Massnahmen
Subinger Pfarrer: Kirchgemeinde will sich mit Synode beraten

Ob der Subinger Pfarrer nach seiner Verwicklung in Drogengeschäfte seiner Gemeinde erhalten bleibt, entscheidet der Kirchgemeinderat. Dabei holt er sich juristischen Rat von der Synode.

Urs Byland
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Der Pfarrer A. W.

Der Pfarrer A. W.

Hanspeter Baertschi

Bei einer normalen Ausgangslage wäre der Druck auf den Arbeitgeber immens: Da steht einem Angestellten im Zusammenhang mit einem grösseren Drogengeschäft eine massive bedingte Gefängnisstrafe bevor. Eine Entlassung des Angestellten liegt auf der Hand.

Nicht so in der Kirchgemeinde Subingen. «Für mich ist der Druck nicht gross», sagt Thomas Kopp, Präsident der reformierten Kirchgemeinde Wasseramt. «Wir werden diese Woche im Kirchgemeinderat zusammensitzen und die Angelegenheit entscheiden.» Es gebe juristische Belange, die den Fall nicht einfach machen würden. «A. W. ist als Pfarrer ein Beamter, da gilt es gewisse Dinge zu beachten, weil er gewisse Rechte hat.

Zudem haben wir mit unserem christlichen Glauben einen anderen Hintergrund in der Beurteilung einer Sache.» Dies alles müsse in die Urteilsfindung innerhalb der Kirchgemeinde mit in die Überlegungen miteinbezogen werden. Er habe deshalb im Moment keinen Bedarf, unüberlegt mit der grossen Kelle anzurühren. In Bezug auf die juristischen Vorgaben finde nächstens ein Gespräch mit dem juristischen Berater der Synode statt.

«Kann jedem passieren»

Er persönlich könne Verständnis für Pfarrer A. W.s Geschichte aufbringen. «Es ist etwas, was jedem einmal passieren kann.» Das spiegle aber nicht die Meinung des Kirchgemeinderates. «Dort werden wir Kirchgemeinderäte gemeinsam beraten, und ich werde die Entscheidung als Kirchgemeindepräsident zu vertreten haben.»

In der reformierten Kirche Bern-Jura-Solothurn, welcher die Kirchgemeinde Wasseramt mit dem Pfarrkreis Subingen-Aeschi angeschlossen ist, ist das weitere Vorgehen in der Sache Pfarrer A. W. auch ein Thema. Aber noch hinter verschlossenen Türen. «Anstellungsbehörde und damit auch Entlassungsbehörde ist die Kirchgemeinde Wasseramt und nicht wir», erklärt der Kommunikationsbeauftragte Hans Martin Schaer. Aber man berate die Kirchgemeinde schon. «Wir werden zusammen mit der Kirchgemeinde so schnell als möglich eines Auslegeordnung machen und die Angelegenheit zusammen diskutieren.»

Geringere Strafe?

Ausstehend ist auch noch der Richterspruch im abgekürzten Verfahren. A. W. und die untersuchende Behörde einigten sich auf eine Freiheitsstrafe von 24 Monaten, wovon 60 Tage durch Haft entstanden sind. Der Vollzug wird bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 2 Jahren. A. W.s amtlicher Verteidiger Daniel Petazzi erklärt, dass nun der Richter prüfe, ob die vereinbarte Bestrafung angemessen ist. Zur Frage, ob nicht noch ein geringeres Strafmass hätte herausgeholt werden können, wolle er sich wegen des laufenden Verfahrens nicht äussern.