Subingen
Einsegnung des Erweiterungsbaus des «Kontiki » und Dank an alle Spenderinnen und Spender

Mit einer Feier im kleinen Rahmen bedankten sich die Verantwortlichen des «Kontiki» bei den Spenderinnen und Spendern für den Erweiterungsbau, ohne deren Einsatz der Bau nicht möglich gewesen wäre.

Rahel Meier
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Der Erweiterungsbau wurde für die Einsegnung umrundet.

Der Erweiterungsbau wurde für die Einsegnung umrundet.

Corinne Glanzmann

Das ganz grosse Einweihungsfest, an dem auch die Bewohnerinnen und Bewohner des «Kontiki» teilnehmen können, konnte bisher nicht durchgeführt werden. An einem ersten Anlass wurde nun aber den Spendern für den Erweiterungsbau mit einer kleinen Feier gedankt.

Diese durften als erstes miterleben, wie der Erweiterungsbau feierlich durch die katholische Seelsorgerin Rosa Tierler und die reformierte Pfarrerin Monika Garruchet eingesegnet wurde. Kurt Schläfli sorgte für die musikalische Begleitung.

Schlüsselübergabe-Feier für geladene Gäste im Kontiki.
9 Bilder
Rosa Tierler (stehend) und Monika Garruchet bei der Einsegnungsfeier.
Einsegnung mit Weihrauch und Wasser.
Musikalische Begleitung durch Kurt Schläfli.
Regierungsrätin Sandra Kolly: Einer ihrer erster Auftritte.
Ein Blick in das gemeinsame Wohnzimmer der Wohngemeinschaft im Obergeschoss des Erweiterungsbaues.
Das Treppenhaus.
Eine der Werkstätten.
Für die Bewohnenden das Herzstück: Das Therapiebad.

Schlüsselübergabe-Feier für geladene Gäste im Kontiki.

Corinne Glanzmann

Anschliessend wurde die geladenen Gäste in vier Gruppen durch den Erweiterungsbau geführt. Architekt Benedikt Graf (gsi architekten, Solothurn) – der bereits das Hauptgebäude des «Kontiki» entworfen hatte – ging auf dem Rundgang auf diverse architektonische Einzelheiten ein, die dem Laien so wohl nicht aufgefallen wären.

«Wir wollten, dass der L-förmige Neubau eine Einheit mit dem bestehenden Komplex bildet»,

so Graf. Die Grösse der Gesamtanlage werde durch die starke Gliederung mit vor- und rückspringenden Gebäudeteilen, Loggien und Terrassen, gemildert. Zwischen den beiden Gebäuden ist ein geborgener Hofraum entstanden, in dem ein Sinnesgarten angelegt wurde. Die Verbindung zwischen Alt- und Erweiterungsbau erfolgt durch ein leichtes, transparentes Glasdach. Die Fassade beider Bauten ist mit einem Mantel aus naturbelassenen Holzschindeln versehen.

Viel Licht und Farben

«Wir wollten möglichst viel Tageslicht in die neuen Räume bringen», so Graf. Das sei insbesondere auch für die Werkstätten im Erdgeschoss und das Therapiebad im Untergeschoss wichtig. Dazu kommt ein spezielles Farbkonzept, das es schon für das Hauptgebäude des «Kontiki» gibt. Auch im Erweiterungsbau habe Jean Pfaff, der in Fachkreisen bekannt ist, so eine «sehr stimmige Atmosphäre geschaffen», wie Graf meint. Der Neubau verfügt zudem über eine Fotovoltaikanlage und eine Grundwasserwärmepumpenanlage.

Gesät haben es andere

Anschliessend an den Rundgang gab es diverse Reden. Laszlo Polgar (Geschäftsleiter «Kontiki») zeigte sich glücklich, «dass ich hier meiner Arbeit nachgehen darf». Er ist seit Januar im Amt. «Ich konnte nur noch ernten, was andere gesät haben.» Es habe Mut gebraucht, um das Projekt des Erweiterungsbaues anzugehen. Immerhin seien 10 Mio. Franken investiert worden.

«Über 4 Mio. Franken gingen an Spenden ein. Dafür möchten wir uns heute bei ihnen bedanken.»

Anwesend war auch Sandro Müller (Leiter Amt für soziale Sicherheit), der Regierungsrätin Susanne Schaffner vertrat. Er zeigte sich beeindruckt, dass in Subingen Inklusion wirklich gelebt werde, was sich in der Selbstverständlichkeit des Zusammenseins der Bewohnenden des «Kontiki» mit der Dorfbevölkerung zeige. «Dank dem Erweiterungsbau ist die Zukunft des ‹Kontiki› gesichert. Dazu kann ich nur gratulieren.»

Hunderte von Führungen

Als Präsident des Patronatskomitees sprach auch Alt-Regierungsrat Roland Heim zu den Anwesenden. Im Rahmen der Suche nach Spendern seien Hunderte von Führungen im «Kontiki» durchgeführt worden. «Es wurde viel ehrenamtliche Arbeit geleistet.» Was daraus entstanden sei, könne man selbst sehen.

«Schön ist aber auch, dass die Spenderinnen und Spender selbst sehen können, was der Erweiterungsbau den Bewohnerinnen und Bewohnern des Heimes an Mehrwert und Nutzen bringt.» Vor allem das Therapiebad, der Snoezelen-Raum und der Sinnesgarten seien für die Bewohnenden viel wert. Das zeige sich auch in der Atmosphäre im Heim:

«Obwohl viele Bewohner stark beeinträchtigt sind, strahlen sie immer Freude aus. Das ist etwas, das mir immer wieder auffällt.»

Stiftungsratspräsident Hans Ruedi Ingold betonte ebenfalls, dass die Institution im Dorf stark getragen werde. «Unsere Bewohnenden sind teilweise auch in den Dorfvereinen integriert.» Er bedankte sich danach bei den Spendern und Gönnern des «Kontiki»: «Ohne sie hätten wir den Erweiterungsbau nicht realisieren können.»

Viel Engagement zu spüren

Es sei eine schöne Erfahrung gewesen zu sehen, dass viele der Spender nicht nur einfach Geld gespendet, sondern sich das «Kontiki» angesehen hätten und genau wissen wollten, wozu ihre Spende eingesetzt wird. «So haben sich viele gute Gespräche ergeben und ich habe viel Engagement gespürt», so Ingold weiter.

Kostendach und Termin eingehalten

Den Reigen der Reden schloss Lukas Kümin (Bauleiter, gsi Architekten). Noch als Lehrling hatte er am Hauptbau des «Kontiki» mitgearbeitet und er freute sich, dass er nun als Bauleiter den Erweiterungsbau begleiten durfte. «Die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten war sehr konstruktiv.» Der Bau sei termingerecht, im Kostenrahmen und unfallfrei abgeschlossen worden.

Bauleiter Lukas Kümin (links) übergab die Holzschindel an Stiftungsratspräsident Hansruedi Ingold (Mitte) und dieser überreichte sie wiederum Geschäftsführer Laszlo Polgar.

Bauleiter Lukas Kümin (links) übergab die Holzschindel an Stiftungsratspräsident Hansruedi Ingold (Mitte) und dieser überreichte sie wiederum Geschäftsführer Laszlo Polgar.

Rahel Meier

Danach fand die offizielle Schlüsselübergabe von den Ausführenden an die Bauherrschaft statt. Statt eines Schlüssels übergab Lukas Kümin aber etwas ganz anderes: Eine Holzschindel, wie sie an der Fassade von Neu- und Altbau hängt.

64'975 Schindeln wurden für den Erweiterungsbau bestellt. Die Farben zeigen das Farbkonzept von Jean Pfaff.

64'975 Schindeln wurden für den Erweiterungsbau bestellt. Die Farben zeigen das Farbkonzept von Jean Pfaff.

Rahel Meier

Die Zahl vierundsechzigtausendneunhundertfünfundsiebzig (64975) steht darauf - im Farbkonzept von Jean Pfaff. «So viele Schindeln haben wir für den Erweiterungsbau bestellt», meinte Kümin dazu.

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