idyllischen Ort findet in seinem neuen Krimi ein grausames Verbrechen statt.

Schon die dritte Auflage

Noch wirkt aber der Erfolg seines Erstlings nach. Rund 6000 Exemplare wurden bisher davon verkauft. Für einen Schweizer Autor eine stattliche Anzahl, und tatsächlich figuriert Gassers Buch auf einer Jahresbestseller-Liste für die meistverkauften «Taschenbücher Belletristik in der Schweiz» auf Rang 7 von 20. Lukas Bärfuss’ «Koala» liegt zwei Plätze hinter ihm und Gross-Verdiener Martin Suter rangiert gar mit der Taschenbuchausgabe seines Titels «Die dunkle Seite des Mondes» auf Rang 16.

Woher also dieser beachtliche und überraschende Erfolg eines Newcomers? Gasser kann es auch nicht genau erklären. «Ich bekomme sehr viele positive Rückmeldungen von den Lesern. Solothurn gefällt den Leuten einfach. Und dann muss ich auch sagen, dass die Solothurner Leser mir extrem wohl gesonnen sind und den Krimi bis heute kaufen.» Er hoffe, dass das auch beim zweiten Titel der Fall sei. «Für mich, der in Zuchwil aufgewachsen ist, bietet sich Solothurn als Schauplatz einfach an. Es ist meine Heimat und ich kenne Stadt und Leute. Zudem ist hier so vieles passiert, was man einbinden kann.»

Dennoch ist Schreiben (noch) nicht zu Gassers Haupterwerb geworden. Er ist als Dozent an der Fachhochschule Nordwestschweiz tätig. Wie er seine Bücher verfasst, beschreibt er so: «Ich habe meist einen Anfang und ein Ende im Kopf, die Handlung entwickelt sich dann daraus. Um ungestört schreiben zu können, ziehe ich mich mit Vorliebe jeweils ein paar Tage zurück zur «Retraite», sagt er in Managerdeutsch. Ein Rückzug also. Gasser hat schon die grobe Handlung seines dritten Krimis im Kopf. «Der spielt dann im Schwarzbubenland», verrät er. Im Herbst wird das Manuskript fertig sein.

Nun kommt aber sein «Zweitling» in die Buchläden. In «Solothurn trägt Asche» sind wiederum die beiden Hauptakteure Dominik Dornach und Angela Casagrande mehreren Mordfällen auf der Spur. Angeregt durch die derzeitigen Diskussionen um Immigration, religiösen Fundamentalismus und Rechtsextremismus, müssen sich die Ermittler mit brutalen Morden im Dunstkreis einer mysteriösen katholischen Sekte und einer rechtsradikalen politischen Partei befassen. Gasser will nicht bloss eine spannende Kriminalgeschichte verfassen, sondern den Lesern auch einen Gesellschaftsroman bieten, in dem aufgezeigt wird, wie sich Radikalisierung und Globalisierung in unserem Leben auswirken, sagt der Autor.

Lesung mit Schauspielern

Gasser hat für seine literarische Arbeit einen Agenten engagiert, der ihm hilft, gezielt Werbung ausserhalb des Verlages zu machen. Dieser kümmert sich beispielsweise auch darum, ob eine Übersetzung ins Französische für den Erstling möglich wäre. «Es wartet heute niemand im ganzen Buchgeschäft auf einen Krimiautor aus Solothurn. Da muss man schon selbst aktiv werden; vielleicht auch mal Klinkenputzen», sagt Gasser, und das macht ihm, dem ehemaligen Betriebsleiter, der weiss, wie Märkte funktionieren, nichts aus. Er habe im vergangenen Jahr viel gelernt. «Ich habe in meinem Leben schon vieles gemacht. Schreiben war immer ein grosser Wunsch. Dass ich das jetzt so erfolgreich tun kann, freut mich.»

Nun wird es am 7. März, anlässlich der Buchvernissage in der Buchhandlung Lüthy in Solothurn, nicht bloss einfach eine Lesung des Autors geben. Mit Hilfe seines Agenten hat er Schauspieler Hanspeter Müller-Drossaart engagieren können, der Auszüge aus dem neuen Buch bei Lüthy zum Besten gibt. Ebenfalls mit dabei ist die österreichische Schauspielerin Barbara Kaudelka, die extra aus Wien anreist. Dazu erzählt Gasser: «Ich hatte bei meinem ersten Roman Barbara Kaudelka als Figur vor Augen und habe mit ihr – die übrigens selbst auch Krimis schreibt – Kontakt aufgenommen. Sie war begeistert vom Buch, und inzwischen haben wir einen freundschaftlichen Kontakt. Deshalb ist sie bei der Vernissage auch mit dabei.»