Subingen
Streichkonzert bei Investionen lässt auf ausgeglichenen Haushalt hoffen

Der Gemeinderat hat das Budget intensiv gestutzt, um fast ein ausgeglichenes Resultat zu erzielen. Insgesamt 86 Posten wurden verändert.

Urs Byland
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Neben der alten Turnhalle soll eine neue Dreifachturnhalle gebaut werden. Teilkredite von 3,5 Millionen Franken fliessen in die Rechnung 2019.

Neben der alten Turnhalle soll eine neue Dreifachturnhalle gebaut werden. Teilkredite von 3,5 Millionen Franken fliessen in die Rechnung 2019.

Rahel Meier

Das Budgetprozedere im Gemeinderat Subingen fordert die Nerven, ist aber erfolgreich. Mit der Diskussion von allen Budgetpositionen ab 15 Uhr wird versucht, die schlechte Ausgangslage zu verbessern. So konnte mit der detaillierten Betrachtung der Investitionsrechnung der zu erwartende Bilanzfehlbetrag mit den allgemeinen Investitionen glattweg auf eine halbe Million halbiert werden. Natürlich zu viel, aber es wartete ja noch die Sparrunde mit der Erfolgsrechnung. Dazu später.

Subingen muss im kommenden Jahr viele Investitionen tätigen. Mit dem Streichen der Sanierung/Ausbau Schulhaus werden 1,5 Mio. Franken auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Am Ende sind es aber immer noch über 5 Mio. Franken, die investiert werden sollen. Zum Vergleich: im Budget 2018 waren Nettoinvestitionen von 1,328 Mio. Franken vorgesehen.

Zu den Investitionen 2019 gehören Teilkredite für den Bau der Dreifachturnhalle mit 3,5 Mio. Franken und den Bau des Vereinspavillons mit 0,9 Mio. Franken. Diese beiden Kredite für Neubauten können vom Bilanzfehlbetrag abgezogen werden, weil eine Aufnahme von Fremdkapital für die wertvermehrenden Investitionen im Hochbau (Neubauten) erlaubt ist.

Teilbeträge gestrichen

In der Erfolgsrechnung ging das Streichkonzert, meist in Form von Teilbeträgen, weiter. Dort stand nach den Eingaben der Kommissionen der Aufwandüberschuss bei über einer halben Million Franken. Obwohl man in den letzten Jahren gut gearbeitet habe, so Finanzverwalter Roland Kummli, hat sich ein Loch aufgetan wegen gebundenen nicht beeinflussbaren Ausgaben und Einnahmen. Ähnlich wie in anderen Gemeinden wachsen die Ausgaben für soziale Sicherheit und Bildung, letzteres sei der Zunahme von Schulkindern zu verdanken. Kleiner werden dafür die Erträge aus dem kantonalen Finanz- und Kastenausgleich.

Die FDP-Fraktion bat schon mal um Verständnis und Geduld, habe man doch beispielsweise über 40 Anträge mit einem Teilbetrag von bis 250 Franken. Dazu kämen noch die Anträge mit höheren Einsparungen. Nicht gestrichen wurde der Teuerungsausgleich von 1 Prozent für das Verwaltungspersonal. Die FDP-Fraktion wies zwar darauf hin, dass schon im letzten Jahr 0,5 Prozent Teuerungsausgleich gewährt wurde, obwohl der Kanton damals keine Erhöhung zuliess. Dennoch stimmte auch die FDP für die Erhöhung. Gemeindepräsident Hans Ruedi Ingold unterstützte das Anliegen ebenfalls: «Wir haben gutes Personal, das aber meist in der Erfahrungsstufe an der oberen Grenze eingereiht ist und so deren Lohn seit Jahren ‹eingefroren› ist.»

Geld fürs Jubiläum

Es wurden aber nicht nur Streichanträge diskutiert. Mehrausgaben sind wegen der 750-Jahr-Feier im Jahr 2020 zu erwarten. Davon profitiert das Organisationskomitee in Form von Sitzungsgeldern und das Ansehen der Gemeinde in Form von Ersatz der defekten Dorffahnen. Auch der Kredit für einen bleibenden Geschichtenweg zum Jubiläum blieb drin. Aber statt 21 000 Franken im Jahr 2019 und 21 000 Franken im Jahr 2020 sollen 2019 nur 10 000 freigegeben werden. Rausgefallen ist der neue Internetauftritt für die Gemeinde, was 12 500 Franken einspart. Insgesamt wurden bis 20 Uhr 86 Posten verändert. «So viele, wie noch nie», erklärte Kummli. So konnte in der Erfolgsrechnung das ursprüngliche Minus von einer halben Million Franken auf noch 160 000 Franken gedrückt werden. Dies bei einem Gesamtaufwand von 15,3 Mio. Franken. Ziel von Finanzverwalter Kummli war es, die übrigen Investitionen ohne Neuverschuldung zu realisieren. Mit den Korrekturen in der Erfolgsrechnung wird noch ein Bilanzfehlbetrag von rund 50 000 Franken übrig bleiben. Eine Steuersenkung, von Kummli im Vorbericht noch erwogen, wurde nicht diskutiert.