Biberist
Stefan Hug «will ein Präsident für alle sein»

Stefan Hug schafft die Wahl ins Biberister Gemeindepräsidium auf Anhieb, doch Markus Dick war ihm dicht auf den Fersen.

Christof Ramser
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Stefan Hug-Portmann (links) übernimmt das Amt von FDPler Martin Blaser.

Stefan Hug-Portmann (links) übernimmt das Amt von FDPler Martin Blaser.

Thomas Ulrich

So eng hätte er das Rennen dann doch nicht erwartet. «Ja, es wurde knapp», sagt Stefan Hug-Portmann. 54 Prozent der Stimmen holte der SP-Mann heute bei der Wahl zum Biberister Gemeindepräsidium, sein Konkurrent Markus Dick von der SVP kam auf knapp 46 Prozent. Und doch reichte es, um bereits im ersten Gang gewählt zu werden. Die Wahlbeteiligung betrug 43 Prozent. Dass er die Hürde auf Anhieb geschafft hat, erleichtere ihn, sagt Hug. Und er betont, ein Gemeindepräsident für alle sein zu wollen. «Ich will den Dialog auch mit jenen suchen, die mich nicht gewählt haben.» Er habe ein offenes Ohr für alle Schichten.

SVP schnappt FDP einen Sitz weg

Verliererin im Biberister Gemeinderat ist die FDP. Sie muss zugunsten der SVP einen Sitz abgeben. Die Rechtspartei holt das Restmandat, das vor vier Jahren an die SP ging. Ins Auge sticht vor allem die Abwahl der beiden bisherigen Freisinnigen. «Es gab wohl eine gewisse Unzufriedenheit mit den Bisherigen», kommentiert Parteipräsident Jan Noordtzij. Ein Pluspunkt sei immerhin, dass die FDP künftig zwei Frauen portiere.

In der kommenden Legislatur will die FDP «das Zünglein an der Waage» spielen und die Partei mit der gleichen Leitung neu aufbauen. Die Mitteparteien stellen wie bisher zwei Räte, die Linke vier. SP-Präsident Marc Rubattel freut sich über die vier Vollmandate. Dass er als Viertplatzierter seinen Sitz zugunsten des gewählten Gemeindepräsidenten abgeben muss, sei «ein kleines Opfer». Gross ist die Freude auch bei der SVP über das zusätzliche Mandat. Das verdeutliche das Wachstumspotenzial der Partei. (crs)

Dick ist nicht zufrieden

Nicht zufrieden ist Markus Dick, trotz des guten Abschneidens. «Aber das Resultat zeigt, dass ich nicht chancenlos war.» Er habe in den vergangenen Wochen viel Zuspruch erhalten, insbesondere an der Gewerbeausstellung auf dem Papieri-Areal vor einer Woche. Dass es am Ende nicht reichte, führt er auf das Zögern der anderen bürgerlichen Parteien zurück. Diese unterstützten Dick nicht vorbehaltlos, Exponenten sprachen sich gar für den Sozialdemokraten Hug aus.

Freuen kann sich Dick über sein Resultat im Gemeinderat. Dort holte er am meisten Stimmen. Das sei für ihn ein Auftrag, weiterhin die SVP-Anliegen im Gemeinderat zu vertreten. Er wolle den neuen Gemeindepräsidenten zudem an dessen Aussage messen, gewisse Verfahren im Asylbereich zu straffen. Ausserdem müsse der regionale Bevölkerungsschutz effizienter werden, wobei dort vor allem der Bucheggberg und nicht Biberist als Leitgemeinde in Zugzwang sei.

Erster roter Gemeindepräsident

Stefan Hug, übrigens der erste rote Gemeindepräsident Biberists, ersetzt Martin Blaser (FDP), der 14 Jahre im Amt war. Hug tritt den Posten am 1. Oktober an. Bis dahin soll eine Nachfolge für das Amt als Gemeindeverwalter gefunden sein, das Hug derzeit ausführt. Um die Bevölkerung von Biberist künftig besser in die Entscheidungsprozesse einzubeziehen, will Hug in die Quartiere gehen und die Sorgen der Bewohner anhören. «Und zwar nicht nur, wenn ein konkreter Entscheid ansteht. Die Biberister sollen ihre Ideen und Vorstellungen über das Leben im Dorf einbringen können.» Auch für das Gewerbe wolle er ein guter Gemeindepräsident sein. Es dürfe nicht sein, dass bei Auftragsvergaben Anbieter aus dem Dorf wegen ein paar Franken nicht berücksichtig würden.

Mit Markus Dick, so ist Stefan Hug überzeugt, werde er im Gemeinderat gut zusammenarbeiten. «Wir haben einen fairen Wahlkampf geliefert und können uns weiterhin die Hand geben.»