Als die Kicker des Fussballclubs Zürich vor einem Jahr abstiegen, waren sie mit ihren Gefühlen nicht alleine. Auch nicht, als sie kurz darauf den Cupsieg feierten. Und auch nicht im letzten Herbst, als sie als Schweizer Zweitligist international auftrumpften. Gefühlsmässig immer mit dabei waren die Fans des ehemaligen Stadtzürcher Arbeiterklubs und heutigen Kultvereins. Darunter auch eine besondere Fangruppe aus dem Solothurnischen.

Ja, es gibt ihn, den FCZ Fanclub Region Solothurn. Und heute könnte der Aufstieg des FC Zürichs zurück in die Super League bereits Tatsache werden, wenn der FCZ mehr Punkte als sein Verfolger holt. Für die Fans wäre dies Balsam auf die Wunden.

Auf die heute zirka 90 Mitglieder des Fanklubs warten spezielle Tage. Man muss nicht unbedingt ein Fussballer oder eine Fussballerin sein um zu wissen, dass der direkte Wiederaufstieg des geliebten FC Zürichs überschwängliche Emotionen auslösen wird. «Wir haben das Datum der Generalversammlung bewusst noch nicht fixiert», sagt dazu Bruno Eberhard, der Vizepräsident des Fanklubs. Der Deitinger Gemeindepräsident hofft darauf, die Generalversammlung mit einem Besuch der FCZ-Aufstiegsfeier zu verknüpfen.

Historie Auslöser für Fanclub

Der Fanklub sei seit seiner Gründung 2008 stetig gewachsen. Die Mitglieder stammen hauptsächlich aus der Region Solothurn. Der Fanklub zählt aber auch auf Unterstützung aus Olten, Biel oder gar dem Aargau. Eine grosse Fraktion stellt zudem Zürich. «Unser Präsident Thomas Feier stammt aus Thalwil und hat dort viele Mitglieder werben können.» Man treffe sich halt im Stadion an den Spielen der Zürcher.

Erwarten würde man in der Region eher einen Fanclub für die Berner Young Boys oder den Meister FC Basel. «Ja der ist jetzt in Mode», sagt Eberhard. Er verweist aber auf die Geschichte des 1896 gegründeten Klubs. «In meiner Kindheit in den 70er Jahren wurde der FCZ etliche Male Schweizer Meister. Es war die Zeit der Kuhn, Grob oder Künzli.» Und der FCZ wurde geführt vom Stumpen rauchenden Edi Nägeli. Diese Geschichte habe die Gründer des Fanklubs zusammengeführt.

Grösste Gegner seien immer die Grasshoppers gewesen. «Es braucht diese Rivalität zwischen den beiden Klubs in der Stadt Zürich», sagt Eberhard. Aber die Rivalität ist im Fanclub nicht das Hauptthema. Der Fanclub versteht sich als Familienverein. Gemeinsam werden die Spiele besucht.

Aktuell seien die Zürcher einfach gut aufgestellt. «Der Abstieg war dämlich. Das hätte nie passieren dürfen», blickt Eberhard zurück. Die FCZ-Fans mussten unter hämischen Sprüchen leiden, lässt Eberhard in seine Seele blicken. «Als Aussenstehender hat man es kommen sehen. Aber der Klub zog zu spät die Notbremse.»

Übersetzt aus dem Fussballjargon bedeutet Notbremse eine Trainerentlassung. Ersetzt wurde der glücklose Finne Sami Hyypiä durch Ulli Forte. Aus dem Abstieg habe der Klub mit den blau-weissen Farben unter Präsident Ancillo Canepa aber die richtigen Schlüsse gezogen. Aufbruchstimmung sei spürbar. «Die Schwachstellen wurden ausgemerzt.» Es folgten nach dem Cupsieg sogar einige sehenswerte internationale Spiele. Und nun steht der direkte Aufstieg vor der Türe.