«Wir erwarten dieses Jahr eine Rekordernte von rund 200 Kilogramm Kastanien», sagt Urs Schwaller freudig. Er befreit auf dem Vorplatz des Bauernhauses zusammen mit seinem Sohn Simon die Früchte von ihrer stacheligen Hülle. Die geernteten Kastanien verlocken im Hofladen zum Kauf. «Die Kastanien sind frisch und haben keine Würmer», wirbt der Landwirt. Simon hebt hervor: «37 Gramm wog bis jetzt die schwerste Kastanie.»

23 Kastanienbäume stehen unterhalb des Altisbergs und in der Hofstatt des Schwaller-Bauernhofs – idyllisch, inmitten von Apfel- und Nussbäumen und weidenden Kälbern. Es wird die weitaus grösste Ernte geben, seit Urs Schwaller im Jahr 2010 mit dem Pflanzen der Bäumchen, importiert aus Italien, begann. «Ich versuche immer, der Erste zu sein, der ein neues Produkt anbietet», verrät er. Er hat sich die Worte eines deutschen Referenten zu Herzen genommen, der sagte: «Sie schreiben Ihren Hofladen am besten mit ‹Antiquitäten› an, wenn Sie nicht alle drei Monate etwas Neues anzubieten haben.» Es gelinge nicht immer alles, aber er experimentiere und pflanze weiter. In der Hofstatt jedenfalls gedeihen Mandelbäume und ein Kakibaum – diese Früchte scheinen zu munden, haben doch heuer alle die Kälber gefressen. Eine stattliche Zahl von Fruchtbäumchen einer besonderen Apfelsorte wartet zudem in der Hofstatt auf die Verpflanzung im Frühling.

Spaziergänger bedienen sich

20 Kastanienbäume pflanzte vor rund acht Jahren ebenfalls Landwirt Georg Begert. «Auch unsere Ernte wäre in diesem Jahr gut», sagt er mit Betonung auf das Wörtchen wäre. Der abgelegene Ort neben dem Junkholz erweist sich nämlich als nicht gerade ideal. «Beinahe alle Kastanien lesen die Spaziergänger auf.» Dasselbe passiere mit den Nüssen der nebenan stehenden 60 Nussbäume.

Philipp Gut vom Wallierhof in Riedholz weiss von keinen weiteren grösseren Kastanien-Plantagen im Kanton. Die Bäume seien eben sehr heikel in Bezug auf Frost und Krankheiten und daher eine unsichere Angelegenheit. Im Tessin machten vor allem die Gallwespe und Pilze den Bäumen zu schaffen. Davor wurden die beiden Landwirte glücklicherweise bis jetzt verschont.

25 Tonnen Birnen zurückgewiesen

25 Tonnen seiner Birnen wurden zurückgewiesen.

25 Tonnen seiner Birnen wurden zurückgewiesen.

Im Moment plagen Georg Begert neben den frei sich bedienenden Personen noch andere Sorgen. Rund 25 Tonnen seiner Birnen hat der Handel zurückgewiesen. Die Birnen – Williams, Flamingo und Kaiser Alexander – weisen zum Teil schwarze Fleckchen auf, weil kein Insektizid gegen den Birnenblattsauger benutzt wurde, der Blätter und Triebe befällt. «Bei der geringen Ernte vor einem Jahr hätte der Handel diese Birnen mit Handkuss genommen», sagt Georg Begert. Aber geschockt wirkt der Landwirt trotzdem nicht, er kenne mittlerweile die Handlungsweise, man müsse damit leben können, bekundet er. Im Buurelade Biberist sind nun diese Birnen sowie Gala-Äpfel mit kleinen Fehlern für einen Franken pro Kilo zu haben. Teilweise landet das Obst in der Brennerei oder wird zu Apfel- und Birnensaft verarbeitet.