Gross waren die Ambitionen in Lüterkofen-Ichertswil. Damit mehr juristische Personen ihren Sitz in die Bucheggberger Gemeinde verlegen, hat der Gemeinderat eine Steuerreduktion von derzeit 115 auf 55 Prozent für ebendiese angestrebt. Nun hat das Steuergesetz dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung gemacht. Grund dafür ist, dass der Steuersatz für juristische Personen höchstens 30 Punkte unter jenem für natürliche Personen liegen darf. Letzterer ist in Lüterkofen-Ichertswil unverändert bei 115 Prozent angesetzt. Daher musste der Steuersatz für die ortsansässigen Unternehmen auf 85 Prozent korrigiert werden. «Damit gehören wir im Kanton aber immer noch zum vorderen Drittel», sagt Finanzressortchef Max Meier.

Verschuldung steigt

Das Budget schliesst mit einem Ertragsüberschuss von rund 80'000 Franken, wobei die Zahlen wegen der Anpassung des Steuersatzes für juristische Personen noch nicht definitiv sind. Die Investitionen betragen im Steuerhaushalt 370'000 Franken und in den Spezialfinanzierungen 312'000 Franken. Eine Korrektur fand auch bei der geplanten Renaturierung des Bibernbachs für 500'000 Franken statt. Wie der Finanzressortchef erklärt, ist darin der Landkauf nicht miteinkalkuliert worden. Meier machte dem Rat daher beliebt, den Betrag auf 515'000 Franken zu erhöhen. Die Renaturierung wird zu 90 Prozent von Bund und Kantonen subventioniert. 10 Prozent gehen zulasten der Gemeinde.

Zunehmend ist in Lüterkofen-Ichertswil auch die Verschuldung. 2017 betrugen die pro Kopf-Verschuldung 500 Franken. Im Budget steigen diese um 600 Franken auf 1100 Franken pro Kopf. «Das heisst, dass wir aufgrund unseres Steueraufkommens jeweils zu viel investieren», so Meier. Die Gemeinde müsse daher aufpassen, dass sie nicht in den Himmel wachse. Denn Lüterkofen-Ichertswil weise einen Selbstfinanzierungsgrad von unter 50 Prozent sowie einen Selbstfinanzierungsanteil von unter 10 Prozent auf, was vom Kanton beides als ungenügend eingestuft wird. Gemeindepräsident Roger Siegenthaler ergänzt, dass es sich lediglich um Annahmen handle. «Dies bedeutet noch lange nicht, dass wir die Investitionen auch ausführen.»

Pro Spitex-Fusion

Nachdem der Beschluss zur Spitexfusion Ende September aufgrund von noch nicht vorliegenden Anpassungen in den Statuten vertagt worden ist (wir berichteten), hat der Rat nun eine Entscheidung gefällt. Die Gemeinderäte folgten dem Votum des Präsidenten grossmehrheitlich und stimmten dem Vertrag bei einer Gegenstimme zu. Auch die revidierten Statuten des neuen Vereins wurden bei einer Enthaltung gutgeheissen.