Riedholz
Stetige Zuhname der Klassen: Schulraum muss vergrössert werden

Den jungen Eltern in Riedholz brennt das Thema «Schulraumknappheit» unter den Nägeln. Darum wurde vom Elternrat eine hundertköpfige Arena zum Thema «Unser Dorf-unsere Schule» durchgeführt.

Gundi Klemm
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Viele Eltern setzen sich mit dem Thema Schulraumknappheit auseinander.

Viele Eltern setzen sich mit dem Thema Schulraumknappheit auseinander.

Gundi Klemm

«Die Schulraumplanung erfolgt einfach zu kurzatmig», stellten Markus Moll und Philipp Bucher ihre Sicht als Sprecher des Elternrats dar. Schon jetzt sei der neue Doppelkindergarten überfüllt und sorge damit in Zukunft auch für zahlenmässig grosse Schulklassen. Auch den Verkauf des alten Kindergartens zugunsten des Eigenkapitals der Gemeinde kritisierten sie als übereilt. Man hätte in vorausschauender Raumplanung früher reagieren müssen, kreideten sie als «fehlende Strategie» der Gemeinschaftsschule Unterleberberg (GSU) und der Gemeinde Riedholz an.

GSU-Gesamtschulleiter Stefan Liechti zeigte anhand der Entwicklung der Schülerzahlen auf, dass bedingt durch Zuzüge, aber auch Geburtenfreudigkeit in Riedholz ein plötzlicher Ruck nach oben erfolgt sei. Rechnete man im Schuljahr 2011/12 noch mit 148 Kindern, so waren es 2014/15 schon 178. Und im kommenden Jahr wollen 198 Heranwachsende die Schule besuchen. Im Jahr darauf sei – gestützt auf heutige Geburtenzahlen- wieder ein «Knick nach unten» absehbar. Dennoch sei klar, dass die Bevölkerung in Riedholz weiter -besonders durch die sehr rege Bautätigkeit- wachsen werde. Fazit des Gesamtschulleiters: «Wir brauchen mehr Schulraum in Riedholz». Anschaulich fügte er an, dass das Schulwesen sich wie ein Schlauch verhalten müsse, der sich je nach Jahrgangstärke aufblähe und wieder schlanker werde.

Altlasten fressen Finanzen

«Bildung ist unser wichtigstes kommunales Gut», stimmte Gemeindepräsidentin Jasmine Huber der notwenigen Schulraumerweiterung zu. 50 Prozent des Gemeindehaushalts werde ins Schulwesen investiert. «Wir wissen aber, dass wir schulraummässig gegenwärtig an der Grenze arbeiten.» Dafür aber gebe es Gründe, so Huber.

Denn bestehende Planungen zum Neubau der Mehrzweckhalle (MZH) mit integrierten Schulzimmern seien blockiert, weil das zum Verkauf vorgesehene Weiher-Areal hinter der MZH ein erhebliches Altlastenproblem aufweise. Diese Sanierung, die Priorität besitze, könne locker bis zu 2 Mio. Franken kosten. Ohne Finanzen, die sich die Gemeinde aus dem Geländeverkauf beschaffen wollte, könne nicht gebaut werden. Gemeinderat und GSU-Leitung beschäftigten sich intensiv mit Ausweichmöglichkeiten und wollen Varianten dazu an der Gemeindeversammlung präsentieren, sicherte sie zu.

Noch etwas Geduld, bitte

Auch der Vorstand der GSU sei sich der Schulraumnot in Riedholz deutlich bewusst und wolle «lösungsorientiert» dazu beitragen, erläuterte Vorstandsmitglied Christoph Heiniger, zugleich Flumenthaler Gemeindepräsident, die aufgeteilte Verantwortung zwischen Schulorganisation und der für Neubauten zuständigen Gemeinde:

«Die GSU mietet die Räumlichkeiten von ihren Zweckverbands-Partnern für gegenwärtig 650 000 Franken jährlich.» Aber nicht alle Schulhäuser seien gleich ausgelastet. Vom möglichen Wechsel von Schulkindern aus Riedholz in die Partnergemeinden hielt im Saal niemand etwas, wie der Beifall zeigte. Dem stimmte auch ein Quartett von 4 Sechstklässlern zu, die von Moderatorin Anita Panzer befragt, gerne in ihrem Klassenverband im Dorf bleiben wollen, zumal in dieser Altersstufe viel Lernstoff wegen der bevorstehenden Uebertritte zu bewältigen sei. Die Enge der Klassenräume störe sie nicht.

Wegen seiner isolierten Lage komme die Reaktivierung des kleinen Niederwiler Schulhauses nicht in Frage, hiess es von der GSU-Seite. Die Sprecher des Elternrats vermissten eine strategische Koordination zwischen Gemeinde und GSU: «Wie ein heisser Ball wird das Problem hin und her jongliert», urteilten Votanten. Liechti widersprach und bat um etwas Geduld, um «die beste Lösung im bildungspolitischen Umfeld» für Riedholz zu finden.

Mike Järmann, Ressortleiter Bildung im Gemeinderat Riedholz und von Beruf Lehrer, brachte die ebenso von den Eltern angeregte Anschaffung von Containern ins Gespräch ein, das sich laut Meinung eines Votanten ergebnislos im Kreise drehe. In diese Container könnten beispielsweise Werkräume ausgelagert werden, die dann im Schulgebäude Platz für ordentliche Schulzimmer ergäben.

Zur Diskussion standen auch Räume im MZH-Untergeschoss, die es besser zu nutzen gelte. Als Ergebnis dieser rund 100-minütigen, von der FDP initiierten Arena darf festgehalten werden, dass das vorhandene Raumangebot optimiert werden und gegebenenfalls übergangsweise mit Containern ergänzt werden soll. Ein möglicher Ausweg böte sich gemäss Schulleiter Liechti auch –allerdings frühestens ab Sommer 2016- mit der Ausquartierung der gesamten 5. oder 6. Klasse ins GSU-Oberstufengebäude nach Hubersdorf.