Die Regionale Schule Äusseres Wasseramt (RSAW) muss schrumpfen. Dies verlangt der Regierungsrat. Vier Schulstandort für die fünf Gemeinden Aeschi, Bolken, Drei Höfe, Etziken und Hüniken seien zu viel. Aus diesem Grund habe die RSAW bis Ende Schuljahr eine Planung vorzulegen, welche die Schulstrukturen optimiert. Eine Umsetzung sei bis spätestens Ende Schuljahr 2017/18 vorzunehmen.

In der von der Schule in Auftrag gegebenen, nun vorliegenden Variantenstudie liegt der Fokus wie verlangt bei den Kosten. Verglichen wird die aktuelle Situation (4 Schulstandorte) mit zwei zentralen Varianten (1 Standort in Etziken oder Aeschi), drei dezentralen Varianten (2 Standorte in jeweils Aeschi und Etziken oder Bolken oder Drei Höfe) sowie einer Variante mit 3 Standorten (ohne Bolken).

In diesen Tagen wird die Studie von den Gemeinderäten der RASW-Gemeinden beurteilt eine Stellungnahme verfasst. «Sobald alle Stellungnahmen vorliegen, werden die Gemeindepräsidenten zusammen mit dem Schulausschuss diese auswerten und das weitere Vorgehen definieren», erklärt Michelle Heuberger, Präsidentin des Schulausschusses. Die Sitzung der Gemeindepräsidenten sei für kommenden Februar geplant.

Künftig 12 Klassen

Aktuell, aber auch in Zukunft werden rund 250 Kinder in der Regionalen Schule Äusseres Wasseramt unterrichtet. Bei einer Veränderung der Schulstrukturen wird eine stufenreine Klassenbildung bei 29 bis 35 Schülerinnen und Schülern pro Stufe und einer kantonalen Vorgabe von mindestens 16 und maximal 24 Schulkindern pro Klasse weiterhin ein Traum bleiben.

Es wird nach wie vor stufenübergreifende Klassen geben, aber nicht mehr wie bis anhin mit bis zu 3 Jahrgängen, sondern nur mit 2 Jahrgängen. Soll die Klassenanzahl reduziert werden, muss ein Schulstandort aufgehoben werden, so die Studie. Diese zeigt weiter auf, dass die Anzahl Klassen bei jeder möglichen Reduktion der Schulstandorte immer bei 12 (3 Kindergärten und 9 Primarschulklassen) bleiben wird.

Nachteil für Aeschi

Zieht man auf der Landkarte einen Kreis rund um den Schulkreis (inklusive Weiler Steinhof), läge der Mittelpunkt nahe Aeschi. Dort müsste geografisch der zentrale Schulstandort der RSAW liegen, eigentlich nahe der bestehenden Schulanlage in Aeschi.

Ein zentraler Schulstandort wird in der Studie aus pädagogischer Sicht gegenüber den anderen Varianten als interessanter beschrieben. Ein Mehrwert hinsichtlich der Organisation der Schulleitung und der Zusammenarbeit zwischen den Lehrpersonen wird postuliert. Projektwochen und Tagesstrukturen könnten besser organisiert und umgesetzt werden. Für einen zentralisierten Standort wurden die zwei Varianten Aeschi und Etziken betrachtet. Letzteres schneidet besser ab, weil in Aeschi der Neubau einer Turnhalle (4,5 Mio. Franken) in die Rechnung miteinbezogen werden muss.

Eine zentrale Variante kommt aber bei einer reinen Kostenbetrachtung nicht in die Ränge. Diese beinhaltet die Infrastrukturkosten, also welche Bauten kurz- und mittelfristig nötig werden, die Transportkosten, die bei einer dezentralen Variante tiefer ausfallen, und die Besoldungskosten. Bei letztem Punkt ist klar: Welche Variante auch gewählt wird, die Besoldungskosten fallen um 346 000 Franken, weil die Klassenzahl auf 12 verringert wird. In der Studie werden die Kosten über 20 und über 40 Jahre verglichen.

Vorteile für Zweier-Variante

Über zwei Jahrzehnte betrachtet ist nur eine Variante, zwei Schulstandorte in Etziken und Aeschi, günstiger, als die aktuelle mit 4 Standorten. Über 40 Jahre aber sind alle Varianten günstiger, mit Ausnahme von Aeschi (wegen einem allfälligen Turnhallen-Neubau). Am günstigsten bleibt eine dezentrale Variante mit zwei Schulstandorten in Etziken und Aeschi.

Diese Variante empfiehlt die Studie. Ein Teil der Schüler aus Bolken würde in Aeschi, ein anderer Teil in Etziken zur Schule gehen. Dasselbe gelte für die Drei Höfe. An beiden Standorten (Aeschi und Etziken) würden je 6 Abteilungen geführt. Transporttechnisch müssten bei dieser Variante sowohl Investitionen in eine neue Buslinie zwischen Drei Höfe und Aeschi, als auch in Libero-Abonnemente getätigt werden. 100 Schüler (40 Prozent) müssten mit dem Bus zur Schule gehen. Im Vergleich mit der zentralen Variante seien es deutlich weniger. Weiter müsste ein Teil der Lehrpersonen den Standort wechseln.

Abschliessend wird die Konzentration auf die 2 Standorte Aeschi und Etziken aus fachlicher Sicht, unter Berücksichtigung der finanziellen, pädagogischen und schulbetrieblichen Kriterien hoch gelobt. Aber auch die Verfasser der Studie sind sich bewusst, dass ein schwieriger Weg bevorsteht: «Ob diese Vorteile die Aufgabe der Schulstandorte in Bolken und in den Drei Höfen aufwiegen, muss der politische Prozess zeigen.»