In der Kritik der SVP stehen dabei auch die sogenannten «Leuchttürme» der Gemeinde wie etwa das Kijuzu (Zentrum für Kind und Jugend) oder das Sportzentrum, die Zuchwil jährlich Millionen kosten würden. Gemeindepräsident Stefan Hug und Gemeinderat empfahlen, die Motion für nicht erheblich zu erklären. Hug sagte, dass das Anliegen der Motion bereits jetzt zum «Daily Business» des Gemeinderates gehöre und dieser nicht erst aufgrund dieser Motion schaue, in welchen Punkten «gespart und attraktiviert» werden könne. «Wenn wir diese Motion annehmen, dann bedeutet dies ja eigentlich, dass der Gemeinderat bisher keinen guten Job gemacht hat», sagte der Gemeindepräsident. Weiter führte Hug aus, dass die «Leuchttürme» der Gemeinde zwar durchaus ihre Kosten haben, die Einwohnerinnen und Einwohner von Zuchwil aber auch stolz auf diese Projekte seien.

Markus Mottet (SVP) stellte den Antrag auf eine geheime Abstimmung. Dies bedarf der Zustimmung von einem Fünftel der anwesenden Stimmberechtigten. Das nötige Quorum von 12 Personen konnte allerdings nicht erreicht werden. Auch bei der anschliessenden Schlussabstimmung unterlagen die Befürworter klar, womit sich der Vorstoss erledigt hat.

Aus drei mach zwei

«Wir wollen eine moderne Dienst- und Gehaltsordnung, die den heutigen Gegebenheiten wieder Rechnung trägt», erklärte Stefan Hug den 57 anwesenden Zuchwiler Stimmberechtigten. Die letzte Aktualisierung der Dienst- und Gehaltsordnung (DGO) fand im Jahre 2004 statt, weshalb sie nun totalrevidiert wurde. Neu lehnt sich dieses stark ans Obligationenrecht (OR) an. Auch gelten der Gesamtarbeitsvertrag und das Staatspersonalgesetz nicht mehr subsidiär.

Aufgrund der Rückmeldungen nach der Vorprüfung durch das Amt für Gemeinden wurde zudem beschlossen, dass die bisherigen drei Reglemente nur noch aus zweien bestehen sollen: DGO und Arbeitszeitverordnung. Das dritte Regelwerk, das Personalreglement, gibt es nicht mehr, da es neu in die DGO einfloss. Wesentliche inhaltliche Änderungen betreffen beispielsweise die Kündigungssperrfristen gemäss OR im Falle von Krankheit oder Unfall, Lohn- und Zeitzuschlag für das Bauamtspersonal sowie die Angestellten der Spitex oder auch die neue Regelung von Mutter- und Vaterschaftsurlaub.

Zusätzliche Stellenprozente

Die Stimmberechtigten genehmigten ausserdem Erhöhungen der Stellenprozente in den Abteilungen Bau und Planung, Finanzen – genauer bei den Einwohnerdiensten – sowie bei den Spitex-Diensten. Letztere etwa haben aktuell fünf Mitarbeitende, welche in einem 30 Prozent Pensum angestellt sind. Die neue DGO hält nun fest, dass Mitarbeitende ab diesem Pensum öffentlich-rechtlich angestellt werden müssen. Dies entspricht 150 Stellenprozent. Zudem verzeichnete die Spitex 2018 einen Anstieg von 2500 Dienstleistungsstunden, was rund 3600 Arbeitsstunden und somit weitere 150 Stellenprozente ausmacht.