Subingen
«Kontiki» in Subingen: Darum ist die Digitalisierung eine Chance für beeinträchtigte Menschen

Ab nächstem Jahr sollen die Bewohner des «Kontiki» in Subingen eine barrierefreie Homepage zur Verfügung haben. Dies ist auch dank einer Spende des Lions Club Solothurn möglich.

Rahel Meier
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Checkübergabe Lions Club an das Wohnheim Kontiki, vorne v.l. Sandra Pezzullo (Foundraising Kontiki) und Stefan Wolf (Bewohner). Hinten v.l. Martin Schneider, Hans Ruedi Ingold (Stiftungsratspräsident Kontiki), Anton Löffel, Laszlo Polgar (Geschäftsführer Kontiki)

Checkübergabe Lions Club an das Wohnheim Kontiki, vorne v.l. Sandra Pezzullo (Foundraising Kontiki) und Stefan Wolf (Bewohner). Hinten v.l. Martin Schneider, Hans Ruedi Ingold (Stiftungsratspräsident Kontiki), Anton Löffel, Laszlo Polgar (Geschäftsführer Kontiki)

Michel Lüthi

«Immer mehr unserer Klienten haben einen Laptop, ein Tablet oder ein Smartphone», erklärt Philipp Bühler (Bereichsleiter Wohnen, Wohnheim Kontiki). Die Geräte würden dazu genutzt, sich zu informieren, zum Spielen, aber auch um Mails oder Nachrichten zu verschicken.

«Nicht alle können die neuen Möglichkeiten aber gleich gut nützen.»

Man habe sich deshalb dazu entschlossen, wohnheimintern eine barrierefreie Homepage aufzubauen. Auf dieser können sich die Kontiki-Bewohnenden einloggen und begleitet oder unbegleitet Informationen abrufen.

Zugang auch mit einer zentralen Station

Der Zugang zur Homepage soll mit allen mobilen oder stationären Geräten möglich sein. Zusätzlich soll eine zentrale Station mit einem Touch-Screen-Bildschirm im «Kontiki» für diejenigen zur Verfügung stehen, die heute noch keinen Zugang zum Internet haben.

Spende auf zwei Projekte aufgeteilt

Möglich wird all dies auch dank einer Spende des Lions Club Solothurn. Die Lions haben dem «Kontiki» einen Check über 15000 Franken überreicht. Davon fliesst ein Teil in das Projekt «Digitales Informationssystem für Klienten», wie es offiziell heisst, der andere Teil als Spende in den Neu- und Erweiterungsbau.

Eines der Ziele des Lions Clubs sei es, aktiv für die bürgerliche, kulturelle, soziale und allgemeine Entwicklung der gesamten Gesellschaft einzutreten, erklärt Anton Löffel (Lions Club Solothurn). Der Lions Club Solothurn engagiert sich darum aus Überzeugung für die beiden Projekte des Wohnheims Kontiki.

Durch die barrierefreie Homepage und den Erweiterungsbau würden sich für die Klienten des Wohnheims neue Bewegungsfelder eröffnen und damit eine Erhöhung ihrer Eigenständigkeit im Alltag.

«Dies führt zu den gewünschten Begegnungen und Kontakten mit den Menschen in unserer Gesellschaft»,

so Löffel.

Digitalisierung durchdringt alle Bereiche

Die Digitalisierung kann beeinträchtigten Menschen neue Möglichkeiten eröffnen. «Wir haben beispielsweise eine Bewohnerin, die ihre Hände nicht kontrolliert bewegen kann. Dank neuer Technologien kann sie aber trotzdem Mails schreiben und sich so mitteilen», meint Bühler.

Es sei darum wichtig, auch beeinträchtigten Menschen den Zugang zu den neuen Technologien zu ermöglichen. «Die Digitalisierung durchdringt heute alle Bereiche der Gesellschaft. Beeinträchtigte Menschen sollen auch teilhaben können», meint Geschäftsführer Laszlo Polgar weiter.

Geschützter und passwortgesicherter Bereich

Die barrierefrei gestaltete Homepage soll über die normale Homepage des «Kontiki» zu erreichen sein. «Es wird ein geschützter Bereich sein, der nur für unsere Klienten einsehbar ist. Es wird einen Benutzernamen und ein Passwort brauchen, um sich einzuloggen», erklärt Bühler. Trotz Schutz werden nur unproblematische Inhalte publiziert.

«Unsere Bewohner haben sich in einer Umfrage dazu geäussert, welche Themen auf der Homepage abgebildet werden sollten.»

Dazu gehören ganz einfache Bereiche, wie etwa das Aufschalten des Menüplans, oder eine Liste mit den Geburtstagsdaten. Andere möchten sich gerne Fotogalerien von Anlässen oder Ausflügen ansehen. «Wir haben auch Bewohner, die gerne Zeitung lesen würde», so Bühler.

Einfache Sprache und Symbole helfen

«Die barrierefreie Homepage muss in einfacher Sprache aufgebaut werden. Symbole und Bilder helfen den beeinträchtigen Menschen sich zurechtzufinden. Zudem planen wir, dass die Schriftgrösse angepasst und der Text vorgelesen werden kann», erklärt Philipp Bühler. Eine weitere Vorgabe sei, dass es nicht mehr als drei Klicks oder Touches brauchen dürfe, bis man den gewünschten Inhalt erreicht.

Man habe sich zudem dazu entschlossen maximal zehn Themenbereiche zu bewirtschaften. Ein weiteres Thema ist ausserdem, inwiefern die Klienten des «Kontiki» selbst auch Informationen oder Bilder hochladen können und sich so aktiv am Inhalt beteiligen.

Heimbewohner arbeiten mit

Nachdem der Geschäftsführer grünes Licht für das Projekt gab arbeitet eine Arbeitsgruppe intensiv an der Entwicklung der Homepage. Wichtig ist für Bühler, dass auch drei Heimbewohner aktiv in der Arbeitsgruppe mittun.

«Die Homepage muss schlussendlich praxistauglich sein.»

Die Arbeitsgruppe konzipiert die Homepage von Grund auf selbst. Bei den Programmierarbeiten hilft eine externe Firma mit. Ziel ist es, dass die Homepage anfang 2022 aufgeschaltet werden kann.