Der Forstbetrieb Leberberg wurde im Jahr 2005 aus den damaligen vier Revieren Balmfluh, Unterer Leberberg, Geissfluh und Brüggli mit zehn Bürger- und einer Einheitsgemeinde in Form einer Forstbetriebsgemeinschaft gegründet. Ein Förster wurde damals pensioniert und ein Weiterer hat sich selbstständig gemacht, zudem waren die Holzpreise im Sinkflug. «Der Zusammenschluss erfolgte aus betriebswirtschaftlichen Gründen», so Thomas Studer (Betriebsleiter Forstbetrieb Leberberg).

Mit dem Zusammenschluss konnten sich die Waldbesitzer die Investitionen für die neuen Maschinen zur Waldbewirtschaftung teilen. Ausserdem war es möglich, mit dem vorhandenen Personal weiter zu arbeiten, ohne dass Neueinstellungen oder Entlassungen nötig wurden. Auch dem Sicherheitsaspekt konnte besser Rechnung getragen werden.

Kanton verlangte Änderung

Bis jetzt funktionierte die Forstbetriebsgemeinschaft problemlos. «Mit dem bisherigen System bekommen wir aber Probleme bei einem Unfall oder sonstigen Schadenfall», so German von Burg (Präsident Forstbetriebsgemeinschaft). In der heutigen Rechtsform wäre ein Waldbesitzer im Extremfall auch einzeln haftbar gewesen. Deshalb habe der Kanton die Auflage erteilt, die Rechtsform anzupassen. Der Forstbetrieb Leberberg ändert deshalb seine Statuten. Per 1. Januar 2016 wird er ein öffentlich-rechtliches Unternehmen. «Mit der neuen Form treten wir nicht nur als Einheit auf, wir sind auch eine Einheit», so von Burg.

Für die Waldbesitzer ändere sich nichts Wesentliches. «Wir können die Buchhaltung vereinfachen. Bisher haben wir nach der Koststellenbuchhaltung abgerechnet», so Studer. Jede Arbeitsstunde musste dem entsprechenden Waldstück und dem Waldbesitzer zugeordnet werden. Neu wird im Gesamten und Ende Jahr nach der Waldfläche abgerechnet. «Wir können immerhin jedes Jahr noch einen kleinen Gewinn erwirtschaften», so Thomas Studer.

Auf der Aufwandseite habe man die Kosten so weit reduziert, wie das vertretbar sei. «Mehr geht nicht», so Studer und von Burg übereinstimmend. Das Gesetz schreibe gewisse Arbeiten vor. Zudem sei der Waldbesitzer auch für die Sicherheit entlang der Waldwege und bei den Grillplätzen verantwortlich. Der Forstbetrieb Leberberg bewirtschaftet den Leberberger Wald nach dem «Dauerwaldprinzip». Das heisst: Es werden primär die reifen (und kranken) Bäume geerntet. «Ein minimaler Unterhalt muss immer sein.» Der Forstbetrieb Leberberg unterhält so nebenbei auch noch fast
140 Kilometer Waldweg.

Sonderfall Bellach

Die Statutenänderung passt nicht allen. Die Bürgergemeinde Bellach steht künftig abseits. «Am Anfang haben wir noch mitgeholfen bei der Erarbeitung der neuen Statuten», so Beat Heiniger (Bürgergemeindepräsident Bellach). «Aber am Schluss hatten wir das Gefühl, dass wir mit der neuen Rechtsform alle Verantwortung abgeben und das wollten wir nicht.»

Die Zusammenarbeit mit dem Forstbetrieb sei gut und daran werde sich auch nichts ändern. «Wir werden künftig die Arbeiten im Auftragsverhältnis an den Forstbetrieb Leberberg vergeben.» Damit könne man nicht mehr von einem allfälligen Gewinn profitieren, sei aber auch nicht nur einfach Zahlender. «Wir haben das Glück, dass wir noch genügend aktive Bürger haben, die gerne mitarbeiten.»