Riedholz
Stimmvolk will dem FC mit 150'000 Franken unter die Arme greifen

31,4 Prozent der Stimmberechtigten von Riedholz beteiligten sich an der Gemeindeversammlung, die an der Urne durchgeführt wurde.

Urs Byland
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Der FC Riedholz erhält für die Sanierung und Erweiterung der Anlage einen Gemeindebeitrag.

Der FC Riedholz erhält für die Sanierung und Erweiterung der Anlage einen Gemeindebeitrag.

Urs Byland

Das dicke Abstimmungsbüchlein zur Gemeindeversammlung an der Urne mit insgesamt 15 Vorlagen hat die Stimmberechtigten von Riedholz gefordert. Mitverantwortlich für die vielen Vorlagen ist auch die Rechnung 2019, die ebenfalls noch genehmigt werden musste.
Insgesamt haben 527 von 1676 stimmberechtigten Riedholzerinnen und Riedholzern die Gelegenheit genutzt, ihre Meinung kundzutun. Das entspricht einem Anteil von 31,4 Prozent. «Ich habe wenig Vergleichsmöglichkeiten, in Langendorf gingen beispielsweise 22 Prozent an die Urne. Des-halb ­beurteile ich den Anteil der Stimmberechtigten, die sich ­in Riedholz beteiligten, als gut», erklärt Gemeindepräsidentin Sandra Morstein. Eine Gemeindeversammlung würden in Riedholz jeweils geschätzte 80 bis 100 Personen besuchen. «Jetzt sind die Entscheide na-türlich viel breiter abgestützt.» Trotzdem bedauert es Morstein, dass die Gemeindeversammlung nicht hat durchgeführt werden können. «Es gehört zur politischen Kultur, dass man vorher und auch nachher die Vorlagen diskutieren kann.»

Klare Zustimmung zu allen Vorlagen

In der Abstimmung haben alle Vorlagen Zustimmung erhalten. Obenauf schwingt die Rechnung 2019 mit einer Zustimmung von 95 Prozent, während die Einführung von Betreuungsgutscheinen «nur» 63 Prozent gutheissen. Wer dachte, der Beitrag der Gemeinde für die Ausbau­wünsche der Fussballer, werde zu einer engen Angelegenheit, sieht sich getäuscht. Der Beitrag von 150'000 Franken wird mit einer Dreiviertelmehrheit genehmigt. Man ist sich im Dorf einig, dass der mitgliederstarke Verein, bei dem 150 Juniorinnen und Junioren, von denen auch die meisten in Riedholz wohnen, seine Infrastruktur verbessern muss. Die Kapazitäten der Anlage sind bei den Garderoben aber auch bei den Trainingsmöglichkeiten längst an ihre Grenzen gekommen. Die Sanierung des Klubhauses sowie
die Erweiterung der Anlage um einen Neubau mit zusätzlichen vier Mannschaftskabinen werden als nötig angeschaut.

Bevölkerung ist bei Neuausgaben kritisch

Einschneidende Vorlagen, weil neue Ausgaben, sind die beiden Abstimmungen zur Auslagerung der Bauverwaltung, welche 2021 mit 247000 Franken zu Buche schlagen soll, und die Einführung von Betreuungsgutscheinen für die externe Betreuung von Kindern im Vorschulalter. Für die Betreuungsgutscheine hat der Gemeinderat 30000 Franken ins Budget 2021 aufgenommen. Die beiden Vorlagen erzielten mit 63 Prozent (Auslagerung) und 65 Prozent die schwächsten Resultate, wenn auch gesagt werden muss, dass die Zustimmung noch komfortabel ist. «Für mich sind die Resultate dieser beiden Vorlagen Hinweise dafür, dass neue Ausgaben gut geprüft werden müssen», erklärt die Gemeindepräsidentin. «Da schaut die Bevölkerung jeweils kritisch hin.» Grundsätzlich sei sie aber sehr erfreut, dass die Vorlagen angenommen wurden. «Wir werden unter dem Strich davon profitieren, wenn beispielsweise beide Elternteile arbeiten gehen können. Das wird sich irgendeinmal auch bei den Steuern auswirken. Und es ist klar ein Standortvorteil.»

Die Resultate der weiteren Vorlagen

Finanziell am stärksten wiegt die geplante Sanierung der Bergstrasse. Hier wurden sowohl der Strassenbaukredit über 1,25 Mio. Franken (66 Prozent Zustimmung), als auch der Ersatz der Wasserleitung für 0,5 Mio. Franken (81 %) und der Ersatz und Neubau der Kanalisation für 1,25 Mio. Franken (77 %) genehmigt.

Genehmigt wurden der Nachtragskredit über 144000 Franken für Dienstleistungen Dritter in der Bauverwaltung im Jahr 2019 (83 %) sowie die Jahresrechnung 2019 (94 %), die mit einem Ertragsüberschuss von 316000 Franken abschloss. Der Wechsel des Revisionsmandates war unbestritten (87 %).

Die Kostenbeteiligung an regionalen Institutionen über die nächsten vier Jahre, welche von der Regionalplanungsgruppe organisiert wird, fand eine klare Mehrheit (83 %). Die Teilrevision der Dienst- und Gehaltsordnung, welche eine einheitliche Berechnung bei den Sitzungsgeldern regelt, wurde mit 87 % Zustimmung angenommen. Die Feuerwehr kann ein neues Tanklöschfahrzeug kaufen. Der Gemeindebeitrag in der Höhe von 215000 Franken wurde genehmigt (85 %). Neben zwei weiteren Infrastrukturbeiträgen wurde auch das Budget 2021 mit einem Aufwandüberschuss von 541000 Franken gutgeheissen. Hier lag die Zustimmung bei 85 %. (uby)