Grossaufmarsch am Montagabend im Konzertsaal in Langendorf. Kurz vor acht Uhr mussten zusätzliche Stühle herangeschafft werden, der Platz an den Tischen reichte nicht aus. 305 Stimmberechtigte waren anwesend, Gemeindepräsident Hans-Peter Berger liess zehn Stimmenzähler wählen. 

Die Schulraumerweiterung bewegte die Langendörfer Gemüter. Im letzten Anzeiger wurde bereits gegen das Projekt, das der Gemeinderat vorgeschlagen hat, mobil gemacht. Dass der Schulraum knapp ist und etwas getan werden muss, war nicht umstritten. Diskutiert wurden die Kosten des Projektes und das vorgeschlagene Vorgehen. 

Der Gemeinderat schlug vor, die alte Turnhalle abzubrechen, die Turnhalle E in Schulraum umzunutzen, eine neue Dreifachturnhalle aufzustellen und den Aussenraum der Schulanlagen dementsprechend umzugestalten.

Zudem sollte an der Gemeindeversammlung ein Gesamtkredit von 700'000 Franken bewilligt werden, um einen Projektwettbewerb durchzuführen. Für diese Variante wird laut Botschaft für die Gemeindeversammlung mit 21,65 Mio. Franken gerechnet. 

Alt Gemeinderat Daniel Bachmann ergriff als erster das Wort und forderte die Stimmberechtigten dazu auf, nicht auf das Geschäft einzutreten. Die finanziellen Folgen seien nicht klar und das Projekt unverhältnismässig.

Man schaffe mit der Variante, wie sie der Gemeinderat vorsieht, Überkapazitäten. Bachmann rechnete vor, dass die Investition in den Schulraum eine Million Folgekosten pro Jahr nach sich ziehen würde, zudem würde die Pro-Kopf-Verschuldung von jetzt schon hohen 5000 auf 6000 Franken ansteigen. 

Auch der ehemalige Finanzverwalter Ruedi Bögli fragte sich, wo der Finanzierungsnachweis sei und ob man sich auch über eine Etappierung Gedanken gemacht habe. 

Gemeindepräsident Hans-Peter Berger versuchte noch das Ruder herumzuwerfen und machte vor allem klar, dass die Kosten, wie sie dargestellt seien, sicherlich noch zu hoch seien. In umliegenden Gemeinden habe sich gezeigt, dass eine Dreifachhalle wesentlich günstiger als für 14 Mio. Franken gebaut werden könne.

Die Stimmberechtigten hatten sich aber ihre Meinung gemacht. 168 Personen wollten nicht auf das Traktandum eintreten, 119 waren dafür, 17 enthielten sich der Stimme. 

Damit geht die Schulraumplanung zurück in den Gemeinderat.