Der Wanderweg zwischen dem «Niederwiler Stierenberg» und dem «Hinteren Hofbergli» ist wegen Felssturz- und Steinschlaggefahr beim «Gschliff» seit letztem Jahr gesperrt und umgeleitet. Vor einer Woche starteten die Sanierungsarbeiten. Das Gebiet kam in diesen Tagen in die Schlagzeilen, weil dort Privatleute einen Brand verursacht haben.

Schon vorher aber war klar, dass die vorgesehenen Sanierungsarbeiten am Fels nicht durchgeführt werden können. Zu gefährlich. «Nach einem Felssturz war eine Felsreinigung vorgesehen, um loses Gestein wegzunehmen», erklärt Hans Küpfer aus Zuchwil, der auf dem Balmberg eine Skischule betreibt. Er ist zugleich Markierungschef des Vereins Solothurner Wanderwege. «Der Kanton hat dazu mit der Firma Gasser Felstechnik AG die grösste Felstechnikfirma der Schweiz beauftragt.»

Laut Küpfer wollte man nach der Reinigung den Felsen mit Netzen sichern. Dazu müssten alle 1,5 Meter Anker im Boden befestigt werden. Aber bei den Arbeiten habe man bemerkt, dass es Hohlräume im Gestein hat. «Die Gefahr für die Arbeiter ist zu gross, weil es zu Felsabstürzen kommen könnte.» Es bleibe nichts anderes übrig als die Schliessung des Wanderweges.

Eine Umleitung besteht

Beim Kanton bestätigt Brigitte Schelble vom Amt für Raumplanung den Abbruch der Arbeiten. «Es hat zu viel lockeres Steinmaterial. Das Risiko für die Arbeiter ist zu gross.» Und wollte man weitermachen, müsste unter schwierigen Umständen sehr viel mehr Material abgetragen werden.

Nicht bestätigen will sie eine definitive Schliessung des Wanderweges. «Der Weg ist seit letztem Sommer gesperrt und wird weiterhin gesperrt bleiben.» Die Umleitung, anfangs ein Trampelpfad und nachfolgend ein Weg, sei sicher. «Das haben wir bei einem Augenschein abgeklärt. Aber es ist steil.»

«Hofbergli» betroffen

Die Sperrung des Wanderweges trifft die Betreiber des Bergrestaurants Hofbergli hart. Der Weg ist die direkte Verbindung vom Balmberg zum Hofbergli. In einer Mitteilung schreiben sie von einer «Hiobsbotschaft» und erklären, dass der Fels von Rissen durchzogen sei, die bis 10 Meter tief ins Gestein hineingehen. «Das bedeutet nun, dass der Durchgang Gschliff auf immer und ewig gesperrt bleibt. Amen. Das ist ein Schock für uns», so die Wirtsleute Gabi Fischer und Andreas Deola.

Das Hofbergli sei zwar nach wie vor von allen Seiten aus erreichbar, aber nicht mehr auf direktem Weg vom Balmberg.

Neue Route wird geprüft

Der Verein Solothurner Wanderwege habe die von Schelble erwähnte Umleitung ausgeschildert, die bei der Abzweigung zum Niederwiler Stierenberg hinunter zum Reservoir auf den Wanderweg von der Längmatt zum «Hofbergli» führt. Der Umweg bedeute aber 30 Minuten zusätzliche Wanderzeit. Der Weg sei auch deshalb problematisch, so Hans Küpfer, weil dort Kühe mit ihren Jungen weiden werden.

Möglich sei zudem nach wie vor die Benutzung des Jura-Höhenweges über den Chamben. Diese Route beurteilt Küpfer als eher schwierig und nicht Turnschuh-geeignet.

«Wir sind jetzt daran, eine Alternativroute zu prüfen», erklärt Hans Küpfer. Die Wanderweg-Vereinigung und der Kanton prüfen eine Schleife oben rum mit Einmündung in den alten Weg. Er sei dazu im Gespräch mit der Flurgenossenschaft. Eine Möglichkeit bleibt auch die aktuelle Umleitung, die aber teilweise sehr steil ist. «Wir werden diese Route sicher auch verbessern müssen.»