Lüsslingen-Nennigkofen

Stimmberechtigte stimmen Projekt «Wohnen im Alter» trotz Mehrkosten zu

Im Bauernhaus an der Dorfstrasse werden 13 Wohnungen eingebaut.

Im Bauernhaus an der Dorfstrasse werden 13 Wohnungen eingebaut.

Die an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung anwesenden Stimmbürger wollen, dass die Gemeinde Lüsslingen-Nennigkofen für das Projekt «Wohnen im Alter» weitere Anteilscheine kauft.

Statikprobleme im Dachbereich, die fehlende Isolation im bestehenden Wohnbereich und der Einbau von zwei weiteren Wohnungen verteuern das Projekt «Wohnen im Alter» um rund 590 000 Franken. Die Anlagekosten betragen neu 3,4 Mio. Franken.

Das wiederum veranlasste die Wohnbaugenossenschaft am Dorfbrunnen, über die Bücher zu gehen und bei der Einwohnergemeinde um eine weitere finanzielle Unterstützung anzufragen. Damit soll das Eigenkapital vergrössert werden.

Der Gemeinderat entschied sich daraufhin, weitere Anteilscheine an der Genossenschaft in der Höhe von insgesamt 200 000 Franken zu zeichnen.

Total 13 Wohnungen

Ob das Projekt «Wohnen im Alter» tatsächlich umgesetzt wird, entscheidet die Generalversammlung der Wohnbaugenossenschaft Mitte November. «Wenn wir die zusätzlichen Mittel von der Einwohner- und den Bürgergemeinden nicht erhalten, dann müssen wir den Abbruch beantragen», erklärte Ernst Hürlimann (Präsident Wohnbaugenossenschaft) am Donnerstagabend in der Gemeindeversammlung. Er zeigte zudem den Stand des Projektes auf.

Er begann im Untergeschoss, wo ein neuer Keller gebaut wird. Der bestehende Gewölbekeller werde nicht angepasst, so Hürlimann. Im Erdgeschoss bleibt die heutige Vierzimmerwohnung, mit Boden und Kachelofen bestehen. «Die dürfen wir nicht anrühren, das hat der Denkmalschutz so verfügt.»

Dazu kommen drei neue Zweizimmerwohnungen. Diskussionsstoff bietet eine weitere Auflage der Denkmalpflege. Diese möchte, dass die alten Scheunentore stehen bleiben. Die wiederum würden den Parterrewohnungen viel Licht wegnehmen.

Diskutiert wird auch über die heute bestehende Treppe, die vom Erdgeschoss in das erste Obergeschoss führt. Die Denkmalpflege möchte, dass diese stehen bleibt – aber geschlossen wird, sodass sie nicht mehr genützt werden kann. «Das finden wir paradox.» Insgesamt sollen 13 Wohnungen in der Grösse zwischen 4 und eineinhalb Zimmern gebaut werden.

Eine grosse Herausforderung ist laut Hürlimann das Tageslicht. «Wir versuchen alles, um viel Tageslicht in die Wohnungen zu bringen.» Dabei wird vor allem auf den Einbau von Dachfenstern und grosse Fensterfronten in den Wohnungen gesetzt. Trotz Schwierigkeiten, das Gebäude steht unter Denkmalschutz, mache das Projekt Sinn und sei nachhaltig, erklärte Hürlimann abschliessend.

Gemeinde hat Reserven

Jürg Hofer erklärte die vorgesehene Finanzierung. Auch die Mietzinsen wurden bereits definiert. Sie bewegen sich zwischen 750 Franken für die kleinste Wohnung bis zu 1900 Franken für die grösste. Und, so Hofer, sie decken die jährlichen Kosten.

Trotzdem sorgten sich einige anwesende Stimmberechtigte, ob das Projekt finanzierbar sei. «Will überhaupt jemand die Wohnungen mieten?», fragte zudem ein Anwesender. Gemeindepräsident Herbert Schluep beruhigte. Jetzt schon würden sich Interessenten bei der Gemeindekanzlei melden. Er machte zudem deutlich, dass sich die Gemeinde die 200 000 Franken zusätzliches Genossenschaftskapital leisten könne. «Wir finanzieren das aus den ausserordentlichen Einnahmen, die wir aus dem Verkauf von Bauland hatten», erklärte er.

45, der 66 anwesenden Stimmberechtigten, gaben dem Gemeinderat ihr Vertrauen und stimmten der Zeichnung von 40 Anteilscheinen (200 000 Franken) zu. 13 stimmten dagegen.

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