Subingen
Minderausgaben wegen Corona haben die Rechnung positiv beeinflusst

In Subingen wurde 2020 mehr eingenommen, aber auch weniger ausgegeben. Die Rechnung zeigt einen Ertragsüberschuss von 489'257 Franken auf.

Rahel Meier
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Der Bau für die Dreifach-Turnhalle (hier der Spatenstich) läuft plangemäss. Andere Hochbauten sind noch nicht realisiert, was sich in der Investitionsrechnung der Gemeinde niederschlägt.

Der Bau für die Dreifach-Turnhalle (hier der Spatenstich) läuft plangemäss. Andere Hochbauten sind noch nicht realisiert, was sich in der Investitionsrechnung der Gemeinde niederschlägt.

Hansjörg Sahli

Der Gemeinderat Subingen konnte einmal mehr von einem guten Rechnungsabschluss Kenntnis nehmen. «Wenn man alles exakt ansieht, dann sieht man auch, dass wir bei den natürlichen Personen weniger Steuern eingenommen haben, bei den juristischen dafür mehr», so Gemeindepräsident Hans Ruedi Ingold zu Beginn der Sitzung. Und so tragisch es sei, die Gemeinde habe auch dank der Coronapandemie ein gutes Resultat erzielt. Finanzverwalter Roland Kummli zeigte die wichtigsten Eckdaten zur Rechnung auf. Sie zeigt nach Vornahme der Abschreibungen einen Ertragsüberschuss von 498'257 Franken auf. Das Budget sah einen Aufwandüberschuss von 409'525 Franken vor. «Das Ergebnis ist damit um 907'782 Franken besser ausgefallen, als budgetiert.»

Zahlungsmoral bei den Steuern sinkt

Das sei fast hälftig auf Mehreinnahmen (498'000 Franken) und auf Minderausgaben (409'000 Franken) zurückzuführen. «Der Steuerertrag ist insgesamt um 170'000 Franken höher als budgetiert», so Kummli. Bei den natürlichen Personen stagnieren die Einnahmen aber und liegen um 166'000 Franken unter Budget. Bei den juristischen seien sie dafür um 193'000 Franken besser ausgefallen. Höher als budgetiert ist auch der Eingang an Grundstücksgewinn, und Sondersteuern mit total 537'000 Franken (+143'000 Franken). Einen Rekordertrag konnte Kummli bei den Verzugszinsen verbuchen. 84'000 Franken gingen ein. Die schlechte Zahlungsmoral vieler Einwohner schlage sich damit in einem gestiegenen Zinsertrag nieder.

Mehrerträge gab es bei den Konzessionsgebühren für das Elektrizitätsnetz: 328'000 Franken eingenommen (budgetiert: 280'000 Franken). Auch ein nicht budgetierter Landverkauf brachte der Gemeinde 46'000 Franken und für die Sonderpädagogik zahlte der Kanton 31'000 Franken mehr an Beiträgen.

Viele Anlässe wurden nicht durchgeführt

«Ein beträchtlicher Teil der Minderausgaben ist tatsächlich auf die Coronapandemie zurückzuführen», machte auch Kummli deutlich. 362'000 Franken wurden nicht ausgelöst, so beispielsweise die Ausgaben für die Jubiläumsfeier 750 Jahre Subingen oder die Seniorenfahrt. 42'000 Franken wurden weniger ausgegeben für die Feuerwehr, weil diese teilweise das Übungs- und Kurswesen sistieren musste. Aber auch ausgefallene Jahresschlussessen und tiefere Sitzungsgelder trugen zu den Minderausgaben bei. Massive Minderausgaben weist laut Kummli zudem der Bereich Bildung auf. Dabei kostete die Gemeindeschule fast genau gleich viel wie budgetiert, aber die Beiträge an Dritte, beispielsweise für den Logopädieunterricht, die Entschädigung für den gymnasialen Unterricht oder die Sonderschulkosten fielen tiefer aus als angenommen.

Mehrausgaben gab es vor allem im Bereich Soziale Sicherheit. Die Mehrkosten belaufen sich gesamthaft auf 113'000 Franken. Diese Mehrkosten konnten aber teilweise durch Minderausgaben kompensiert werden. Die Spezialfinanzierungen schlossen alle positiv ab.

Verschuldung hat zugenommen

Trotz des guten Abschlusses hat die Gemeinde Subingen 2 Mio. Franken mehr Schulden. «Das ist so geplant und hat mit der Realisierung aller Hochbauten zu tun. Die Verschuldung wird nochmals um 2 Mio. ansteigen», so Kummli. Bisher hatte die Gemeinde ein Nettovermögen von 588 Franken pro Einwohner. «Neu haben wir eine Nettoschuld von 281 Franken. Das ist immer noch ein guter Wert.»

Kummli machte zudem darauf aufmerksam, dass die Budgetdisziplin sehr gut war. Das zeige sich in der geringen Anzahl an Nachtragskrediten, die dem Gemeinderat zur Kenntnis vorgelegt werden müssen.

2020 wurde weitaus weniger investiert (4,068 Mio. Franken), als budgetiert war (8,530 Mio. Franken). Das liege an den Minderausgaben bei den Hochbauprojekten. Konkret wurde vor allem der Vereinspavillon noch nicht realisiert.

Dem Gemeinderat wurde vorgeschlagen 400'000 Franken in die Spezialfinanzierung Sanierung und Erweiterung Schulhaus II zu einzuzahlen. ««Die Vorfinanzierung würde sich dann gesamthaft auf 1,1 Mio. Franken belaufen und unsere Rechnung in den nächsten Jahren jeweils um 33'000 Franken entlasten», so Kummli. 98'257 Franken sollen dem Eigenkapital zugewiesen werden. Der Gemeinderat konnte diesen Anträgen folgen und genehmigte die Rechnung diskussionslos.