Luterbach

Streit mit Anstand beendet: «Rössli»-Wirtin geht, verliert aber ihre Kaution

Das «Rössli» freut sich auf neue Mieter.

Das «Rössli» freut sich auf neue Mieter.

Die Wirtin des gemeindeeigenen Restaurants Rössli in Luterbach geht per Ende Oktober.

Die Betriebsgesellschaft Rössli GmbH wird wieder handlungsfähig. Das Mietverhältnis und damit der Streit mit Silvia Bonafe, Wirtin des gemeindeeigenen Restaurant Rössli in Luterbach, findet am 31. Oktober punkt 24 Uhr ein Ende. Die Betriebsgesellschaft könnte schon für den 1. November eine neue Mieterin oder einen neuen Mieter suchen.

Vor dem Amtsgericht Bucheggberg-Wasseramt willigten beide Parteien in einen Vergleich, der nicht zu erwarten war. Zu zerstritten schienen sie, zu viele Forderungen von beiden Seiten standen im Raum aus verschiedenen juristischen Auseinandersetzungen im Vorfeld. So eine Betreibungsforderung der Rössli GmbH aus dem letzten Jahr über 20'000 Franken, aber auch eine Betreibungsforderung von Bonafe an die GmbH von Februar in diesem Jahr.

Hauptstreitpunkt war der Mietzins

Streitpunkt waren aber die Mietzinsleistungen. Ende 2017 ging die Betriebsgesellschaft auf einen Kompromiss ein und reduzierte den Mietzins von gut 8000 auf 6000 Franken. Die doch stattliche Summe rechtfertige sich damit, dass im «Rössli» elf Hotelzimmer betrieben werden können, so der Anwalt der Betriebsgesellschaft. Hier muss erwähnt werden, dass bereits im Sommer 2017 eine Reduktion des Mietzinses erfolgte.

Bonafe willigte in die neuerliche Reduktion ein. Sie habe sich aber nicht, so die Betriebsgesellschaft, an die mit der Reduktion verknüpften Bedingungen gehalten: pünktliche Zahlungen. Diese Bedingung sei ihr nicht mitgeteilt worden, so Bonafe. Klar ist, dass der Entscheid für die neuerliche Reduktion von der Betriebsgesellschaft der GmbH protokolliert wurde, und die Information mündlich erfolgte. Ein Beleg, dass die Bedingungen mitgeteilt wurden, fehlt aber. Bonafe hätte, weil sie sich nicht an die Bedingungen gehalten haben soll, den höheren Mietzins zahlen müssen, so die GmbH. So summierten sich Beträge, die bestritten wurden. Dies der Kernpunkt einer Auseinandersetzung, die bisher in mehreren juristischen Verfahren ausgetragen wurde.

Zähes Ringen um Termine und Beträge

Amtsgerichtspräsident Ueli Kölliker stellte die Parteien vor die Wahl, einem Vergleich zuzustimmen oder das juristische Verfahren auf eine unbestimmte Zeit zu verlängern. «Voraussetzung ist ein klares Ende des Mietverhältnisses. Dieser Termin wäre mit einem Vergleich definitiv und nicht mehr anfechtbar.»

Es begann ein zähes Ringen um Termine und Beträge. Anfangs zeigte sich der Anwalt der GmbH hart und zu keinem Kompromiss bereit. «Aus unserer Sicht ist es zu spät für einen Vergleich.» Dennoch liess er aufblitzen, was aus GmbH-Sicht für einen Vergleich erfüllt sein müsste. Am Ende einigten sich die Parteien darauf, dass das Mietverhältnis auf Ende Oktober beendet wird, dass die GmbH das Mietzinskautions-Konto mit 15'000 Franken erhält, dass alle anderen Forderungen irgendwelcher Art beglichen sind und dass die Kosten der Vergleichsverhandlung geteilt werden.

Das Hauptziel wurde erreicht

Damit hat die GmbH ihr Hauptziel erreicht. Bonafe ist draussen. Die GmbH kann das «Rössli» neu vergeben. Das bestätigt indirekt Richard Schwaller, Präsident der Betriebsgesellschaft. Eine ordentliche Kündigung des Mietverhältnisses hätte ebenso zu weiteren Verzögerungen geführt wie eine Verlängerung der juristischen Auseinandersetzung.

Bonafe wiederum trauert um die nun verlorene Kaution. Aber sie kann bis Ende Oktober wirten, ohne weitere Zahlungen an die GmbH leisten zu müssen. Der Amtsgerichtspräsident zeigte sich erleichtert, dass die Streitparteien auf einen Vergleich eintraten. «Das ist das Beste, was passieren konnte: das Mietverhältnis in Anstand zu beenden.»

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