Die finanzielle Zukunft von Hubersdorf sieht alles andere als rosig aus. Bei Ausgaben von 3,336 Millionen und Einnahmen von 3,127 Millionen Franken resultiert in der Rechnung 2017 ein Aufwandüberschuss von 209'000 Franken. Der Fehlbetrag wird dem Eigenkapital entnommen, das nun noch 246'700 Franken beträgt. Grund für das negative Ergebnis sind niedrigere Steuereinnahmen und höhere Ausgaben bei Bildung und sozialer Sicherheit. Vom Finanzausgleich gab es 205'300 Franken, gegenüber 269'600 Franken im 2016.

Gemeindepräsident Gregor Schneiter betonte, dass alle Rechnungsposten, bei welchen die Gemeinde Einfluss nehmen kann, besser sind als budgetiert. Die Ausgaben für Bildung und soziale Wohlfahrt, die 75 Prozent des Haushalts ausmachen, seien fremdgesteuert, fügte er an.

Bei den Spezialfinanzierungen Wasser, Abwasser und Abfallentsorgung gab es ebenfalls Verluste, die das jeweilige Eigenkapital mit insgesamt 43'000 Franken belasten. Die Gebühren wurden per 2018 erhöht. Somit sollten die Spezialfinanzierungen in Zukunft ausgeglichen abschliessen. Grössere Investitionsbeiträge wurden an die Fremdwasser-Eliminierung und an den Investitionsplan der ARA geleistet. Insgesamt betrugen die Nettoinvestitionen 220'000 Franken.

Dominik Feier vom Ressort Finanzen schaute in eine rabenschwarze Zukunft. Auch in den nächsten fünf Jahren werden Aufwandüberschüsse von jeweils rund 200 000 Franken zu erwarten sein, rechnet man mit dem aktuellen Steuerfuss von 119 Punkten. Das Eigenkapital wird ins Minus sinken und die Nettoschuld pro Einwohner auf über 4000 Franken ansteigen. Mit einem Selbstfinanzierungsgrad von aktuell minus 47 Prozent sind keine Neuinvestitionen möglich. «Eine Steuererhöhung wird unumgänglich sein.»

Dringende Investitionen

Trotz dieser Prognosen stehen Investitionen an. Der Kostenanteil für die Sanierung Günsbergstrasse wird 375'000 Franken betragen. Hiervon wird der Kanton voraussichtlich einen Teil übernehmen, da eine Aufgabenentflechtung geplant ist. Der Kanton soll zukünftig die Finanzierung von Bau und Unterhalt übernehmen, die Gemeinden nur den Mehrwert, den die Sanierungen ihnen bringen. Schneiter hofft, dass diese Regelung bereits anfangs 2019 greift. Beim Wasserreservoir aus dem Jahr 1908 ist eine Erweiterung notwendig. Auch hier könnte die Gemeinde eine wirtschaftliche Erleichterung erfahren.

Die Gruppenwasserversorgung Unterer Leberberg (GWUL) plant eine Strukturbereinigung. Der Zweckverband würde die Primäranlagen übernehmen und die Gemeinden müssten nur noch für das bezogene Wasser bezahlen.

Neues Bauland schaffen

Schneiter orientierte die 23 Anwesenden über die Ortsplanungsrevision. Dabei soll Reservebauland in Landwirtschaftsland umgezont und stattdessen neues Bauland geschaffen werden. Zudem ist eine Erweiterung der Landschaftsschutzzone geplant. Nach einer Zustandsüberprüfung der Privatstrassen würde die Gemeinde eventuell einen Teil davon übernehmen. Ausserdem ist vorgesehen, dass das Postauto tiefer ins Dorf hineinfährt.
Marco Brudermann vom Ressort Soziales, Sport und Kultur informierte, dass beim Wirteehepaar des Restaurants «Zur Freundschaft» die Pensionierung ansteht. Der Gemeinderat wird sich dafür einsetzen, dass dieser gesellschaftliche Mittelpunkt in irgendeiner Form erhalten bleibt. Eine unterstützende Projektgruppe wird mit der Wirtefamilie nach Lösungen suchen.