«Am Gericht wurden die falschen Fragen gestellt.» Dies sagt Marc Zihlmann. Der junge Mann arbeitet heute selbstständig als Tierpfleger in Zürich. Bis vor kurzem war Zihlmann Cheftierpfleger im Raubtierpark von René Strickler, wie er auf seiner Internetseite schreibt.

Die Zuständigkeit seines Bereiches umfasste die Pflege und Betreuung von verschiedenen Raubkatzen, Bären und Kleintieren. Zihlmann hätte sich gewünscht, dass er ebenfalls vor Gericht an der Verhandlung zum weiteren Vorgehen Räumung Raubtierpark Strickler hätte reden dürfen.

«Man kann nicht fragen, wo die Tiere platziert werden können. Es gibt keine Plätze in der Schweiz und auch nicht im Ausland.» Als einziger Ausweg, wenn die Tiere nicht eingeschläfert werden sollen, bleibe einzig der Erhalt des Tierparkes in Subingen. «Kein Zoo will diese Tiere. Wildtiere verhalten sich anders als Zootiere oder Zirkustieren. Ich kenne René Stricklers Tiere sehr genau. Es ist nicht vergleichbar.

Durch den intensiven Kontakt und die Bindung mit intensiven Trainings sind seine Tiere nicht vergleichbar mit normalen Zooraubkatzen. Dies erschwert eine Umplatzierung sehr. Die Tiere sind nicht mehr menschenscheu. Sie brauchen weiterhin eine Führung durch Menschen.»

Man könne auch nicht einen Hund vier Jahr lang dressieren und dann in einen Zwinger einsperren. «Es gibt keine andere Wahl, als Strickler Zeit zu geben. Alles andere würde auch nicht dem Tierschutzgesetz entsprechen.»

Schwierige Verpflanzung

So seien die Verhältnisse in ausländischen Raubtiergehegen schlechter als in Subingen. «Hier haben sie relativ viel Platz. Aus Tierschutzgründen kann man nicht ein solches Tier in enge Gehege verpflanzen.» Aber auch ausländischen Zoos oder Tierstationen haben genug Tiere. Niemand wartet auf die Tiere aus dem Raubtierzoo von René Strickler.» Von den 18 Raubtieren seien maximal fünf vermittelbar.

«Die anderen sind zu alt. Die überleben teilweise nicht mal einen Transport», ist Zihlmann überzeugt. «Die meisten Tiere sind über 18 Jahre alt, der Kragenbär ist gar 34 Jahre alt und hat diverse Altersleiden. Unter den Löwen gibt es einen, der hat keine Mähne mehr.»
Da stelle sich schnell auch die Kosten/Nutzen-Rechnung. Ein Transport, das Aufbringen der erforderlichen Papiere etc. koste zirka 2000 Franken pro Tier. «Da ist ein Löwenwelpe günstiger zu haben.»

Tötungen erfolgen diskret

Bleibt die Tötung der Tiere. Es wäre in Subingen nicht das erste Mal, dass Tiere in der Schweiz eingeschläfert werden müssten. Dies würde aber wenn möglich unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt. «In den letzten 15 Jahren gab es drei solche Massentötungen», berichtet Marc Zihlmann.

Genauere Angaben will er nicht machen. Aber im Tessin musste beispielsweise der Bestand eines Tierparkes abgetan werden. «In solchen Fällen kursieren Bestandslisten, damit vielleicht noch das eine oder andere Tier verkauft werden kann.» Meistens würden die Bestandslisten aber zu kurzfristig versandt. Oft fehlen Daten der Tiere, oder sie seien zu alt.

Kommt es zu Einschläferungen der Tiere, reiben sich andere die Hände. Tierpräparatoren oder Museen kaufen die toten Tiere und stopfen diese aus. «Das will natürlich auch niemand wirklich gerne in der Öffentlichkeit bekannt geben.»

Dass aber Raubtiere in grösserer Zahl getötet werden müssen, wie möglicherweise im Fall des Raubtierparkes von René Strickler, sei eine Ausnahme.