Anstellung beendet

Subinger «Drogen-Pfarrer» zieht aus - neue Anklage wird ausgearbeitet

In diesem Haus ist die Pfarrwohnung eingerichtet. Hier soll bald ein neuer Pfarrer für Aeschi, Bolken, Drei Höfe, Etziken, Hüniken, Horriwil und Subingen einziehen.

In diesem Haus ist die Pfarrwohnung eingerichtet. Hier soll bald ein neuer Pfarrer für Aeschi, Bolken, Drei Höfe, Etziken, Hüniken, Horriwil und Subingen einziehen.

Nun geht das Kapitel von A.W. in Subingen zu Ende. Der Pfarrer, der im Frühling unter der Bezeichnung «Drogen-Pfarrer» Schlagzeilen machte, ist nur noch bis Ende September bei der reformierten Kirchgemeinde Wasseramt angestellt.

Gemäss Kirchgemeindepräsident Thomas Kopp haben die reformierte Kirchgemeinde als Arbeitgeberin und A.W. mit der gegenseitigen Auflösung des Arbeitsvertrages im Juni eine Vereinbarung unterzeichnet. «Diese Vereinbarung läuft Ende September aus.» Somit endet das Arbeitsverhältnis mit dem ehemaligen Pfarrer, der bereits seit Februar von seiner Arbeit freigestellt ist. Ab Oktober erhält der geschasste Gottesmann auch keinen Lohn mehr. Allerdings wohnte er bisher noch immer im Pfarrhaus am Summerhusweg in Subingen, das den Pfarrern als Amtswohnung dient.

Pflichten habe der freigestellte A.W. in den vergangenen Monaten keine mehr gehabt. «Für uns ist der Fall seit der Freistellung erledigt», sagt Kopp. Überhaupt hätten die Verfehlungen nie eine grosse Aufregung ausgelöst in der reformierten Kirchgemeinde. «Es lief ruhig ab», so Kopp.

Strafmass ist wieder offen

Von Weihnachten 2014 bis Mitte Februar 2015 sass A.W. wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz in Untersuchungshaft. Am 15. Dezember 2014 war er am Flughafen Zürich-Kloten festgenommen worden, als er einen Mann aus Brasilien abholte. Der Mittvierziger ist angeklagt wegen Drogendelikten und Geldwäscherei. Weil er sich geständig zeigte, einigte er sich im abgekürzten Verfahren mit der Staatsanwaltschaft auf eine bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Die Richter wollten davon allerdings nichts wissen und wiesen den Fall zurück. Sie waren mit dem vereinbarten Strafmass nicht einverstanden und machten andere Mängel aus. Das Gericht plädierte auf ein strengeres Urteil.

Derzeit arbeitet Daniela von Känel von der Staatsanwaltschaft Winterthur Unterland eine neue Anklage aus. «Vermutlich findet die Gerichtsverhandlung noch vor Ende Jahr statt», sagt sie. Der Termin stehe noch nicht fest. Der Fall befindet sich derzeit wieder im Untersuchungsstadium wie zum Zeitpunkt vor der ersten Anklageerhebung. Wie das Strafmass aussehen wird, ist derzeit offen. Sicher ist nur, dass ein ordentliches statt ein abgekürztes Verfahren durchgeführt wird.

Neuer Pfarrer wird gesucht

Wie es für A.W. beruflich weitergeht, kann Kirchgemeindepräsident Kopp nicht sagen. Im Mai hatte die Arbeitgeberin in Aussicht gestellt, Hand zu bieten bei der Neuorientierung. Involviert sei die Kirchgemeinde nun nicht mehr. «Er schaut für sich selber.» Der Ex-Pfarrer war für die Redaktion nicht erreichbar.

Derweil wird für den Pfarrkreis Subingen-Aeschi ein neuer Pfarrer gesucht. «Wir sind auf der Suche, aber wir haben keinen Stress», sagt Kopp. Andri Kober hat Mitte September die Gottesdienste und die Seelsorge als Stellvertreter übernommen, Markus Büttikofer kümmert sich um die Anliegen von Kindern, Jugendlichen und Familien. «Unsere Dienstleistungen werden genau gleich angeboten», versichert Thomas Kopp.

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